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50 Handballer sind neue potenzielle Lebensretter

Stammzellspender Uwe Hinsberger begrüßte Hanna-Lena Pleitter, die erste die sich typisieren ließ.
 
Beim Automobile Klos Handballcup in Alsweiler ließen sich 50 Handballfreunde typisieren.
 
Jeder kann helfen. Egal ob durch die Registrierung als potenzieller Stammzellenspender oder durch einen Geldbetrag.
Marpingen: Sporthalle |

Für die Mannschaften war es eine gute Vorbereitung auf die kommende Saison, für die Hilfe für Leukämie- und Tumorkranke war es ein großer Gewinn. Die Black Bulls in Marpingen-Alsweiler haben am Wochenende einen Handballcup zugunsten der Stefan-Morsch-Stiftung ausgerichtet. Dabei wurde nicht nur Geldspenden gesammelt, sondern 50 neue Lebensretter ließen sich als potenzielle Stammzellspender bei der ältesten Stammzellspenderdatei Deutschlands registrieren.

Uwe Hinsberger, der vor einigen Jahren bereits Stammzellen gespendet hat, war der Ideen-Geber für diese Benefizveranstaltung. Seit Monaten haben er und die Black Bulls aus Alsweiler dieses Turnier vorbereitet. Außerdem stammt Emil Morsch, der Stiftungsgründer, aus Alsweiler und mit dem Autohaus Klos hat man einen Sponsoringpartner gefunden, der mit großem Engagement sich für die gute Sache eingesetzt hat.
Fast 11 000 Menschen erkranken jedes Jahr an Leukämie. Oft ist eine Stammzellentransplantation ihre einzige Chance, den Blutkrebs zu besiegen. Eine solche Transplantation ist aber nur möglich, wenn sich ein passender Stammzell- bzw. Knochenmarkspender zur Verfügung stellt. Deshalb wirbt die Stefan-Morsch-Stiftung für eine „Typisierung“ – eine Registrierung in der Spenderdatei. Das bedeutet: Nach entsprechender Aufklärung muss ein Spender schriftlich sein Einverständnis zur Blutabnahme oder für einen Abstrich der Mundschleimhaut und Registrierung seiner Daten geben. Daraus werden die Gewebemerkmale des Spenders im hauseigenen Labor der Stiftung bestimmt und bei der Spenderdatei gespeichert.
Black-Bulls-Akteur Sascha Stoll weiß: Mit jedem neu gewonnenen Spender erhöht sich die Möglichkeit, dass einem leukämiekranken Patienten das Leben gerettet werden kann. „Ich habe mich vorher informiert und mich zur Typisierung entschlossen“, so der 21-Jährige. Ihm haben es viele Handballfreunde nachgemacht und sioch typisieren lassen, allen voran Hanna-Lena Pleitter aus Namborn, die als erste an den Stand der Birkenfelder Stiftung kam. Er kann nun bis zu seinem 60. Lebensjahr spenden. „Wir haben 50 neue Spender gefunden“, freut sich Marcel Düppré vom Typisierungsteam der Stefan-Morsch-Stiftung über einen guten Zulauf. Handballer und Zuschauer seien gleichermaßen gekommen. „Der Ablauf war sehr gut geplant“, lobt Düppré, der schon vielfach Typisierungsaktionen vorbereitet hat. Auch Uwe Hinsberger ist begeistert: "Jede Mannschaft hat Vertreter zur Stammzellspenderdatei entsendet."
Sechs Teams spielten dazu parallel in der aufgeheizten Sporthalle um den Turniersieg beim Handball-Cup. Im Endspiel besiegte eine gemischte Mannschaft der HSG Nordsaar die HSG Ottweiler II mit 15:10. „Bis jetzt waren wir nur im Wald und haben noch keinen Ball in der Hand gehabt“, schildert HSG-Rückraumspieler Tobias Hans. Da war das Turnier eine willkommene Abwechslung.
Die gastgebenden Black Bulls wurden Dritter. Torwart Frank Loth zeigt gegen den TV Birkenfeld eine sehr gute Leistung. 17:17 endete die Partie um Rang fünf zwischen RW Schaumberg und HF Illtal III. Beide Teams und teilten sich die flüssige Prämie. Der komplette Erlös der Veranstaltung kam der Stefan-Morsch-Stiftung zugute. In der Tombola waren ein signiertes Trikot von Ex-Nationalspieler Christian Schwarzer aus Niederwürzbacher Bundesligazeiten sowie ein unterschriebenes Dress von den Spielern des Bundesligisten VfL Gummersbach zu gewinnen.

