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So schwer und doch so leicht

Im Hinspiel behielt Marburg mit Svenja Greunke (links) gegen Keltern mit Maja Vucurovic knapp die Oberhand. Foto: Melanie Schneider
Planet-Photo-DBBL: Rutronik Stars Keltern – BC Pharmaserv Marburg (Sonntag, 17.30 Uhr, Speiterlinghalle Dietlingen).

Zum zweiten Mal reist das Pharmaserv-Team in dieser Saison zum Tabellenführer. Doch halt – in Wasserburg hat Hessens einziger Damenbasketball-Erstligist doch schon gespielt. Ja, schon, aber: Der Serienmeister vom Inn wurde am vorigen Spieltag durch eine Heimniederlage im direkten Duell durch die Rutronik Stars entthront.

Punktgleich, jedoch mit zwei Siegen im direkten Vergleich, grüßt der Aufsteiger des Vorjahres nun vom Platz an der Sonne. Die bislang letzte deutsche Mannschaft, die den Europapokal-Achtelfinalisten bezwungen hat, ist der BC Marburg. Im Hinspiel gab's ein aus Sicht der damaligen Gastgeberinnen glückliches 66:60. Das war Anfang Oktober.

Auch an die bisherigen drei Auftritte in der Speiterlinghalle hat man auf Marburger Seite nur gute Erinnerungen. Zumindest fast. Es gab da mal Trommel-Trouble. Doch der ist mittlerweile ausgeräumt, sofern man sich über die Sitzordnung einigt. Sportlich lief es vorige Saison perfekt aus Sicht der Lahnstädterinnen: ein klarer Erfolg in der Hauptrunde, zwei knappe in den Playoffs samt Einzug ins Halbfinale.

Der Haken daran: Das war eben vorige Saison. Die Mannschaft aus dem Enzkreis, zwischen Karlsruhe und Pforzheim, steht inzwischen personell viel besser und ausgeglichener da. Bei den Hessinnen sieht es ganz anders aus: Mali Sola (Knie) fällt sowieso den Rest der Saison aus, Tonisha Baker (Knöchel) mindestens noch drei Wochen lang und Diana Voynova (Rücken) auf jeden Fall noch diesen Sonntag. Dass Julia Köppl sich die Woche über mit einer Erkältung herumplagte, gerät da fast zur Randnotiz.


Fünf Fragen an BC-Trainer Patrick Unger:

Was nehmt ihr aus dem Hannover-Spiel (75:69-Sieg) mit?
Patrick: Die letzten drei Minuten ärgern mich sehr. Wir müssen besser an unserem Passverhalten arbeiten. Aber wir haben gesehen, dass wir auch trotz Ausfalls von Leistungsträgerinnen in der Lage sind, Spiele zu gewinnen. Das gibt uns Mut. Außerdem haben wir unsere Identität ein Stück weit wiedergefunden: Wir geben nie auf!!!

Was sagst du zum neuen Tabellenführer?
Patrick: Keltern ist zur Zeit das Beste, was die Liga gesehen hat. Sogar besser als Wasserburg, das haben sie spätestens jetzt gezeigt. Es ist doch toll, dass sich mal wieder was an der Tabellenspitze tut – auch wenn ich es besser fände, wenn wir dort wären.

Was macht Keltern so stark?
Patrick: Du musst dieses Jahr auf neun Spielerinnen achten, die extrem gut als Kollektiv zusammenspielen. Keltern ist ein gutes Beispiel, wie der Eurocup wirken kann: Er gibt dir Kraft und Selbstvertrauen, aber vor allem macht er dich besser.

Gegen Hannover konntet ihr das Fehlen eurer Centerinnen Diana und Mali ausgleichen. Wie sieht das gegen Keltern aus?
Patrick: Keltern hat eine große Spielerin, die gerne auch mal mit dem Rücken zum Korb spielt. Das hatte Hannover nicht. Das kam uns etwas entgegen. Dennoch wollen wir gewinnen. Aber um eine Chance zu haben, müssen wir noch mehr als Kollektiv auftreten und gerade wegen der Personalsituation vollen Einsatz über 40 Minuten zeigen.

Ihr habt ja noch nie in Keltern verloren. Wird das Sonntag euer bislang schwerstes Spiel dort?
Patrick: Definitiv. Sie sind so gut dieses Jahr und unsere Personalprobleme helfen da nicht. Aber keiner erwartet, dass wir da gewinnen. Von daher wird es auch leichter werden.
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