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Hockey: Abstiegsgefahr nach Doppelwochenende vorerst gebannt

Abstiegsgefahr nach Doppelwochenende vorerst gebannt – Marburger Hockeyherren nach Siegen gegen Kronberg und Frankfurt auf dem 5. Tabellenplatz

Die 1. Herren vom VfL Marburg hatten an diesem verlängerten Wochenende gleich doppelt Gelegenheit, sich vom Tabellenkeller der Oberliga Hessen abzusetzen. Fast noch größere Bedeutung hatte das Donnerstagsspiel gegen MTV Kronberg als direkten Verfolger. Dank eines 4:2-Sieges konnten die Kronberger auf Distanz gehalten werden, mit einem 3:1 gegen SC 1880 Frankfurt III konnte der Positivtrend der letzten Wochen weiter fortgesetzt werden.

Ein Nachholspiel aus der Vorrunde bot Marburg die erste Chance, sich aus dem unteren Tabellendrittel zu lösen. Gegner Kronberg hatte mit 5 Punkten zwei Zähler Rückstand auf den VfL und hätte vorbeiziehen können, wenn sie das Spiel für sich entschieden hätten. Mit einem Sieg wiederum hätte sich Marburg mehr Luft nach unten verschaffen können. Beiden Mannschaften war von Beginn der Partie an anzusehen, dass diese Voraussetzungen viel Platz in den Köpfen einnahmen. Gastgeber Marburg zeigte sich technisch überlegen, ohne überzeugende Feldvorteile herausarbeiten zu könnten.

Mit einigen Nachlässigkeiten im Abspiel und einem nervösen Spielaufbau bot Marburg der jungen Gästemannschaft aus Kronberg die Gelegenheit, ins Spiel zu kommen. Diese überraschten damit, dem erfahreneren Team von der Lahn den Schneid abkaufen zu können. Nach einem Fehler im Aufbau konnte Kronberg sogar in Führung gehen. Beim 0:1 war VfL-Goalie Steiner chancenlos, der Ball schlug unhaltbar ins lange Eck ein, nachdem ein Pass von den Außen direkt verwertet wurde. Gastgeber Marburg war angeschlagen und blieb weiter hinter den eigenen Ansprüchen und Möglichkeiten zurück. Vor dem Halbzeitpfiff fiel nach einigen erfolglosen Angriffsversuchen auf Seiten der Marburger doch noch der Ausgleich. Einen Torschuss von Daniel Keil vom Schusskreisrand konnte der Kronberger Torwart noch parieren, Felix Bonn sicherte sich jedoch den Abpraller, legte quer auf Mathias Döring, der aus kurzer Distanz zum 1:1 einschob.

In der zweiten Hälfte startete Marburg defensiver und stellte das Pressing im Aufbau der Gäste vorerst ein. Kronberg kam viel stärker aus der Pause und dominierte die ersten Minuten der zweiten Halbzeit, ging nach wenigen Minuten wieder in Führung. Marburg war der Ärger über das eigene Auftreten zunehmend anzumerken. Trotz der besseren Spielanlagen zeigten sich die VfL-Spieler harmlos in den Zweikämpfen und ideenlos im Aufbau. Am Ende gingen trotzdem die Hausherren als Sieger vom Platz, weil ihnen die letzten 8 Spielminuten reichten, um das Spiel zu drehen.
Erst sorgte Mathias Döring per Strafecke erneut für den Ausgleich, nur wenige Minuten später war es wieder Döring, der für die Marburger Führung sorgte. Nach einem schönen Anspiel im Kreis drehte sich Döring um den Kronberger Schlussmann und vollstreckte zur erstmaligen Marburger Führung. Kronberg war jetzt bereits geschlagen, der VfL spielte weiter das Hockey, dass er fast 60 Minuten vermissen ließ. Den Schlusspunkt setzte die Nachwuchsabteilung mit einem schönen Zusammenspiel über drei Stationen: Felix Aulbach setzte mit einem Steilpass Armin Keim in Szene, der legte quer auf Fabian Hues, der ohne Probleme zum 4:2 vollendete.

