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„Goldenes Tor“ verhindert Sensationssieg

Goalie Tino Göhler leitet einen Konter ein
 
In der Verteidigung geht es hart zur Sache
Marburg Saints zwingen Favoriten Frankfurt in die Verlängerung und unterliegen 8:7

Am Ende jubelten doch die Frankfurter. Mit einem Golden Goal in der dritten Verlängerung erzwangen die Favoriten und mehrmaligen Deutschen Meister des SC 1880 Frankfurt den Sieg über bärenstark aufspielenden Marburg Saints des VfL 1860 Marburg.

Bei perfekten Lacrosse Bedingungen waren die Saints am Samstag den 9.4.2011 nach Frankfurt gereist um sich als Favoritenschreck zu beweisen. Der direkte Nachbar hatte sich in der Vergangenheit als einer der härtesten Gegner der Saints erwiesen. Erstens weil einige ehemalige „Heilige“ nun in den Reihen der Frankfurter spielen, andererseits weil das Hessenderby immer etwas Besonderes für die Lahnstädter ist. Head Captain Jeff Struble sagte vor dem Spiel: „Wann immer wir die roten Trikots der Frankfurter sehen scheinen wir Angst vor ihnen zu bekommen.“ Doch davon war von Anpfiff an nichts zu sehen, im Gegenteil die Saints spielten mutig gegen die Frankfurter auf und ließen vor allem mit solider Verteidigungsarbeit wenig Chancen zu.

Die Frankfurter Offense brauchte mehrere Minuten um zu erwähnenswerten Torabschlüssen zu kommen, jedoch konnten die Lahnstädter nicht verhindern, dass die Frankfurter schließlich mit einem sehenswerten Schuss aus dem Rückraum in Führung gingen. Doch entgegen der Frankfurter Erwartungen steckten die Saints nicht auf, im Gegenteil, die Angriffe der Lahnstädter wurden verbissener und das Spiel verlagerte sich in die Hälfte der Frankfurter. So dauerte es nur wenige Minuten bis die Saints verdientermaßen ausglichen. Nun wogte das Spiel hin und her. Zum Ende des ersten Quarters führte Frankfurt 2:1. Das energisch und sehr körperlich geführte Duell ging direkt im zweiten Quarter weiter. Kein Groundball wurde verloren gegeben und beide Seiten spielten mit hohem Tempo.
Zum Ende des zweiten Quarters hatten die Marburger Spieler ein 3:3 erkämpft mit dem es in die Pause ging. Coach Letourneau heizte seinen Spielern für die zweite Hälfte erneut ein und nahm kleinere Umstellungen in der Abwehr der Saints vor.

Die zweite Hälfte begann mit einem erneuten Frankfurter Ballbesitz. Die Marburger Face Off’er konnten, trotz viel Einsatz, dem überragenden Frankfurter Spieler den Ball nicht streitig machen, so schafften es die Frankfurter nach fast jedem Face Off in Ballbesitz zu bleiben. Die Marburger erspielten sich nun mehr Chancen, auch wenn die Frankfurter mehr Ballbesitz hatten und in der Offensive bisweilen etwas Zeit verschleppten. Gegen Ende des dritten Quarters lagen die Saints dennoch in Führung, da sowohl die Neuentdeckung in der Attack, Sebastian Leja, als auch Christian Theis ihre Chancen eiskalt nutzen.

Im vierten Quarter gerieten die Saints früh in Rückstand, konnten sich jedoch zur Mitte des Quarters hin aufrappeln. Middie Sebastian Kupka gewann im Anschluss an das Frankfurter Führungstor einen Face Off und der von ihm eingeleitete Angriff ließ die Lahnstädter direkt wieder ausgleichen. Sieben Minuten vor Schluss gingen die Marburger erneut in Führung.
Der Sensationssieg kündigte sich schon an und wurde von den mitgereisten Fans bereits gefeiert, doch Frankfurt behielt die Nerven. Vier Minuten vor Schluss glichen die Südhessen erneut aus. In den letzten Minuten war Marburg am Drücker und drängte auf den Sieg, aber verfehlte das Tor zweimal knapp.

Da es im Lacrosse kein Unentschieden gibt, ging das Spiel für 2 mal 4 Minuten in die Verlängerung. Beiden Teams merkte man nun die Müdigkeit an. Während sich die erste Verlängerung in Marburgs Hälfte abspielte und Saints Goalie Tino Göhler zweimal in höchster Not retten musste, pressten die Heiligen in der zweiten Verlängerung erneut auf das Frankfurter Tor, doch auch hier wollte kein Treffer gelingen.
Die dritte Verlängerung brachte schließlich die Entscheidung: Den Mainstädtern gelang ein schönes Solo, Marburgs Abwehr war einen Moment zu unaufmerksam und der Ball zappelte im Netz. Die Frankfurter hatten die totale Pleite verhindert und die Saints hatten es nicht geschafft sich für ihren aufopferungsvollen Kampf mit einem Sieg zu belohnen.
Coach Letourneau zeigte sich nach dem Spiel von der Leistung zufrieden, doch vom Ergebnis enttäuscht. „ Wir waren heute das bessere Team, aber durch zu viele Ballverluste haben wir ihnen den Sieg geschenkt“ sagte der Trainer nach dem Spiel.

Auch wenn die Marburger ihren ersten Rückrundensieg und einen Sensationserfolg verpasst haben, so ist doch zumindest der Achtungserfolg in der Liga ein Großer und macht Lust auf die kommenden Spiele.
Das nächste Spiel bestreiten die Saints am 8.5. gegen den Tabellennachbarn aus Köln.

Für Marburg Erfolgreich waren: Sebastian Leja (3 Tore/ 1 Assist), Christian Theis (3T / 1A), Paul Weber (1T / 0A), Evangelos Panagiotou (0T / 1A)

Von Julian Opper
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