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Top-Trio mit traumhafter Trefferquote

Die Marburger Mannschaft bedankt sich nach dem Spiel in Halle bei mehr als 30 mitgereisten BC-Anhängern. Foto: Steffen Prößdorf
Planet-Photo-DBBL: SV Halle Lions – BC Pharmaserv Marburg 76:88.

Von wegen Auswärtsschwäche. Mit dem dritten Sieg auf fremdem Parkett in Serie beenden Marburgs Erstliga-Basketballerinnen die Hauptrunde. Startplatz drei für die Playoffs stand bereits vorher fest. Der Gegner am ersten April-Wochenende heißt dort Bad Aibling Fireballs.

Befreit von der Sorge um den Klassenerhalt spielten die gastgebenden SV Halle Lions gegen Marburg frei auf. Beide Mannschaften sorgten für ein schnelles und attraktives Spiel. Mit ihrem ersten Wurf verbuchte Marburgs Katie Yohn ihren Saison-Dreier Nummer 63 und überbot ihren eigenen Vereinsrekord aus dem Vorjahr. Dass es ihr einziger Feldtreffer blieb, störte keinen der gut 30 mitgereisten BC-Anhänger, denn diesmal sorgten drei andere Marburgerinnen für genügend Punkte zum Sieg: Finja Schake (20), Svenja Greunke (21) und Tonisha Baker (23).

Beim 25:24 lagen die Gastgeberinnen kurz vor Ende des ersten Viertels letztmals vorn. Dann setzte sich das Pharmaserv-Team langsam ab. Eine traumhafte Trefferquote und Vorteile im Rebound waren die Garanten für den 51:38-Halbzeitstand.

Auch nach dem Seitenwechsel ließen die Marburgerinnen zunächst nicht nach und bauten den Vorsprung auf 58:42 (24. Minute) aus. Dann bissen sich die Löwinnen zurück in die Partie und verkürzten binnen vier Minuten auf 55:64. Zehn Zähler in Folge des BC sorgten für die Vorentscheidung.

Und als ein Dreierversuch von Kim Winterhoff vom Ring aus anderthalb Meter nach oben sprang, um dann kerzengerade nach unten zum 81:65 (36.) durch die Reuse zu flutschen, war klar, dass der 14. Saisonsieg im 22. Spiel nicht in Gefahr war.


Patrick Unger (Trainer Marburg):
„Defensiv waren wir oft zu weit von den Leuten weg. Daran müssen wir arbeiten, ebenso wie an den Freiwürfen. Offensiv bin ich ich zufrieden. Unsere Ausbauspielerinnen haben das Spiel gut geleistet. Nur in kurzen Phasen hatten wir keinen Zugriff und waren ein bisschen hektisch. Immer, wenn wir den Ball laufen lassen und als Team freie Würfe herausspielen, sind wir gut. Es macht Spaß mit diesem Team. Tonisha Baker hat jetzt zum zweiten Mal in Folge gezeigt, was in ihr steckt. Sie hatte nach ihrer Verletzung Probleme, aber harte Arbeit zahlt sich aus. Finja Schaake hat ein super Spiel gezeigt, sie hat genau das gemacht, was sie soll. Svenja Greunke war wie immer die Konstante in unserem Spiel. Auch Kim Winterhoff hat sehr gut gespielt und es freut mich, dass sie sich nach ihrer Verletzung jetzt belohnt hat. Wenn du als Dritter in die Playoffs gehst, willst du auch um die Medaillen mitspielen. Ich habe großen Respekt vor Bad Aibling, was sie mit ihrem kleinen Kader und den vielen Verletzungen leisten. Wir hoffen, dass wir unsere Leistung aus der Hauptrunde auch im Viertelfinale abrufen und ins Halbfinale kommen.“

Tonisha Baker (Spielerin Marburg):
„Wir haben offensiv aggressiv und klug gespielt und gute Würfe gefunden. In der Defensive haben wir ein paar Aussetzer gehabt. Im dritten Viertel ist es zuletzt oft schiefgegangen, aber diesmal war es ganz gut. Wir waren voll motiviert, um durch einen Sieg mit guter Stimmung in die Playoffs zu gehen. Durch das Spiel vorige Woche gegen Wasserburg hatte ich Selbstvertrauen und habe in dieser Woche noch ein paar zusätzliche Wurfeinheiten gemacht. Das hat sich ausgezahlt. Jetzt kommt die Zeit, in der wir unseren besten Basketball spielen wollen. Aber es gibt noch einiges zu verbessern, am meisten in der Eins-gegen-eins-Verteidigung. Aber wir wollen mit Selbstvertrauen in die Playoffs starten und dürfen da nicht zögerlich sein. Wir dürfen Bad Aibling nicht unterschätzen, schließlich haben wir das Rückspiel verloren. Wir müssen in jedes Spiel gehen, als sei es das Letzte.“

