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Richtige Serie gerissen

Kim Winterhoff erzielt hier zwei Punkte gegen Freiburg. Damit ist sie, gemessen an der Einsatzzeit, zweitbeste Marburger Korbjägerin der Partie. Foto: Peter Voeth
Marburg: Georg-Gaßmann-Halle | Planet-Photo-DBBL: BC Pharmaserv Marburg – Eisvögel USC Freiburg 62:54.

Fast alle Serien haben gehalten. Nur eine nicht. Aber auf die hat bei Marburgs Erstligisten ohnehin niemand Wert gelegt: Zum ersten Mal in dieser Saison findet ein Rückrundenspiel des BC den selben Sieger wie das Hinspiel. Mit neun Siegen – davon acht aus ebenso vielen Heimspielen – bleibt das Pharmaserv-Team im oberen Tabellendrittel.

Wenigstens ein bisschen mussten die BC-Anhänger in zwei Phasen zittern: Zu Spielbeginn – da führten die Eisvögel 6:0 – und in der zweiten Hälfte des dritten Durchgangs. Da verkürzten die Freiburgerinnen von 30:45 auf 42:47. Als die Gäste erneut zu einem Lauf ansetzten und die letzten sieben Zähler der Partie erzielten, war selbige bereits entschieden.

Apropos Läufe und Serien: Nach dem forschen Beginn der Breisgauerinnen, beendeten die Hessinen die letztmalige USC-Führung durch einen 10:0-Lauf (22:13, 11. Minute). Im zweiten Viertel zeigten die Lahnstädterinnen ihre spielerischen Qualitäten. Tolle Passfolgen, kluge Anspiele und sichere Abschlüsse sorgten beim 41:23 (22.) für den höchsten Vorsprung. Dabei halfen die gute Zonenverteidigung und die schwache Freiburger Ausbeute aus der Distanz: ein Treffer bei zehn Versuchen vor dem Seitenwechsel.

Nun ließen die Eisvögel den Kampfgeist aus der Flasche und verkürzten auf minus fünf, ehe ein weiterer Marburger Lauf – 9 Punkte in Serie – bis zur 32. Minute für die Vorentscheidung sorgte (56:42). Erfreulich aus Marburger Sicht: Tonisha Baker und Diana Voynova, beide angeschlagen in die Partie gegangen, bissen auf die Zähne und setzten Akzente, wenn ihre Mannschaft sie brauchte.


Patrick Unger (Trainer Marburg):
„Wir haben 30 Minuten lang guten Basketball gespielt. Unser Game-Plan ist aufgegangen. Und dann haben wir zwischendurch aufgehört, zu spielen. Diese Aussetzer killen uns gegen andere Gegner. Aber Kompliment an Freiburg, sie haben nie aufgegeben. An den Rebounds müssen wir definitiv konzentrierter arbeiten. Aber wir haben einen großen Schritt Richtung Playoffs gemacht. Was wir besser machen als viele andere, ist, dass wir als Team agieren. Das Team kommt zuerst. Baker und Voynova wollten unbedingt für das Team spielen. In der Kabine sitzt auch keine mit hängendem Kopf, weil sie nicht so viel oder nicht so gut gespielt hat. Alle freuen sich fürs Team.“

Finja Schaake (Spielerin Marburg):
„Wir hatten viele Ups und Downs, sind schlecht gestartet und hatten im dritten Viertel eine katastrophale Phase. Es könnte eine Schwäche sein, dass wir uns ein bisschen dem Gegner anpassen. Freiburg spielt viel Run-and-Gun. Das haben wir mitgemacht und mit wenig System und dafür mit dem Kopf durch die Wand gespielt. Der Sieg heute war super wichtig, denn wir wollten nach den Ausrutschern in Nördlingen und Chemnitz nicht noch mehr Punkte verlieren. Die Stimmung im Team ist super, sogar noch besser als vorige Saison.“

Sascha Bozic (Trainer Freiburg):
„Ich bin zufrieden damit, wie wir das Spiel begonnen und uns im dritten Viertel zurückgekämpft haben. Dass wir die Rebounds gewonnen haben, ist schön. Aber mir wär lieber, wir treffen 40 Prozent und verlieren die Rebounds. Wir hätten den Sieg schon gerne mitgenommen. Aber jetzt kommen die Pflichtsiege gegen die direkte Konkurrenz. Die einzige Konstante bei uns ist die Unkonstanz. Das hat man heute wieder gesehen. Wenn – in Großbuchstaben und fett und unterstrichen – wir unser normales Potenzial abrufen und die kommenden Spiele so spielen, wie heute 30 Minuten lang, mache ich mir um den Klassenerhalt keine Sorgen.“


Fun Facts: 100. Bundesliga-Spiel für Trainer Patrick Unger (50-50), der zu Hause gegen Freiburg ungeschlagen bleibt (4-0), ebenso wie die Mannschaft in dieser Saison gegen alle Gegner (8-0). – 250. Hauptrunden-Sieg für den BC.

Fail Facts: Rebounds 42:46 verloren (kurios: bereits zur Halbzeit -4). – Elf Ballverluste in der zweiten Halbzeit. – Trotz der perfekten Heimbilanz: immer mindestens ein Viertel abgegeben.


Statistik
Marburg: Baker 6 Punkte, Bradley 5/1 Dreier (3 Ass., 3 Steals), Eggers (n.e.), Greunke 12/2 (10 Rebounds), Köppl 6 (4 Assists), Putz (n.e.), Schaake 10/1, Voynova 14, Wilke 5, Winterhoff 2, Yohn 2 (6 Ass., 3 St.). Feldwurfquote 40 Prozent (26/65), Freiwq. 75 (6/8), Reb. 42 (def. 31), Turnovers 16, Ass. 18, St. 13, Blocks 3, Fouls 16.
Freiburg: Greene 6 (8 Reb.), Hodapp 2, Hoffmann 2, Ilmberger 2 (8 Reb., 3 Bl.), McCarthy 12/1, Mestdagh 6/2, Ouedraogo 3/1, Rodefeld 2, Sabally 1, Vukoje 18/2 (3 Ass.), Weber. Feldwq. 29 (20/68), Freiwq. 62 (8/13), Reb. 46 (d. 27), TO 18, Ass. 8, St. 10, Bl. 5, F. 18.
SR: Lukas Fröhlich, Danjana Rey. Z: 450.
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