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Stadtteilkonzept Richtsberg erstellen

Die bauliche Nachverdichtung in den Wohnquartieren am unteren, mittleren und oberen Richtsberg erfordert dringend Maßnahmen, die die Lebensqualität der Bewohner_innen verbessern. Aus diesem Grund stellen die Stadtverordneten Tanja Bauder-Wöhr, Renate Bastian, Roland Böhm, Henning Köster, Elisabeth Kula, Inge Sturm der Fraktion "Marburger Linke" in der Stadtverordnetenversammlung der Universitätsstadt Marburg (StVV) den nachstehenden Antrag.

Der Antrag wird in diesen Gremien öffentlich beraten:

Mittwoch, 8.11. 17:00 Uhr
Ausschuss für Soziales, Jugend und Gleichstellung
Sitzungssaal Hohe Kante, Barfüßerstraße 50, Marburg
(Vorberatung)
 
 Donnerstag 9.11. 19:00 Uhr
 Bau- und Planungsausschusses, Liegenschaften  
Sitzungssaal Barfüßerstraße 11, Marburg
(Vorberatung)
 
 
Freitag, 17.11. 16:30 Uhr
Sitzung der Stadtverordnetenversammlung der Universitätsstadt Marburg
Sitzungssaal Barfüßerstr. 50, Marburg
(Entscheidung)


Beschlussvorschlag:

Die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Marburg (StVV) beauftragt den Magistrat der Stadt Marburg gemeinsam mit der städtischen Sozialplanerin Frau Monique Meier sowie in enger Abstimmung mit dem Ortsbeirat Richtsberg und dem Bewohnernetzwerk für Soziale Fragen (BSF) innerhalb des nächsten Jahres ein "Stadtteilkonzept Richtsberg" zu erstellen.

Inhaltliche Grundlage soll der einstimmige Beschluss des Ortsbeirates Richtsberg vom 21. September 2017 sein. Soziale Aspekte und die Freiflächenplanung sollen bei dem Stadtteilkonzept eine herausgehobene Bedeutung erhalten. Aber auch die anderen Aspekte im Beschluss des Ortsbeirates sollen berücksichtigt werden.

In diesem Zusammenhang setzt sich die StVV für die Rücknahme der erfolgten Kürzungen ein und für eine zukünftige Erhöhung der Finanzmittel für das BSF.

Begründung:

Die bauliche Nachverdichtung in den Wohnquartieren am unteren, mittleren und oberen Richtsberg erfordert dringend Maßnahmen, die die Lebensqualität der Bewohner_innen verbessern.

a) Durch eine Veränderung des Stadtgrüns weg von reinen Zierpflanzungen hin zu einer „essbaren Stadt“, also die Entwicklung einer lebendigen und produktiven Stadtlandschaft im Kontext von „urban gardening“.

- Gärtnernd den Stadtteil verwandeln mit Frucht- und Obstgehölzen, Nutzbiotopen, Gemüsegärten, Gemeinschaftsgärten, Nischen gestalten,

- den lokalen Selbstversorgungsanteil erhöhen,

die inneren Austauschbeziehungen und den sozialen Zusammenhalt stärken für das Gemeinwohl anhand des Anbaus essbarer Nutzpflanzen,

 -gartenbauliche und Erzeugnis verarbeitende Kulturtechniken vermitteln,

- die Ästhetik der Kulturpflanzen sichtbar machen,

- Nutzungsstrukturen entwickeln für Pflege,

- Ernte und Verteilung der Fülle

b) Die Umwandlung des Wohngebietes zu einer attraktiven und gesunden Freiflächgenstaltung, die u.a. Kindern bessere Möglichkeiten zum Spielen eröffnet. Eine Umsetzung des Projektes „Kindgerechter Stadtteil“ wäre eine Herausforderung. Die Universitätsstadt Marburg setzt sich mit den Wohnbaugesellschaften ins Benehmen, um auszuloten wo weitere Spielplatzangebote, Verweilmöglichkeiten in Form von Ruheoasen mit Bänken geschaffen werden können.

c) Das großzügige Anlegen von Verweilplätzen in Form von Pavillons, Grillplätzen, Spielmöglichkeiten auf Freiflächen wie Schach etc. Auch für junge Heranwachsende.

d) Bei der projektierten Wohnraumverdichtung könnten sogenannte Hofgärten in die Planung des sozialverträglichen Wohnens einbezogen werden. Insofern wären auch internationale und interkulturelle Mietergärten mitten im Wohngebiet vorstellbar. Auch eine Verbesserung der Durchwegung ist im Wohngebiet „Schlammhausen“, also am unteren Richtsberg, dringend geboten.

e) Die auf den Weg gebrachten Planungen zur Wohnraumverdichtung in unserem Stadtteil müssen die sozialen, die infrastrukturellen und die räumlichen Belange in ihr Konzept einbeziehen. Deshalb sollten nicht nur die Wohnbauten in den Blick genommen werden sondern das gesamte Umfeld.

f) In dem Baugebiet, das Ende der 50er Jahre „Beltershäuser Straße“, später „Schlammhausen“, und anschließend der untere Richtsberg hieß, entstanden 850 Sozialwohnungen. Seinerzeit wurde auf eine soziale Durchmischung in den Wohnquartieren geachtet. Menschen am gesellschaftlichen Rand fanden dort ebenso eine Heimat, wie Arbeiter und Angestellte, Lehrer und Politiker sowie Selbstständige.

g) Ob diese Form des Zusammenlebens auch heute noch so besteht, ist zweifelhaft. Gerade bei der gegenwärtig stattfindenden Wohnraumverdichtung, also den Neubauten – hauptsächlich am unteren und oberen Richtsberg – ist es fraglich ob dieses Grundkonzept noch beibehalten wird. Ein Kino in kommunalen Räumen am Oberen Richtsberg, eine Leihbücherei und ein Café sind weitere Bausteine für einen lebenswerten Stadtteil. Die Attraktivität des Richtsbergs als Wohnquartier kann auch durch eine ansprechende Gastronomie gesteigert werden.

Anlage: Antrag des Ortsbeirats Richtsberg – Annahme des Antrags einstimmig, geht aus dem ebenfalls beigefügtem Protokoll des Ortsbeirates hervor.
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