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Step by Step: Saints Herren kämpfen sich in die Saison

  6:13 in Köln und eine starke Leistung über drei Quarter machen Hoffnung für kommende Spiele.

Sonntag war Derbytag in Deutschland. Schalke spielte gegen Dortmund, der HSV gastierte beim Stadtduell in St. Pauli und die Marburg Saints reisten zu ihrem dritten Auswärtsspiel in der noch jungen Saison nach Köln. Die Duelle zwischen Saints und Indians wurden schon immer geprägt durch viel Spannung und einem ungefähren Chancengleichgewicht zwischen beiden Teams. Traditionell gewannen diese Vergleiche allerdings immer die Indians, die Lahnstädter schafften es bisher nur einmal ein Derby für sich zu entscheiden.

Nach dem soliden Saisonstart gegen Frankfurt und der guten Leistung gegen die massiv überlegenen Aachener war die Erwartung an dieses Spiel natürlich hoch. Während die Saints über den Sommer viele Lacrosseneulinge in den Sport lockten und auch bei diesem Spiel mit 4 Rookies und zwei ehemaligen Jugendspielern im Kader anreisten, hatten es die Kölner geschafft, zur neuen Saison Nationalspieler Jan van Eijkelenburg und einen Rückkehrer vom letztjährigen Bundesliga West Meister Düsseldorf Antlers zu verpflichten.

Die Saints starteten ausgezeichnet in das Spiel. Obwohl die Indians auf eigenem Feld mehr Ballbesitz hatten, stand die Abwehr der Saints kompakt und ließ nichts zu, während das Mittelfeld immer wieder durch schnelle Konter Nadelstiche in der Kölner Verteidigung setzen konnte. Chancen waren also auf beiden Seiten vorhanden, konnten jedoch erst nach über einer Viertelstunde genutzt werden. Kurz vor Ende des ersten Quarters jedoch schafften die Indians es, die Marburger Abwehr zu überwinden und zum 1:0 einzunetzen.
Die Freude über den Treffer hielt aber nur kurz an, denn direkt nach dem Face Off zum zweiten Quarter brauchte Spielertrainer Christian Theis nur 14 Sekunden um für Gleichstand zu sorgen. Die Kölner kamen schlecht ins Zweite Quarter hinein und die Saints witterten ihre Chance. Defense Captain Jeff Struble fasste sich nur zwei Minuten später ein Herz und durchbrach nach einem Sololauf über das ganze Feld die gegnerische Verteidigung, um die Saints durch sein erstes Saisontor in Führung zu bringen. Die Heiligen dominierten das zweite Quarter und blieben auch durch die ausgezeichnete Leistung von Goalie Christian Hackbarth weiter in Führung bevor es erneut Theis war, der den Vorsprung der Lahnstädter, vor der Pause noch erhöhte.
Mit 3:1 ging es in die Pause und ein Überraschungserfolg rückte in greifbare Nähe, doch mit Wiederanpfiff schien es als ständen ganz andere Indians auf dem Feld. Die Halbzeitansprache musste das Kämpferherz des Kölner Lacrosse Stammes geweckt haben, denn die Rheinstädter brauchten nur 8 Minuten um den Rückstand in einen 4:3 Vorsprung umzumünzen. Die Saints Abwehr stand nicht mehr so Kompakt auf dem Feld. Hinzu kam eine Reihe sehr fragwürdiger Schiedsrichter Calls, Phantomfouls und Nichtigkeiten durch die die Lahnstädter unnötig geschwächt wurden. Der Trend dieser Fehlentscheidungen setzte sich ebenso wie der Trend der Abwehrfehler bis zum Ende des dritten Quarters fort und so bauten die Indians ihre Führung 8:5 aus.
Drei Tore aufholen ist im Lacrosse durchaus möglich doch den Saints schien während ihrer Bemühungen die Puste auszugehen. Kurz nach Wiederanpfiff verkürzte Panagietou zwar noch einmal auf 8:6, jedoch bekamen die Heiligen kurz darauf per Doppelschlag den Gnadenstoß versetzt. Die Indians nutzten das Offensivspiel der Saints nun zu präzisen Kontern und setzten mit drei weiteren Toren den Deckel auf ihren Sieg.

Am Ende standen für die Saints freudige wie ärgerliche Erkenntnisse fest. Der Aufwärtstrend des neuen umstrukturierten Teams setzt sich fort und man hatte 3 Quarter exzellent gegen einen stärkeren Gegner mitgehalten. Die Chancenverwertung hatte sich ebenso verbessert wie die Defensivleistung des Teams. Die ärgerliche Erkenntnis war, dass man die Niederlage dennoch nicht dem Schiedsrichtergespann anlasten konnte, sondern sich eingestehen musste, dass am Ende die Kräfte nicht mehr reichten um sich gegen erstarkte Kölner zu behaupten.

Die Heiligen sind jedoch auf einem guten Weg in die Saison und wollen sich Anfang Oktober gegen den zweiten großen Rivalen aus Mainz für die einzige Niederlage in der Rückrunde 2009/2010 revanchieren.

Die Tore für Marburg erzielten: Theis (3 Tore/1Assist), Panagietou (2T/0A), Struble (1T/0A)

Von Julian Opper
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