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Charaktertest wird zum Befreiungsschlag

Das Pharmaserv-Team feiert in Chemnitz seinen ersten Sieg im Jahr 2018. Foto: Marcus Richter
Planet-Photo-DBBL: Chemcats Chemnitz – BC Pharmaserv Marburg 78:87.

Nach zwei Niederlagen zum Jahresauftakt haben Marburgs Erstliga-Basketballerinnen wieder gewonnen und rangieren nach dem 14. Spieltag auf dem sechsten Tabellenplatz.

Etwa 33 Minuten lang lag das Pharmaserv-Team in Chemnitz (jetzt Achter, Bilanz 5-9) insgesamt zurück, gewann aber die letzten drei Viertel. Nach verkorstem Beginn (0:10, 3. Minute) war es bis zum achten Saisonsieg ein weiter Weg. Während die Gäste ihre ersten Angriffe mit vier Fehlwürfen und einem Ballverlust beendeten, trafen die Chemnitzerinnen ihre ersten sechs Würfe. Die Chemcats bauten nach dem 14:10 (6.) ihre Führung über 28:17 (Viertelpause) bis auf 40:23 aus (14.). Die Gastgeberinnen verteidigten hart und ließen Marburg kaum Raum. Die Gäste verzettelten sich in Einzelaktionen und trieben durch teils unnötige, teils unglückliche Aktionen ihr Foulkonto nach oben.

Doch auf einmal lief es beim Tabellenfünften. Diana Voynova wurde gut in Szene gesetzt und traf sicher. Bis zum Seitenwechsel waren die Hessinen auf 40:45 dran. Zwei starke Aktionen von Tonisha Baker brachten dem BC die erste Führung (52:51, 26.). „Das ist doch keine Defense“, tadelte Chemcats-Trainerin Amanda Davidson ihre Mannschaft während einer Auszeit. Die Gastgeberinnen legten nun immer wieder vor, doch das Pharmaserv-Team ließ sich nicht mehr abschütteln. Mehrfach kam Chemnitz nur knapp vor Ablauf der 24-sekündigen Angriffszeit zum Abschluss – oder auch gar nicht. Mit 60:63 ging der BC in den letzten Durchgang.

Svenja Greunke (69:67) und Katie Yohn per Dreier (72:71) holten die Führung zurück. Chemnitz konterte jeweils. Doch mit einem feinen Solo sorgte Alex Wilke bei viereinhalb verbleibenden Minuten für das 74:73 – der letzte Führungswechsel. Chemnitz kam gegen die BC-Verteidigung nur noch von der Freiwurflinie zu Punkten. Greunke sammelte für Marburg wichtige Rebounds ein, Yohn sorgte mit ihrem dritten Dreier im Schlussdurchgang für Jubel bei den 13 mitgereisten Anhängern und Baker sowie Paige Bradley behielten von der Freiwurflinie die Nerven.


Patrick Unger (Trainer Marburg):
„Das war heute ein Befreiungsschlag. In dieser Woche war von Spiel zu Spiel eine Steigerung zu erkennen und auch heute haben wir uns nach schwachem Beginn gesteigert. Anfangs waren wir nervös. Wir haben unsere Ansprüche und uns war bewusst, dass wir mal wieder gewinnen müssen. Aber durch den Fehlstart haben wir auch die Spannung hochbekommen. Die Mannschaft hat wieder den Charakter bewiesen, den sie im alten Jahr gegen Nördlingen und Hannover schon gezeigt hat. Irgendwann haben wir angefangen zu treffen und sind dadurch auch in der Defense besser geworden. Eigentlich sollte das anders herum sein. Marie [Bertholdt], Svenja [Greunke], Diana [Voynova] und Steffi [Wagner] haben unter dem Korb gegen einen physischen Gegner unwahrscheinlich hart gearbeitet. Katie [Yohn] hat ihren Wurf wiedergefunden und Tonisha [Baker] hat ein Hammer-Spiel gemacht.“

Tonisha Baker (Spielerin Marburg):
„Es war ein ziemlich schweres Spiel. Es fühlt sich gut an, wieder gewonnen zu haben. Wir waren am Anfang nicht konzentriert genug. Dann haben wir physisch dagegengehalten und uns mehr angestrengt. Dadurch haben wir auch als Team besser zusammengefunden. Wir haben noch mehr Potenzial, müssen aber noch Kleinigkeiten verbessern, zum Beispiel besser kommunizieren und unsere Stärken konsequenter ausspielen. Das wollen wir Schritt für Schritt tun.“


Statistik
Viertel: 28:17, 17:23, 18:20, 15:27.
Marburg: Baker 22 Punkte / 1 Dreier, Bertholdt 3, Bradley 9 (5 Assists), Greunke 10 (10 Reb., 3 Ass.), Schaake 5, Voynova 16, Wagner 1, Wilke 5/1, Winterhoff, Yohn 16/4.
Chemnitz: Asoro 19/1 (9 Reb.), Audere 4, Barkley 2, Gaba (n.e.), Kalaydjiev, Klerx 9, McQuade 12, Noble 17, Peroche 2, Vidal Geneve 13/1 (5 Ass.).
SR: Hofmann, Kapitz. Z: 300.


Fun Facts: Die höchste Marburger Führung zum Spielende. – Höchste zugelassene Punktzahl in einem gewonnenen Bundesliga-Auswärtsspiel seit 14.11.2009 (96:82 bei BC Wolfenbüttel). Damals erzielte die heutige Chemnitzer Trainerin Amanda Davidson für Marburg 13 Punkte. – Auswärts offensiv bestes letztes Viertel (27 Punkte) in der Bundesliga seit 27.11.2011 (35, 86:58 in Saarlouis). – Auswärts offensiv beste zweite Halbzeit (47 Punkte) seit 12.11.2012 (49, 79:73 in Bamberg).

Fail Fact: 0:10 nach 2:33 Minuten und vier Fehlwürfen und einem Ballverlust.
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