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Heimsieg gegen Bad Aibling: Geduldsprobe bestanden

Svenja Greunke war für Marburg im Heimspiel gegen Bad Aibling die Topscorerin. Foto: Melanie Weiershäuser
Marburg: Georg-Gaßmann-Halle | Planet-Photo-DBBL: BC Pharmaserv Marburg – Bad Aibling Fireballs 93:79.

Dritter Sieg in Folge für Marburgs Erstliga-Basketballerinnen. Ein starke Trefferquote (46 Prozent) und schönes Kombinationsspiel (24 Assists) waren die Garanten dafür.

Vor der Partie wurden alle Beteiligten auf eine Geduldsprobe gestellt. Die Gäste aus Bad Aibling standen stundenlang im Stau. Das Spiel wurde in Absprache mit Schiedsrichtern und Ligaleitung auf anderthalb Stunden nach der ursprünglichen Ansetzung verlegt.

Drei Minuten vor der Frist eilten die Fireballs in die Halle. Ohne Aufwärmen ging es aufs Parkett. Die Leistung des Vorjahressechsten ist daher umso beachtlicher. Ein starkes zweites Viertel reichte den Marburgerinnen zum dritten Sieg im fünften Ligaspiel.

11:10 und 14:13 hatten die Oberbayerinnen Mitte des ersten Abschnitts gar geführt. Dann zog das Pharmaserv-Team von der elften Minute bis kurz vor dem Seitenwechsel von 21:19 auf 51:32 davon. In der 23. Minute führten die Gastgeberinnen gar mit 63:40. Die Partie schien gelaufen.

Während die klare Führung das Pharmaserv-Team zu lähmen schien, besannen sich die Fireballs sich auf ihr Vereinsmotto „mia brennan“, auf Hochdeutsch: „wir brennen“. Auf 64:74 (32.) kam die Mannschaft aus dem Mangfalltal heran.

Dann flogen nach und nach Destinee Young (Unsportliches und Technisches Foul, 35.), Trainer Milos Kandzic (Technische Fouls, 33. / 37.) und Alina Hartmann (fünftes Foul, 37.) raus. Die Gäste nur noch zu fünft und ohne Trainer. Spätestens dann stand der Sieger fest.


Patrick Unger (Trainer Marburg):
„Die Regularien sagen, wir müssen eine halbe Stunde warten. Wir haben 90 Minuten gewartet. Ich weiß nicht, wie andere Leute das sehen, aber ich würde sagen, das ist kulant. Vielleicht war es physisch ein Vorteil, dass wir uns aufwärmen konnten und Bad Aibling nicht. Aber wir mussten seit 18 Uhr in der Halle warten. Da war es schwer, die Spannung zu halten. Und wir hatten am Anfang ein ausgeglichenes Spiel. Wir haben eine brutal gute Offensivleistung von uns gesehen mit einer hohen Trefferquote. Als wir dann besser beim Rebound ausgeboxt haben, hatten wir einen kleinen Lauf, der uns ein bisschen weggebracht hat. In der Halbzeit haben wir gesagt, die 16 Punkte sind nicht genug. Wir wollten es über 20 kriegen. Das haben wir geschafft. Aber dann haben wir für ein paar Minuten geschlafen und nicht unseren Stiefel weitergespielt. Und der Gegner ist zurück ins Spiel gekommen. Dennoch hatten wir das Spiel weitgehend unter Kontrolle. Aber mit 73 Punkten beim Gegner kann ich nicht zufrieden sein.“

Svenja Greunke (Spielerin Marburg):
„Ich hatte gedacht, ich hätte schon alles erlebt in dieser Liga, aber es gibt immer noch was Neues. Es waren ein bisschen schwierige Bedingungen, aber dafür haben wir ein ganz ordentliches Spiel gezeigt. Das ging in meinem Kopf immer hin und her: Wir spielen, wir spielen nicht, wir spielen … Wir wollten spielen und nicht der Grund sein, dass Bad Aibling Punktabzug bekommt. Aber wir wollten eine feste Zeit haben, damit wir unsere normale Routine machen können. Bad Aibling hat auch die letzten Spiele nicht schlecht gespielt. Sie spielen locker drauf los und haben Selbstbewusstsein. Wir wussten aber auch, dass wir die größere Rotation haben. Vom Ergebnis ist es vielleicht nicht so deutlich geworden, aber vom Spielverlauf denke ich schon. Wir haben es aber immer noch nicht geschafft, 40 Minuten auf unserem besten Niveau zu spielen. Dass Bad Aibling gerade von außen gut werfen kann, wussten wir, haben aber ein paar Sachen zu einfach zugelassen. Wir haben aber immer wieder zu unserem Spiel zurückgefunden.“

Milos Kandzic (Trainer Bad Aibling):
„Wir haben fast vier Stunden im Stau gestanden. Wir haben Marburg gefragt, ob wir das Spiel auf morgen oder einen anderen Termin verlegen können. Aber Marburg hat gesagt, sie hätten keine Zeit wegen des Europacups. Wir hätten dann gerne um 21 Uhr gespielt, um wenigstens 30 Minuten Warm-up zu haben. Aber das wurde abgelehnt. Und dann kommen wir hier um 20.30 Uhr praktisch vom Bus aufs Feld. Das finde ich nicht so gut. Unsere Mädels haben nicht so gut gespielt, sie hatten keine Konzentration. Marburg hat sehr gut gespielt, hatte eine gute Wurfquote und war sehr gut vorbereitet vom Trainer. Ich gratuliere meinem Kollegen. Normalerweise spielen wir nicht 2-3-Zone. Aber ohne Warm-up mussten wir mit Zone anfangen, damit sich niemand verletzt. Mein Kader ist schon so viel zu klein. Das Spiel heute vergessen wir und bereiten uns auf Chemnitz vor.“


Statistik
Viertel: 21:17, 30:18, 22:22, 20:22.
Marburg: Baker 12 Punkte, Bertholdt 7 (3 Assists), Bradley 3/1 Dreier (7 Ass.), Greunke 25/5 (7 Rebounds), Schaake 22/4, Voynova 8, Wagner 6/1 (6 Reb., 3 Ass.), Wilke (n.e.), Winterhoff, Yohn 10/2 (4 Ass.).
Bad Aibling: Engeln 12/1 (7 Reb., 3 Ass.), Hartmann 8/2, Kancevic 4, Recoura 11/1 (3 Ass., 3 Steals), Sherbert 24/4 (9 Reb., 3 Ass.), Waters 9/1 (6 Reb.), Young 11.
SR: Nicolas Brendel, Kerstin Kammann. Z: 300.

Fun Facts: Marburg jedes Heimspiel gegen Bad Aibling gewonnen (5). – Erster Sieg in der Liga bei 79 oder mehr Gegenpunkten seit 21.01.2012 (85:79 gegen Rhein-Main, für die damals Svenja Greunke 17 Punkte erzielte). – Finja Schaake in der Hauptrunden-Mannschaftsstatistik seit 1992: alleiniger Platz 3 bei Zahl der Einsätze (168), rückt mit 150 Dreiern auf Platz 3 vor, und mit 1442 Punkten auf Platz 6. – Svenja Greunke ist die 13. Marburgerin (seit 1992), die in einem Spiel mindestens fünf Dreier trifft.

Fail Fact: Im neunten Spiel gegen Bad Aibling zum ersten Mal mehr als 67 Punkte zugelassen.
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