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Dom zu Meißen und Turmführung

Westturmanlage, Achteckbau und Südportal des Meißner Dom
 
Grundriss Dom zu Meißen
Meißen: Meißner Dom | Rechnet man die umfassende Wiederherstellung des Äußeren und Inneren hinzu, wurde an diesem fast stilreinen deutsch-gotischen Dom über eintausend Jahre gebaut.
diesem fast stilreinen deutsch-gotischen Dom über eintausend Jahre gebaut.
 • 929 erfolgte die Gründung einer Burg zur Überwachung und militärischen Sicherung des Umlandes gegen die Slawen Meißen durch König Heinrich I. (Unter dem Fußboden des Meißner Domes sind aber auch Grundmauern der Vorgängerbauten erhalten.
 • Schon im Jahr 968 war anlässlich der Gründung des Bistums Meißen durch Kaiser Otto I. eine kleine Kapelle errichtet und in den Jahren
 • 1006 bis 1073 in eine viertürmige romanische Basilika umgebaut worden.
 • Ein erster romanischer Dom wurde im frühen 11. Jahrhundert errichtet.
Gegenüber den gotischen Dombauten in Magdeburg, Halberstadt und Naumburg, begonnen im 13. Jahrhundert, war die kleine Meißner Kirche hoffnungslos veraltet. Bischof und Domherren entschlossen sich daher zu einem
• Neubau in modernen gotischen Formen.
 • Planungen und Bauarbeiten begannen noch vor 1250.
Für die Vollendung des gotischen Domneubaus sollten aber Jahrhunderte vergehen.
 • Nach Plänen 1470 des Arnold von Westfalen, dem Erbauer der Albrechtsburg, erfolgte bis 1480 der Bau des dritten Geschosses der spätgotischen Westturmanlage.
Der einzigartige Turmaufbau löste sich von allen architektonischen Konventionen.
 • Nach 1480 wurden die Bauarbeiten allerdings abgebrochen, wahrscheinlich aus Geldmangel.
  • Jahrhundertelang zierte den Dom nur ein einziger Turm – der sogenannte „Höckrige Turm“ an der Ostseite, welcher 1909 umfassend saniert wurde.
  • Erst zwischen 1903 und 1909 wurden die beiden heute weit sichtbaren 81 Meter hohen Türme der Westfassade zusammen mit dem vierten Geschoss des Doms im Stil der Neugotik nach Entwürfen des Architekten und Dombaumeisters Carl Schäfer vollendet. Diesem Projekt ging allerdings ein erbitterter Streit mit anerkannten Kunsthistorikern voraus. Ein Glück für die Gegenwart, dass sein Plan mit fast einstimmiger Zustimmung des Meißner Domvereins 1901 angenommen wurde: als Sinnbild für die Wiederbesinnung auf höhere Werte zu schaffen und in eine überzeugende Architektur umzusetzen.
Quellen:
 • Der mittelalterliche Dom
 • Meißner Dom
•        Biografie von Karl Schäfer (1844-1908)

Für den Preis von 4,50 € pro Person (Domführung oder Turmführung 6,50 €) kann man den Dom täglich ab 10 Uhr besuchen.
Das taten wir am 7. Oktober zunächst individuell. 15 Uhr dann eine

Turmführung mit einer Mitarbeiterin des Hochstift Meißen

Sie muss eine gute Kondition haben, wenn sie viermal täglich interessierte Besucher auf den 81 Meter hohen Nordwestturm führt.
Die Turmbesteigung selbst, war gleichzeitig auch fast eine Domführung. Wir erfuhren viel Wissenswertes, was man kaum nachlesen kann. So auch über die:

Johannesglocke

Die Johannesglocke wurde 1929 von Otto Schilling in Apolda anlässlich der 1000-Jahr-Feier Meißens gegossen und nach einem Entwurf von Emil Paul Börner, dem damaligen Leiter der Porzellan-Manufaktur, gestaltet. Die Glocke wiegt 7.820 kg bei einem Durchmesser von 220 Zentimetern[und ist eine der figurenreichsten der Welt.
1941 kam die Glocke nach Hamburg, um für die Rüstungsproduktion eingeschmolzen zu werden. Dazu kam es jedoch nicht (dank dessen, das ein Kunstkenner sie auf dem „Schrottplatz“ fast versteckte).
Sie konnte nach dem Krieg wieder im Meißner Dom aufgehängt werden, wenn auch mit noch immer erkennbaren Transportschäden am Boden der Glocke.
Im Jahr 1977 brach ein Bügel der Krone, die Glocke stürzte ab und verkantete sich im Glo-ckenstuhl. Ursache waren Schäden an der Aufhängung durch sauren Regen sowie Risse in der Krone, die bei einem Bombenangriff im Hamburger Freihafen entstanden waren. Nach dem Sturz wurde die Glocke nur behelfsmäßig ohne Krone aufgehängt. 2010 wurde die Glocke mit einem neuartigen thermischen Verfahren vor Ort repariert. Dafür musste sie nur etwa 20 Meter abgehängt und nicht, wie sonst beim Schweißen üblich, als Ganzes auf über 500 Grad erhitzt werden, so dass die Kosten nur etwa 150.000 Euro betrugen.
Vier weitere kleinere Glocken befinden sich im Südturm.
Quelle: Glocken
Unsere Turmführerin stieg mit uns bis zur vierten Etage des Nordturms auf. Von ihr erfuhren wir auch einige interessante Details über den Ostturm, der sogenannte „Höckrige Turm“, die ich so nicht nachlesen konnte. Es soll nach dem Vorbild des Veitsdomes in Prag von tschechischen Handwerkern errichtet worden sein. Der Name leitet sich von dem ungewöhnlichen Knick im unteren Drittel des Turmhelms ab.
Die steinerne Spitze besteht aus acht Rippen mit durchbrochenen Seitenflächen. Die Rippen sind mit Krabben verziert, ganz oben thront eine Kreuzblume. Fischblasen und tropfenförmige Öffnungen formen ein durchgehendes Maßwerkband. Der offene Turmbau macht deutlich, dass es hier nicht um den Schutz vor der Witterung ging, sondern um die Ausbildung einer wirkungsvollen Landmarke.
Da sich mittlerweile der mittägliche Dunst verzogen hatte ergab sich ein grandioser Rundblick rund um Meißen (bei klaren Wetter sogar bis in die Sächsische Schweiz) und natürlich auch auf die Burganlage. Vor allem für sehr wenige Wagemutige, wie mich, die noch eine sehr schmale Wendeltreppe bis in die oberste Spitze des Nordwestturmes geklettert sind (mit entsprechender Fotoausrüstung und klarer Sicht wäre ich zu gern noch länger oben geblie-ben!).
Es gäbe noch vieles Erwähnenswertes – einiges werde ich noch beiden Fotos als Untertitel oder Kommentar einfügen.
Nach diesem Tag auf der Burg fiel der abschließende Stadtrundgang sehr kurz aus – ich komme wieder; vielleicht schon am 1. Advent nach der Feier zum 60. Geburtstag meiner Schwester!
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4 Kommentare
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Ralf Springer aus Aschersleben | 05.11.2018 | 13:36  
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Thomas Ruszkowski aus Essen | 05.11.2018 | 15:02  
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Francis Bee aus Hannover-Südstadt | 05.11.2018 | 15:47  
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Romi Romberg aus Berlin | 05.11.2018 | 17:04  
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