Christian Steinwerth (Trainer Halle):
„Unsere Motivation war hoch, das hat man gesehen. Wir wollten unbedingt gewinnen, für uns selbst, für das Lions-Programm und für die 50:50-Chance auf die Playoffs. Das erste Viertel war ein Feuerwerk. Wir haben gezeigt, was wir für ein Potenzial haben. Wir haben viel Talent, aber gehen nicht gut mit Schwierigkeiten um. Uns fehlt die mentale Stärke, die bei Marburg vor allem Führungsspielerinnen wie Svenja Greunke und Tonisha Baker gezeigt haben. Sie haben ihr Team in den entscheidenden Phasen getragen. Dafür großen Respekt.“


Fun Facts: Katie Yohn verbessert mit 63 Dreiern in einer Hauptrunde ihren eigenen Teamrekord aus dem Vorjahr (gleichzeitig DBBL-Rekord – zumindest seit 2008/2009, bis dahin liegen die Daten vor). – Höchste erzielte Punktzahl auswärts in einem Bundesligaspiel seit dem 19.12.2010 (91:66 bei Rhein-Main Baskets, damals machte Svenja Greunke 19 Punkte für RMB). – Zum fünften Mal in Folge die Rebounds gewonnen. – Dritter Auswärtssiege in Folge. – Fünftes Spiel gegen Halle in Folge gewonnen. – 400. Siege im 746. Pflichspiel seit dem Wiederaufstieg 1992.

Fail Facts: 11 Freiwürfe verworfen (Saisonnegativrekord), zum fünften Mal in Folge sieben oder mehr Freiwürfe verworfen und zum vierten Mal in dieser Saison eine Quote unter 60 Prozent (58,8).


Statistik
Viertel: 25:28, 13:23, 17:18, 21:19.
Halle: Büschel, Engeln 5 Punkte / 1 Dreier, Hammond 10/1 (6 Rebounds, 4 Assists), Hartmann, Hebecker 17/4, Henningsen 8/2, Horn 14 (10 Reb., 3 Blocks), Pohlmann 2, Rouault (n.e.), J.Schinkel, L.Schinkel 4, Thompson 16/1. Feldwurfquote 41 Prozent (26/63), Freiwq. 71 (15/21), Reb. 31 (def. 23), Turnovers 13, Ass. 13, Steals 7, Bl. 3, Fouls 20.
Marburg: Baker 23/3 (6 Reb., 3 Baker), Bradley 4 (4 Ass.), Greunke 21/2 (10 Reb., 4 Ass.), Köppl 5, Schaake 20/2 (3 Ass.), Wilke, Winterhoff 7/1, Voynova 4, Yohn 4/1 (6 Reb.). Feldwurfq. 51 (15/26), Reb. 39 (d. 31), TO 14, Ass. 19, 7 St., 3 Bl., F. 20.
SR: Anton Kotlyar, Hannes Schneider; Z: 647.


Spielplan für die Playoffs:

In den ungeraden Spielen hat die nach der Hauptrunde besser platzierte Mannschaft Heimrecht, Ausnahme: Duell um Bronze.

Viertelfinale (Best of Three / zwei Siege nötig):
Wasserburg – Chemnitz, Keltern – Hannover, Marburg – Bad Aibling, Saarlouis – Herne.

Spiel 1: 01. oder 02.04. (Sa./So.) – Heimspiel in Marburg
Spiel 2: Fr., 07.04.
Spiel 3: So., 09.04. (falls nötig: Heimspiel in Marburg)

Halbfinale (Best of Three):
Sieger (Wasserburg – Chemnitz) gegen Sieger (Saarlouis – Herne), Sieger (Keltern – Hannover) gegen Sieger (Marburg – Bad Aibling).

Spiel 1: 15./16./17.04. (Sa./So./Mo., Osterwochenende)
Spiel 2: Fr., 21.04.
Spiel 3: So., 23.04. (falls nötig)

Duell um die Bronze-Medaille (Addition):
Hinspiel: Fr., 28.04.
Rückspiel: So., 30.04.

Finale um die Meisterschaft (Best of Five / drei Siege nötig):
Spiel 1: Fr., 28.04.
Spiel 2: So., 30.04.
Spiel 3: Mi., 03.05.
Spiel 4: Fr., 05.05. (falls nötig)
Spiel 5: So., 07.05. (falls nötig)
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