Wie wird man Stammzellspender?

Die nächste Gelegenheit sich typisieren zu lassen ist …
… am Mittwoch, 7. August 2013, 18 Uhr, im Brühlstadion Baumholder beim Spiel der Bundeswehr-Nationalmannschaft gegen das Fußballteam der Ohio Wesleyan University
…am Montag, 12. August 2013 bei der Laurentius-Kirmes in Wolfersweiler


Prinzipiell kann sich jeder gesunde Erwachsene zwischen 18 und 40 Jahren registrieren lassen. Informationen über Ausschlussgründe lassen sich auf der Internetseite der Stefan-Morsch-Stiftung (www.stefan-morsch-stiftung.de) nachlesen. Die Typisierung ist für alle Spender kostenlos, jedoch werden Spenden zur Finanzierung der Blutuntersuchungen gerne entgegen genommen – da jede Blutanalyse mindestens 50 Euro kostet.
Die aktuellen Termine für die Typisierungsaktionen der Stefan-Morsch-Stiftung findet man auf der Internetseite (www.stefan-morsch-Stiftung.de). Zudem gibt es die Möglichkeit sich über die Homepage auch Online registrieren zu lassen. Über den Button „Online-Registrierung“ auf der Startseite kann man sich eingehend informieren, die Einverständniserklärung ausfüllen und sich ein Entnahmeset zuschicken lassen – entweder eine kleine Blutprobe oder einen Abstrich der Mundschleimhaut. In dem Päckchen ist das entsprechende Material, um sich bei seinem Hausarzt eine Blutprobe entnehmen zu lassen oder den Wangenabstrich durchzuführen. Dieses Päckchen wird dann einfach an die Stefan-Morsch-Stiftung zurückgesendet.
Leukämie kann Jeden treffen. Jeder kann helfen, Menschen eine Chance auf Leben zu geben. Deshalb bittet Elisabeth Terboven darum, diese Hilfe zu unterstützen. Wer nicht als Stammzellspender registriert werden kann, hat die Möglichkeit durch eine Spende, die Typisierung eines geeigneten Spenders zu finanzieren. Das Spendenkonto für Lebensretter ist bei der Sparkasse Birkenfeld BLZ 562 500 30 unter der Kontonummer 79790 eingerichtet.

Zahlen und Fakten zur Stefan-Morsch-Stiftung

Bei der ersten deutschen Spenderdatei wurden im vergangenen Jahr eine Rekordzahl an potenziellen Lebensrettern registriert: Fast 23 000 Menschen haben sich 2012 von den Mitarbeitern der Stefan-Morsch-Stiftung typisieren lassen. Das bedeutet, sie haben sich dazu bereit erklärt, im Ernstfall einem an Leukämie erkrankten Menschen mit einer Stammzellspende eine Chance auf Heilung zu geben. Gleichzeitig wurde auch eine neue Höchstmarke bei der Zahl der Menschen erreicht, die tatsächlich für ihren „genetischen Zwilling“ spenden konnten. Fast 600 Spender wurden so zu Lebensrettern.
Die Stefan-Morsch-Stiftung, mit Sitz in Birkenfeld (Rheinland-Pfalz), ist die älteste Stammzellspenderdatei Deutschlands. Unter dem Leitmotiv “Hoffen – Helfen – Heilen“ bietet die Stiftung seit mehr als 25 Jahren Hilfe für Leukämie- und Tumorkranke. Hauptziel der Stiftung ist es, Menschen zu werben, sich als Stammzellspender registrieren zu lassen. Daher sind nahezu täglich Teams der Stiftung in ganz Deutschland unterwegs, um bei so genannten „Typisierungsaktionen“ über das Thema Stammzellspende zu informieren. 270 Typisierungsaktionen wurden so bundesweit organisiert. Emil Morsch, Vorstandsvorsitzender der Stiftung: „Bei uns stehen die Menschen im Mittelpunkt, die Hilfe benötigen.“
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