Dem ersten Befreiungsschlag folgte am Sonntag gleich der zweite. Gegen die dritte Mannschaft vom SC 1880 Frankfurt, die gewohnheitsgemäß mit einer Mischung aus erfahrenen Spielern und jungen Nachwuchstalenten nach Marburg reiste, bedeutete der Sieg den Anschluss ans Tabellenmittelfeld. Dabei zeigte Marburg bei dieser Partie gerade in der zweiten Halbzeit ein anderes Gesicht als noch beim Spiel zuvor. Von der ersten Minute an hatte der Gastgeber deutliche Feldvorteile, konnte nur nicht mit zwingenden Aktionen in den Schusskreis eindringen.

Die erste Halbzeit wäre von der optischen Überlegenheit her an Marburg gegangen, wäre nicht der obligatorische Gegentreffer zum 0:1-Rückstand gefallen. Wie schon in vier Spielen zuvor konnte Marburgs Gegner in Führung gehen. SC-Spieler Benedikt Klune scheiterte nach einem sehenswerten Solo-Lauf im ersten Versuch noch an VfL-Torhüter Max-Fabian Steiner, konnte im Nachfassen aber zum 0:1 einschieben. Die Gastgeber zeigten sich wenig geschockt und nutzten weiter die Räume, die ihnen gelassen wurde. Lediglich der letzte tödliche Pass in den gegnerischen Strafraum fehlte. Mit dem 0:1 starteten die Mannschaft in die zweite Halbzeit, in der Marburg von der ersten Minute an klarmachte, dass es bei dem Ergebnis nicht bleiben würde.

SC 1880 wurde massiv unter Druck gesetzt und ein wichtiger von vielen Ballgewinnen im Mittelfeld führte zum Ausgleich. Hermann Stelzner, der eine hervorragende zweite Hälfte spielte, luchste seinem Gegenüber an der Mittellinie den Ball ab, gab weiter an Daniel Keil, der mit einem Pass in die Tiefe Kapitän Moritz Großer erreichte. Großer, der am Donnerstag noch gefehlt hatte, verwandelte trocken zum 1:1. Nur zwei Minuten später leitete Stelzner den nächsten Treffer ein. Sein Freistoß von der Seitenlinie fand seinen Weg zu Florian Gottschalk, der die Hereingabe zum 2:1-Führungstreffer verwandelte. Die nächsten Minuten drückte Marburg weiter, verpasste aber weitere Gelegenheiten. Frankfurt bäumte sich noch einmal auf und die Truppe um den ehemaligen VfL-Spieler Marc Behrendt fuhr einige Angriffe, die spätestens von der gewohnt sicheren Marburger Abwehr jedoch vereitelt wurden.

Für die Vorentscheidung sorgte Mathias Döring mit seinem Treffer zum 3:1. Wieder war es Stelzner, der den entscheidenden Pass gab. Mit einer perfekten Kopie seines Treffers zum 4:2 vom Donnerstag konnte Döring den Gästetorwart überwinden, nachdem er sich mit dem Rücken zum Tor stehend rausgedreht hatte, um das Spielgerät am Torwart vorbei ins Tor zu drücken.

6 Punkte aus zwei Spielen und nun 5 Punkte von einem Abstiegsplatz entfernt – ein rundum gelungenes Wochenende für Marburg. Nach einem 5:2 von Kronberg gegen 1. THC Hanau II und einer erneuten Niederlage für den HC Kassel belegt der VfL Marburg nun den 5. Tabellenplatz der Oberliga Hessen mit 13 Punkten vor Hanau (10), Kronberg (8) und Kassel (6). Das nächste Wochenende ist spielfrei, eine Woche später kommt es zur wohl vorentscheidenden Partie in Kronberg. Mit einem Sieg gegen den MTV könnte sich Marburg wohl vorzeitig den Klassenerhalt sichern.

Daniel Keil
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