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Pulse of Europe Marburg, Kundgebung auf dem Marktplatz Marburg

  Auch bei mäßigem Wetter fanden sich viele Besucher auf dem Marktplatz zur Kundgebung ein. Heute zum Thema: Zusammenhalt.

Verschiedene Mitglieder von PoE Marburg trugen dazu ihre Texte vor:

Lissi:
Zusammenhalt unter den Mitgliedstaaten der EU zu organisieren und zu strukturieren ist eine nicht endende große Herausforderung. Es geht darum, gemeinsame Antworten auf die andauernd wechselnden Fragestellungen in politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Bereichen zu finden. Die Suche nach geeigneten Antworten muss in ständigem Diskurs unter Partnern stattfinden. Das Finden von Kompromissen wird durch die Achtung der Vielfalt in der EU erschwert. Erfolgreiche Bemühungen aber stärken letztlich den Zusammenhalt.

Matthias:
Die Mitglieder der Europäischen Union verstehen sich als eine Gemeinschaft von Staaten, für die gemeinsame Werte und Ziele verpflichtend sind. Zu den Werten, auf die sich die Union gründet, gehört die Achtung der Menschenrechte, der Freiheit, der Demokratie der Rechtstaatlichkeit und des Pluralismus. Zu erinnern ist, dass zu den Zielen der Union neben dem freien Wettbewerb auch der Umweltschutz, die soziale Marktwirtschaft und die weltweite Bekämpfung der Armut gehört. Diese Werte und Ziele sind in der zwischenstaatlichen Auseinandersetzung zu beachten. Das heißt: ein gefundener Kompromiss muss gemeinsam vertretbar und zugleich national durchsetzbar sein.

Jochen:
Wir erinnern uns: Die Finanzkrise stellte 2008/9 den Zusammenhalt der Euro-Länder auf eine harte Belastungsprobe. Nicht wenige Stimmen - auch aus der Wissenschaft - forderten laut den Ausschluss Griechenlands. Aber der politische Wille zum Zusammenhalt in Europa setzte sich auf der Ebene der Regierungen und auf der Ebene der Parlamente in den Mitgliedstaaten durch.

Elka:
Die Schaffung des Europäischen Stabilitätsmechanismus - nach welchem die Länder der Währungsunion gemeinsam für Kredite bürgen, die sie in Not geratenen Mitgliedern gegen Auflagen gewähren - war ein innovativer Akt der Solidarität auf finanzpolitischem Gebiet. Diese Solidarität hat sich gelohnt. Das zeigt Griechenland heute. Auch Zypern, Portugal, Spanien und Irland profitierten davon. Alle haben sie den sogenannten Rettungsschirm inzwischen verlassen können.

Armin:
Wir beobachten im Brexit-Prozess, wie es einigen wenigen Meinungsbildnern gelingen kann, durch Vergröberung von Gegensätzen, durch Fehlinformationen und durch Missachtung von Pluralität und Solidarität ihre Nation zum Austritt zu bringen. Das sollte uns deutliche Lehre sein! Und wir sehen auch, dass es gelingt, die 27 anderen Staaten zu einer gemeinsamen und solidarischen Haltung im Austrittsprozess zu bewegen. Wir können feststellen, dass die 27 enger zusammengerückt sind, ihren Zusammenhalt gestärkt haben und die Interessen ihres Mitglieds Irland verteidigen.

Cornelius:
Wir beobachten, dass auch in einigen Mitgliedstaaten Werte, die in der Grundrechtecharta der Europäischen Union gemeinsam verabredet wurden, missachtet werden. So ist etwa in Polen die Unabhängigkeit der Richter und damit die der Rechtsprechung gefährdet. Und in Ungarn ist die Meinungs- und Pressefreiheit nicht mehr gegeben. Beides ist fundamentaler Bestandteil funktionierender und gelebter Demokratie. Die Europäische Union hat inzwischen beschlossen, zum Mittel von Sanktionen zu greifen. Wir erinnern: In der Vergangenheit war mitunter der Versuch der Einflussnahme in die Verhältnisse eines anderen Staates ein Kriegsgrund.

Beate:
Wir von der Bewegung Pulse of Europe wollen alles dafür tun, dass Populisten vom Schlage Nigel Farage, Marine Le Pen und anderen, der Zugang zu mehr Macht im Europäischen Parlament verwehrt wird. Bei der anstehenden Wahl wollen wir die demokratischen Parteien stärken. Wir wollen, dass der Prozess der Weiterentwicklung der EU, auf demokratische Weise vorangetrieben wird. Wir wollen nicht ein Europa der Vaterländer oder Nationen. Wir wollen vielmehr, dass der Zusammenhalt in Europa in Achtung der gemeinsamen Werte und Ziele gestärkt wird. Denn wir wissen: das ist die Zukunft!

Beate und Lissi:
Zusammenkommen ist ein Beginn;
Zusammenbleiben ist ein Fortschritt;
Zusammenarbeiten ist ein Erfolg. (Henry Ford)
und wir fügen hinzu:
Zusammenhalt verspricht Zukunft.


Musikalisch unterstützt wurde die Veranstaltung durch den Chor Politöne aus Marburg und durch Anselm Richter mit Gitarrenbegleitung. Es wurden mehrere Beiträge vom Chor Politöne dargeboten und von allen Besuchern wurden verschiedene Lieder gesungen, u. a. auch die Europahymne traditionell zum Abschluss der Veranstaltung.


http://www.politoene.de/

https://hausderstimme.de/startseite.html



https://youtu.be/jv8k0q7fSns

https://youtu.be/YJRx6N3H04A

https://youtu.be/Sb4muinofhM

https://youtu.be/Eko_FzP9wG0

https://youtu.be/3zKP6uBqt1Y

https://youtu.be/NBNUww_XJ0c
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1 Kommentar
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Jost Kremmler aus Potsdam | 05.05.2019 | 20:25  
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