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Interview mit Hanna Reeh und Kim Winterhoff

Gegen Chemnitz bestritt Hanna Reeh ihr erstes Bundesliga-Spiel. Foto: Melanie Schneider
 
Foto: Melanie Schneider
Marburg: Georg-Gaßmann-Halle | Hanna Reeh und Kim Winterhoff stehen meist nicht so im Mittelpunkt der Berichterstattung. Grund genug, dies zu ändern.

In unserer Regionalliga-Mannschaft gehört Hanna Reeh zu den Leistungsträgerinnen. Am ersten Spieltag bestritt die 16-Jährige ihr erstes Damen-Bundesliga-Spiel. Damit war die gebürtige Gießenerin die 120. Spielerin, die seit dem Wiederaufstieg 1992 für Marburg in der höchsten deutschen Spielklasse eingesetzt wurde. Hier lernt ihr Hanna näher kennenzulernen.

Du gehst noch zur Schule?
Hanna: Ich gehe in die 11. Klasse der Freien Waldorfschule Marburg. Ich kann meinen Namen tanzen :)) finde Naturwissenschaften spannend und auch die praktischen Fächer wie zum Beispiel Schneidern, Schreinern und Kupfertreiben. Es gibt eigentlich keine Fächer, die ich überhaupt nicht mag.

Seit wann spielst du Basketball?
Hanna: Angefangen habe ich mit neun Jahren hier beim BC Marburg. Ich bin ganz zufällig darauf gekommen. Ich war einmal bei einem Training, es hat mir gut gefallen und ich bin dabei geblieben. Meine ersten Trainerinnen waren Sandra Weber und Hicran Özen.

Was findest du am Basketball so toll?
Hanna: Anfänglich habe ich parallel noch Tennis gespielt, mich dann aber für Basketball entschieden, weil es eine Mannschaftssportart ist, bei der man gemeinsam auf dem Platz für den Sieg kämpft – so ein Team ist wie eine kleine Familie.

Wie oft trainierst du in der Woche?
Hanna: Zwei Mal im Marburger Regionalliga-Team, ein Mal in der 2. Bundesliga in Grünberg (obwohl ich da nicht spiele), auf Abruf bei der 1. Bundesliga und dann habe ich noch Individualeinheiten und Athletik. Es ist schon ein bisschen stressig mit der Fahrerei, aber dank Mama und Papa kriegen wir es ganz gut geregelt :)

Was kannst du über deine Trainer Frank Arnold (Regionalliga) und Patrick Unger (Bundesliga) sagen?
Hanna: Beide kenne ich schon eine gefühlte Ewigkeit. Sie haben mich – beide auf ihre eigene Art – immer wieder darin bestärkt, weiter an mir zu arbeiten und bei Rückschlägen nicht aufzugeben. Von beiden habe ich gelernt, dass der Spaß am Basketball, der Glaube an sich selbst und natürlich auch harte Arbeit einen Schritt für Schritt weiterbringen.

War die Bundesliga schon immer dein Ziel?
Hanna: Es war eigentlich schon immer ein Traum von mir, 1. Bundesliga hier in Marburg zu spielen, aber ich weiß, dass es noch viel Arbeit ist bis dahin. Patti hat mich angesprochen, ob ich nicht mit der Mannschaft trainieren möchte und ich habe mich natürlich riesig darüber gefreut.

Wie war das, als zum ersten Mal in der Bundesliga eingelaufen bist?
Hanna: Eine totaler Gänsehautmoment und ich habe jede Sekunde genossen. Als ich ins Spiel kam, war ich schon sehr nervös, aber da ich mich in der Mannschaft total wohlfühle und auch super aufgenommen wurde, hat es mir einfach nur Spaß gemacht.

Wie sehen deine sportlichen Ziele aus?
Hanna: Ich möchte mit dem Regionalliga-Team natürlich so viele Spiele wie möglich gewinnen, weiter hart an mir arbeiten und so einen Schritt nach dem anderen machen.

Hast du ein Motto?
Hanna: Everything will be okay in the end, if it´s not okay, it´s not the end. (Am Ende wird alles gut – wenn es nicht gut ist, ist es nicht das Ende.)



Unsere eigentliche Nummer 15 muss noch auf ihren 40. Bundesliga-Einsatz warten. Im Training vor dem ersten Spieltag hat sich Kim Winterhoff verletzt. Dennoch war sie bisher bei allen Spielen dabei und hat ihre Mannschaft von der Bank aus unterstützt. Wir haben mal gefragt, wie es ihr da so ergeht.

Was hast du genau für eine Verletzung?
Kim: Ich habe mir die Plantarfaszie angerissen. Das ist eine Sehne, die unter dem Fuß ist. Wie lang das dauert und wann ich wieder spielen kann, ist noch nicht klar. Der letzte Stand war, dass es vier bis sechs Wochen dauert.

Hattest du vorher schon mal so lange Verletzungspausen?
Kim: Nein, bisher hatte ich immer recht viel Glück und war höchstens mal zwei Wochen raus, weil ich mir die Bänder im Fuß gerissen hab.

Was ist die dümmste Frage, die du zu deiner Verletzung gestellt bekommen hast?
Kim: Keine dumme Frage, aber die „beste“ Aussage dazu war, dass ich ja schnell spielen müsse und man hoffe, dass es innerhalb von zweieinhalb Stunden wieder geht und ich spielen kann.

Wie schätzt du die ersten Spiele unserer Bundesliga-Mannschaft ein?
Kim: Ich denke, dass wir wieder gut aufgestellt sind und vor allem unser Team-Play gut klappt. Wir versuchen, das beste Defense-Team der Liga zu sein und schaffen es bisher ganz gut, unsere Gegner unter der für uns gesetzten Marke zu halten.

Wie fühlt sich das an, wenn du auf der Bank sitzt und nicht mitspielen kannst?
Kim: Es ist schon schwer, gerade da es zu Beginn der Saison passiert ist und ich motiviert bin zu spielen. Aber das werde ich auch sein, wenn ich wieder spielen kann.

Manchmal schreibst du da auf der Bank irgendwas mit. Was denn genau?
Kim: Ich helfe unserem Co-Trainer Andi Steinbach dabei zu scouten. Ich achte darauf, wie oft wir unser Spiel aufziehen, schnell spielen können und rebounden.
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