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Dreierhagel dominiert Donau-Ries

Marburgs Finja Schaake (links, gegen Nadja Prötzig) erzielte gegen Donau-Ries mit 17 Punkten persönliche Saisonbestleistung. Foto: Melanie Schneider
Planet-Photo-DBBL: BC Pharmaserv Marburg – TH Wohnbau Angels Donau-Ries 94:74.

Die Marburger Heimserie hält. Auch nach dem neunten Saisonspiel hat das Pharmaserv-Team die eigene Halle als Sieger verlassen. Himmlische Unterstützung für die Engel aus dem Donau-Ries blieb aus. Überirdsch war da schon eher die Treffsicherheit der Gastgeberinnen. Marburg bleibt mit zehn Siegen aus 17 Spielen auf Rang fünf.

Außer in der Anfangsphase konnten die Zuschauer das Spiel weitgehend genießen, sofern sie es mit den Hessinnen hielten. 9:8 führten die Angels aus dem Donau-Ries noch (4. Minute), dann nahm die Katie-Yohn-Show ihren Lauf. Marburgs Kapitänin erzielte die ersten 14 Punkte ihrer Mannschaft und legte noch einen Dreier zum 20:11 drauf: 17 Zähler und vier Dreier die Ausbeute im ersten Viertel. Das beendete allerdings Angels-Spielerin Aleksandra Racic auf der Behandlungsbank. Die Serbin war deutlich hörbar schmerzhaft umgeknickt und konnte ihrer Mannschaft erst gegen Ende des dritten Durchgangs wieder helfen.

Im zweiten Abschnitt trugen sich gleich sieben BC-Akteurinnen in die Korbschützenliste ein und schraubten den Vorsprung zum Seitenwechsel auf 43:32. Bis dahin hatten die Lahnstädterinnen bereits sieben Dreier versenkt. Eigentlich recht ansehnlich. Doch allein im dritten Viertel folgten sechs. Auf alles, was die Gäste auch anstellten, fand das Pharmaserv-Team eine Antwort. Und so geriet der Tabellenachte trotz 24 auswärts erzielter Punkte in diesem Abschnitt immer weiter ins Hintertreffen. Dreier von Svenja Greunke (drei) und Finja Schaake holten die höchste BC-Führung heraus (87:62, 36. Minute).

Der erste Liga-100er seit fast zehn Jahren schien greifbar, ebenso die historischen Dreier acht und neun von Yohn. Aber dem Marburger Trainer-Team war das Haushalten mit den Kräften und Spielzeit für die Nachwuchsathletinnen wichtiger als Statistiken. Damit konnten an diesem Abend aber alle gut leben.


Patrick Unger (Trainer Marburg):
„Dass wir schon wieder die Rebounds verloren haben, ärgert mich. Phasenweise war ich nicht zufrieden mit der Defense. Wir haben 74 Punkte zu Hause zugelassen, da müssen wir dringend dran arbeiten. Aber wir haben gesagt, wenn Pierre-Louis 40 Punkte macht, die andern aber wenige, dann ist das okay. So ist es auch gekommen. Erst gegen Ende hatten sie einige freie Würfe, darunter Luisa Geiselsöder. Ich mag sie total und sie ist nicht umsonst MVP bei einer U16-EM geworden. Offensiv haben wir gut den Ball laufen lassen. Wenn du anfängst, wie Katie im erste Viertel, kommt die Mannschaft schnell in den Rhythmus. Gut, dass heute die Dreier so gefallen sind, das passiert so nicht so oft. Das zweite Viertel war ausschlaggebend, vor allem, weil wir als Team verteidigt haben. Und es war wichtig, dass wir aus den Fastbreaks gescort haben. Wir haben uns ein bisschen den Frust von letzter Woche von der Seele geworfen. Der Sieg war wichtig im Hinblick auf die Playoff-Plätze.“

Katie Yohn (Kapitänin Marburg):
„In den letzten zwei Spielen habe ich weniger Würfe genommen und mehr gepasst. Heute wollte ich mehr die Initiative ergreifen. Die Centerinnen haben mir gute Blöcke gestellt und die Aufbauspielerinnen gute Pässe gegeben. Heute waren auch Svenja und Finja ,on fire? und es ist schwer für den Gegner, wenn bei uns alle treffen. Leider spielen wir nicht so gut auswärts und wir wollten auch ein bisschen Revanche für das verlorene Hinspiel nehmen.“

Patrick Bär (Trainer Donau-Ries):
„Glückwunsch an Marburg. 17 von 34 Dreiern, das ist wirklich stark. Wir haben aber ganz weit weg von dem verteidigt, was unser Ziel war. Wir haben Marburg eingeladen, zu wenig Eins-gegen-eins gespielt. Wenn man nicht das umsetzt, was besprochen war, wird’s eklig – und 94 Punkte sind eklig. Einen Großteil der Spiele gewinnst du mit 74 Punkten. Aber wenn du ein Werfer-Team werfen lässt, treffen die auch. Nach dem Ausfall von Aleksandra Racic, hatten wir lange Zeit nur noch sieben in der Rotation, das hat uns nicht geholfen. Wir brauchen wohl noch zwei Siege, um den Deckel auf den Klassenerhalt zu machen. Chemnitz und Bad Aibling haben wir noch daheim und wir spielen noch in Freiburg. Nächste Woche gegen Chemnitz ist das Schlüsselspiel. Da konzentrieren wir uns drauf.“


Fun Facts: Katie Yohn erzielt persönlichen Punkte-Rekord (für Marburg, 28) und zum vierten Mal sieben oder mehr Dreier in einem Spiel (drei Mal war schon Vereinsrekord). – Marburg erzielt in diesem Spiel mehr Dreier (17) als in den drei Partien zuvor zusammen (15). – Höchste erzielte Punktzahl (94) unter Patrick Unger (und insgesamt in der Bundesliga seit 28.11.2010 (97:74, Oberhausen.) – Meiste Punkte in einem Heimspiel (ohne Verlängerung) zugelassen und dennoch gewonnen seit 23.03.2013 (81:78, Wolfenbüttel).

Fail Facts: Zum vierten Mal in Folge das Rebound-Duell verloren (33:35). – Meiste Punkte (74) in einem Heimspiel (ohne Verlängerung) zugelassen seit 15.04.2016 (65:75, Wasserburg, Playoff-Halbfinale) und in einem Hauptrunden-Heimspiel seit 31.01.2016 (83:86, Saarlouis).


Statistik
Viertel: 23:18, 20:14, 31:24, 20:18.
Marburg: Baker 2 Punkte, Barra, Bradley 7/1 Dreier (4 Assists), Greunke 16/4 (5 Rebounds, 3 Ass.), Köppl 6, Schaake 17/3, Voynova 8 (9 Reb.), Wilke 7/1 (3 Ass.), Winterhoff 3/1, Yohn 28/7 (5 Ass.). Feldwurfquote 52 Prozent (33/64), Freiwq. 85 (11/13), Reb. 33 (def. 25), Turnovers 10, Ass. 20, Steals 5, Blocks 6, Fouls 16.
Donau-Ries: Chambers 15/3, La.Geiselsöder 8/1, Lu.Geiselsöder 13/1 (5 Reb.), Högg 4, Pierre-Louis 21 (6 Reb.), Prötzig 2, Racic 5, Schlott 6 (6 Reb., 4 Ass., 4 St.). Feldwq. 44 (28/64), Freiwq. 76 (13/17), Reb. 3 (d. 25), TO 10, Ass. 11, St. 7, Bl. 1, F. 14.
SR: A.Freiwald, V.Steckas. Z: 450.
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