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Marburg gewinnt Kellerduell - Sonntag nach Freiburg

Theresa Simon machte gegen Halle eins ihrer offensiv besten Spiele im Marburger Trikot. Foto: Laackman/PSL
Das Herz am richtigen Fleck

Damen-Basketball-Bundesliga:
BC Pharmaserv Marburg – Gisa Lions SV Halle 77:74.

Einmal tief durchatmen! Der BC Pharmaserv Marburg hat sich gegen die zuvor punktgleichen Gisa Lions aus Halle im Kampf um den Klassenerhalt Luft verschafft. Nach starken ersten 15 Minuten und einer 20-Punkte-Führung mussten die Hessinnen bis zum Schluss zittern. Erfolgreichste Marburger Scorerin war Tonisha Baker.

Was nach einer knappen Viertelstunde nach einem entspannten Abend aussah, wurde zum Krimi. Von Beginn an war bei den Marburgerinnen der Wille da. Das Parkett dürfte blitzeblank poliert sein, so oft warfen sich die Spielerinnen im Kampf um den Ball auf den Boden. Ein bisschen Glück und ein gutes Händchen bescherten dem BC eine 40:20-Führung.

Doch auf einmal riss der Faden. Halles Löwinnen zeigten Zähne und machten elf Zähler am Stück. Kurz nach dem Seitenwechsel schien beim 48:33 für Marburg wieder alles im Griff. Auch beim 61:48 nach 30 Minuten bestand kein Grund zur Besorgnis. Zweieinhalb Minuten und zwölf unbeantwortete Halle-Punkten später schon.

Als die Gäste 6:25 Minuten vor Schluss zum 63:63 ausglichen, standen so manchem der 450 Zuschauer die Schweißperlen auf der Stirn. Doch die Fans ließen genauso wenig locker, wie das Pharmaserv-Team: Steffi Wagners Dreier mit der 24-Sekunden-Sirene brachte den BC wieder nach vorn. Und nach Tonisha Bakers Steal mit Fastbreak-Punkten (72:63) sah es 2:41 Minuten vor Schluss gut aus.

Aber nicht gut genug. Halle kam bei 55 Sekunden auf 71:74 heran. Erst ein weiterer Dreier mit dem Shotclock-Horn, diesmal durch Tonisha Baker, brachte bei 19 Sekunden die Entscheidung. Wusste aber noch keiner. Denn nach einem Halle-Dreier blieben noch 9,3 Sekunden. Halle ging auf Steal, nicht auf Foul. Und die Sirene im Marburger Jubel unter.

Durch den Erfolg rückt der BC um einen Platz auf Rang 9 vor, mit einer Bilanz von 5:12 punktgleich mit Heidelberg, allerdings mit dem gewonnenen direkten Vergleich. Auf Halle und den ersten Abstiegsplatz hat das Pharmaserv-Team nun einen Sieg plus den gewonnenen direkten Vergleich Vorsprung.

Schon am morgigen Sonntag treten die Marburgerinnen beim Tabellensechsten Freiburg an. Die Breisgauerinnen haben eine Bilanz von 9:8, kurioserweise mit negativer Korbdifferenz von -1. Ihre letzten vier Spiele beendeten die Eisvögel als Sieger und wurden in dieser Saison in eigener Halle nur von Keltern (Platz 1), Wasserburg (2) und Herne (Meister) geschlagen.


Patrick Unger (Trainer Marburg):
„Der Sieg war sehr wichtig. Eine Niederlage wäre zerschmetternd gewesen. Es ist schon eine besondere Situation: Marburg ist ein Standort mit viel Tradition. Vor allem die jungen Spielerinnen waren noch nicht in dieser Situation, da brauchen sie viel Zuspruch. Als Halle ausgeglichen hat, hatten wir das Herz diesmal am richtigen Fleck und haben in den wichtigen Situationen weiter den Korb attackiert und die Big Points gemacht. Wir hatten heute eine gute Einstellung, eine gute Intensität und haben den Ball viel bewegt, wie man das gegen Halles Verteidigung machen muss. Und wir haben uns nicht mit Fehlern aufgehalten, sondern einfach weitergespielt. Ich hoffe, dass uns dieser Sieg einen Push gibt. Freiburg wird eins der schwersten Spiele der Saison. Die haben uns im Hinspiel auseinandergenommen [68:88]. Für uns gibt es zwei Schlüssel: Wir müssen gut regenerieren, und wir müssen uns gut auf deren Verteidigung einstellen. Sie spielen sehr schnell, das müssen wir stoppen.“

Theresa Simon (Spielerin Marburg):
„Wir haben zwar irgendwann unseren Rhythmus verloren, aber wir haben nicht aufgegeben und sind nicht auseinandergefallen wie gegen Wasserburg [68:88]. Diesmal haben wir als Team zusammengehalten, uns gegenseitig gepusht und die Ruhe behalten. Auch als Halle am Schluss Full-Court verteidigt hat, haben wir die Kontrolle behalten. Nach Freiburg fahren wir natürlich, um zu gewinnen. Wir wollen da mit viel Energie reingehen und wieder alle an einem Strang ziehen.“


Statistik: Marburg – Halle 77:74.
Viertel: 28:15, 17:18, 16:15, 16:26.
Marburg: Baker 18 Punkte/1 Dreier (3 Steals), Ivashchanka 8, Klug, Reeh, Schaake 7/1, Simon 15, Sola 3/1, Wagner 8/1, Wilke 9/1 (3 Assists), Yohn 9/1.
Halle: Aleksic 9/3 (4 Ass.), Belusova, Budimir 2, Coleman 27/5, Hebecker 3/1, Henningsen, Kampouraki, Kasparkova 11, Korinek 2, Mercer 17 (10 Rebounds), J.Schinkel (n.e.), L.Schinkel 3.
SR: S.Koudela, C.Theis, Z: 450.


Fun Facts: 600. Bundesliga-Spiel des BC Marburg. / Erster Marburger Sieg trotz verlorenem Reboundduell (35:37) seit 02.02.2019 (32:34 beim 91:86-Heimsieg gegen Saarlouis). / Erster Marburger Heimsieg mit drei oder weniger Punkten Vorsprung auf nationaler Ebene seit 16.12.2017 (selbes Ergebnis, 77:74 gegen Hannover). Allerdings: Am 10.11.2018 gab’s ein 104:99 nach Verlängerung gegen Nördlingen. / 25 Marburger Freiwurftreffer (29 Versuche) sind in einem Bundesliga-Heimspiel die meisten seit 03.12.2016 (30/35 gegen Halle). / Keine Mannschaft aus Halle erzielte in den 24 Auftritten in Marburg mehr als 77 Punkte (und bei einem Sieg höchstens 75; Bilanz 6:18). / Tonisha Baker rückt in der Team-Historie seit dem Wiederaufstieg 1992 bei den Punkten in den Hauptrunden- und auch in allen Bundesliga-Spielen auf Platz 7 vor. / Theresa Simon stellt mit 15 Punkten einen persönlichen Bundesliga-Rekord im BC-Trikot auf.

Fail Facts: In 19:25 Minuten eine 20-Punkte-Führung verspielt (40:20, 15.; 63:63, 34.), und in 3:35 Minuten eine 13-Punkte-Führung (61:48, 30.; 63:63, 34.) / Im fünften Bundesliga-Spiel in Folge die Rebounds nicht gewonnen.


Nächstes Spiel: Sonntag, 16. Februar, Bundesliga-Auswärtsspiel bei den Eisvögeln USC Freiburg, Uni-Halle 2.


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