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Heimsieg gegen Göttingen

Paige Bradley war gegen Göttingen mit elf Punkten zweiterfolgreichste Punktesammlerin des Pharmaserv-Teams. Foto: Melanie Weiershäuser
Drittes Viertel bringt die Wende

Planet-Photo-DBBL: BC Pharmaserv Marburg – BG 74 Veilchen Ladies Göttingen 70:63.

Durch den Heimsieg gegen den Tabellenvorletzten hat sich das Pharmaserv-Team die Chance auf Startplatz drei für die Playoffs erhalten. Das wird beim Restprogramm (siehe unten) allerdings nicht einfach. Nach der Niederlage des bisherigen Tabellenvierten, Bad Aibling, beim Spitzenreiter Keltern rückt der BC (Bilanz 12:7) immerhin vom fünften Rang eine Position nach vorne.

Endlich war die Georg-Gaßmann-Halle mal wieder gut gefüllt. Möglich machten das unter anderem die Sponsoren des Tages: die Sparkasse Marburg-Biedenkopf und die Deutsche Leasing. Die Zuschauer sahen eine abwechslungsreiche, intensive und spannende Begegnung.

Die akut abstiegsbedrohten Göttingerinnen (Platz 11, Bilanz 4:15) bestimmten die erste Viertelstunde. Zwar hatte das Pharmaserv-Team von Beginn an die Rebound-Hoheit (am Ende 50:25), doch machte es zu wenig daraus. Gegen die aggressive Gäste-Verteidigung leistete sich der BC viele Ballverluste. Mit 24:13 lagen die Veilchen Ladies in der 13. Minute vorn.

Dann fanden die Lahnstädterinnen besser ins Spiel. Nach sieben Ballverlusten allein im ersten Abschnitt, kamen in den verbleibenden 30 Minuten nur noch genau so viele dazu. Die Folge: mehr Abschlüsse, mehr Treffer. Bis zum Seitenwechsel kämpfte sich Marburg auf 30:33 heran und drehte die Partie mit einer 11:0-Serie zum 44:37 (26. Minute).

War die Dreier-Bilanz in den ersten 30 Minuten beim BC mager (3/13), klingelte es im Schlussdurchgang ganze sechs Mal von außen im Göttinger Korb. Insgesamt sieben Marburgerinnen trafen von jenseits der 6,75-Meter-Markierung. Bis zum 56:61 (35.) blieb der Aufsteiger dran. Gut zwei Minuten vor dem Ende sorgte Paige Bradley aus der Distanz mit dem 70:60 für die Entscheidung für Hessens einzigen Erstligisten im Damen-Basketball.


Patrick Unger (Trainer Marburg):
„In der ersten Halbzeit haben wir oft ohne Intensität gespielt. Wir haben zu viele leichte Körbe zugelassen und uns zu viele Ballverluste geleistet. Wir wollten dann bis zur Halbzeitpause auf drei Punkte rankommen, das hat genau geklappt. Aus der Kabine sind wir dann mit Feuer rausgekommen. Wir hatten mehr Spielwitz und haben das Tempo bestimmt. Unsere vier Großen, Svenja [Greunke], Diana [Voynova], Marie [Bertholdt] und Steffi [Wagner], haben die Mannschaft mitgerissen. Wir müssen aus dem ersten Viertel lernen, dass wir von Anfang an mit Selbstvertrauen und nicht nur mit 70 Prozent Intensität spielen.“

Mali Sola (verletzte Spielerin Marburg, nach Kreuzband-OP erstmals wieder in der Halle):
„Es hat mich gefreut, wieder hier zu sein und alle wiederzusehen. Es war heute eine coole Stimmung. Am Anfang haben wir nicht gut im Eins-gegen-eins verteidigt und dumme Fehler gemacht. In der Halbzeitpause hat uns Patrick [Unger] wachgerüttelt. Jede hat ihre Einstellung geändert und ist viel aggressiver rausgekommen. Und wir haben dann besser als Team zusammengespielt. Über die Defense haben wir auch offensiv ins Spiel gefunden.“

Giannis Koukos (Trainer Göttingen):
„Es war ein enges Spiel. Insgesamt haben wir 35 Minuten lang gut gespielt. Marburg hat mehr Erfahrung, das hat den Ausschlag gegeben. Jetzt werden wir in den nächsten drei Spielen nochmal kämpfen, um den Klassenerhalt zu schaffen. Marburg wünsche ich für das CEWL-Final-Four viel Erfolg. Es ist schön, dass sie Deutschland international repräsentieren.“


Statistik
Viertel: 9:16, 21:17, 20:12, 20:18.
Marburg: Baker 7 Punkte (4 Assists), Bertholdt 9/1 Dreier (8 Rebounds), Bradley 11/3, Greunke 13/1 (9 Reb., 3 Ass., 3 Blocks), Schaake 9/1, Voynova 9 (12 Reb., 4 Ass.), Wagner 3/1, Wilke 3/1, Winterhoff (n.e.), Yohn 6/1.
Göttingen: Crowder 3/1 (6 Ass., 3 Steals), Dobrobiak 2, Donders 5, Flasarova 15/2 (4 Ass.), Janning 3/1, Karambatsa 4, Lücken, Nguyen (n.e.), Pierce 13/1, Smith 2, Warner 16 (10 Reb.).
Schiedsrichter: N.Brendel, P.Sobieszuk; Zuschauer: 650.


Fun Facts: Achter Heimsieg in Folge (fünf davon in der Liga). – 70 erzielte Punkte hatten zuvor seit 364 Tagen nicht für einen Heimsieg gereicht (66:57 gegen Herne). – 57,9 Prozent ist die schlechteste Freiwurfwurfquote seit 18.03.2017 (57,7 in Halle) und zu Hause seit 12.11.2016 (50 gegen Saarlouis), auch diese beiden Spiele wurde gewonnen. – 50 Rebounds sind die meisten seit 27.11.2016 (52 in Wasserburg, Spiel wurde verloren). – Nach weniger als zehn erzielten Punkten im ersten Viertel zu Hause wurde zuvor zuletzt am 31.10.2010 gewonnen (8:16 gegen Donau-Ries, 66:45). – Katie Yohn erzielt ihren 202. Dreier in der Bundesliga (inkl. Playoffs) und klettert in der ewigen Mannschaftsrangliste auf Platz 2.

Fail Fact: 9 Punkte im ersten Viertel sind zu Hause die wenigsten seit 14.11.2015 (8:16 gegen Wasserburg, Spiel wurde verloren).


Restprogramm
3. Herne (13 Siege): Hannover (heim/9 Siege), Marburg (auswärts/12), Chemnitz (h/7).
4. Marburg (12): Wasserburg (a/15), Herne (h/13), Nördlingen (a/10).
5. Aibling (12): Heidelberg (a/6), Halle (h/3), Göttingen (a/4).
6. Donau-Ries (10): Keltern (h/16), Hannover (a/9), Marburg (h/12).
7. Hannover (9): Herne (a/13), Donau-Ries (h/10), Keltern (a/16).
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