Marburg schnuppert beim Meister am Sieg

Mali Sola unterlag mit dem Pharmaserv-Team an alter Wirkungsstätte. Foto: Laackman/PSL
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Düsteres Schlussviertel

Damen-Basketball-Bundesliga: Herner TC – BC Pharmaserv Marburg 74:65.

Der BC Pharmaserv Marburg hat seine zweite Saisonniederlage eingesteckt. Beim Deutschen Meister Herner TC führten die Hessinnen über fast die kompletten ersten 30 Minuten. Im Schlussabschnitt hatten die Gastgeberinnen den längeren Atem. Marburg (Bilanz 3:2) liegt nun auf Platz sechs, Herne (4:2) auf drei. Für den BC erzielte Alex Kiss-Rusk die meisten Punkte (12).

Über drei Viertel bot Hessens einziger Erstligist im Damen-Basketball dem Deutschen Doublesieger mehr als Paroli. Bis zu acht Punkten betrug der Vorsprung der Gäste (27:19, 10. Minute; 35:27, 15.). Das Pharmaserv-Team ließ den Ball gut laufen und stand in der Verteidigung über weite Strecken gut. Herne musste die 24 Sekunden Angriffszeit fast jedesmal weit ausreizen und schlug aus seinem Größenvorteil kaum Kapital.

Herne führte in den ersten 30 Minuten nur zwei Mal (15:13, 7.; 51:50, 28.). In der kurzen Pause vor dem letzten Viertel (53:52 für den BC) fiel ein Teil der Hallenbeleuchtung aus – über dem Korb, auf den der HTC spielte. Zunächst wurde minutenlang versucht, das Problem zu beheben. Erfolglos.

„Man konnte aber noch spielen, und ich hab nie dran gedacht, dass wir das Spiel abbrechen sollten“, sagte BC-Trainer Patrick Unger. „Man sollte so fair sein und sich den Sieg verdienen. Und wir hätten es nicht verdient gehabt, vielleicht 20:0 zu gewinnen, obwohl wir so viel investiert haben.“

Herne wurde stärker und führte knapp fünf Minuten vor Ende erstmals mit fünf Punkten. Einen Dreier von Marburgs Alex Wilke konterte Eva Rupnik zum 68:63 (2:12 Minuten vor Schluss). Der BC geriet unter Zugzwang und blieb glücklos. Vier Treffer bei fünf Versuchen von der Freiwurflinie in den letzten 23 Sekunden reichten dem Favoriten zu einem deutlicheren Erfolg, als es der Spielverlauf war.

Patrick Unger (Trainer Marburg):
„Natürlich sind wir enttäuscht. Es ist bitter, das Spiel noch zu verlieren. Wir nehmen aber mit, dass wir offensiv eine tolle erste Halbzeit gespielt haben. Defensiv müssen wir noch besser spielen, 40 Punkte für den Gegner waren zu viel. Und, ich sage es immer wieder, wenn wir den Gegner unter 65 Punkte halten, ist alles gut. Wir haben teilweise gut verteidigt, müssen das aber die vollen 24 Sekunden durchziehen. Das ist Kopfsache. Vor allem in der zweiten Halbzeit ziehen wir zu viel Eins-gegen-eins, machen vorne Fehler, und vergessen dann zu verteidigen. Da waren wir nicht wach genug. Am Ende haben wir die Würfe nicht gut verteidigt und waren zu weit weg. Wenn man sieht, dass wir in der ersten Halbzeit 6 Ballverluste und 7 Assists hatten und in in der zweiten dann 11 Ballverluste und 2 Assists, dann sieht man, woran es lag.“

Mali Sola (Spielerin Marburg, früher Herne):
„Die erste Halbzeit war ganz gut, da hatten wir mehr Energie, in der zweiten Halbzeit hatte das Herne. Das ist ein Team, das nie nachlässt, sie brechen nicht ein und können immer noch nachlegen. Am Ende waren sie auch ein bisschen abgezockter. Laura Westerik hat uns da fast im Alleingang fertiggemacht. Da hätten wir smarter sein müssen. Wir haben aber vor allem in der ersten Halbzeit gezeigt, dass wir als Team super zusammenspielen können. Es war bis in die letzte Minute ein enges Spiel. Wir haben nicht ganz den Schritt nach vorn gemacht, den wir wollten, sind aber immerhin ein paar Zentimeter weitergekommen. Das ist positiv.“

Statistik: Herne – Marburg
Viertel: 21:27, 19:16, 12:10, 22:12.
Herne: Abaiburova 10 Punkte, Brajkovic 6 (9 Rebounds), Claesson, Fikiel 4, Frericks 4, Leonard 24/3 Dreier, Polleros, Rupnik 7/1, Sannes, Schmidt (n.e.), Westerik 19 (3 Steals), Zolper (n.e.).
Marburg: Baker 9, Bertholdt 9/1, Bonacker, Hegele (beide n.e.), Kiss-Rusk 12, Reeh, Schaake 5, Simon 5, Sola, Wagner 9/1, White 7/1, Wilke 9/1
SR: D.Rey, K.Kammann.

Fun Facts: Marburg gewinnt in der Bundesliga elf Spielviertel in Folge zum ersten Mal seit 06.02. bis 27.02.2010 (letztes in Halle (59:65-Niederlage), je vier gegen Nördlingen und in Saarlouis sowie die ersten beiden gegen Wolfenbüttel (82:64-Heimsieg)). Gleiches gelang dem BC vom 02.02. bis 23.02.2002 (die letzten drei in Freiburg (74:59-Sieg) sowie je alle vier gegen Halchter/Linden und Wasserburg). Das ist Team-Rekord. / 27 erzielte Punkte im ersten Viertel sind auswärts die meisten seit 04.11.2018 (27, 95:65-Sieg in Saarlouis).

Fail Facts: Zum ersten Mal erzielt Marburg in zwei aufeinanderfolgenden Spielen eine Freiwurfquote von unter 65 Prozent (64,7) seit 11. und 18.03.2017 (58,8; 57:67-Heimniederlage gegen Wasserburg / 57,7; 88:76-Auswärtssieg in Halle). / Erste Niederlage ohne Verlust des Rebound-Duells (diesmal 41:41) seit 29.04.2018 (+5 Rebounds, 60:78-Auswärtsniederlage in Herne). / 22 erzielte Punkte in der zweiten Halbzeit sind auswärts in der Bundesliga die wenigsten seit 29.04.2018 (22, 60:78-Niederlage in Herne).


Nächstes Spiel: Sonntag, 3. November, 16 Uhr, Bundesliga-Heimspiel gegen Rutronik Stars Keltern, Georg-Gaßmann-Halle.

(Die beiden für diese Woche angesetzten CEWL-Heimspiele gegen CSM Satu Mare werden verlegt, voraussichtlich auf 7. und 8. Januar.)

Alle Infos zum Pharmaserv-Team aktuell sowie exklusive Inhalte gibt’s direkt aufs Smartphone über die kostenlose offizielle Blue-Dolphins-App, bei Google Play und im App Store.

Bürgerreporter:in:

Marcus Richter aus Marburg

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