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"DIE FRAU VON CHECKPOINT CHARLIE" SCHÜLER DER GESAMTSCHULE EBSDORFERGRUND ERLEBEN EINEN SPANNENDEN VORMITTAG MIT EINER ZEITZEUGIN

Links: Frau Ines Veith, Mitte : Frau Jutta Fleck, rechts: Frau Reinhild Stein
 
Frau Stein bei der Begrüßung
Für die Abschlussklassen der Gesamtschule Ebsdorfer Grund steht in diesen Tagen das Thema „20 Jahre Deutsche Einheit“ im Mittelpunkt des Gesellschaftslehre-Unterrichts. Um dieses Thema den Schülern anschaulicher zu machen, wurde Frau Jutta Fleck als Zeitzeugin eingeladen.
Die Veranstaltung wurde von Reinhild Stein, der Leiterin des Realschulzweigs, umsichtig vorbereitet und organisiert und von SAT1 Live aufgezeichnet.
Frau Stein begrüßte Frau Jutta Fleck und Frau Ines Veith sowie die anwesenden Lehrer und Lehrerinnen und die Schüler der Klassen G10, R10 und H 9 ganz herzlich, sie gab eine kurze Einführung in das Thema und informierte über den Verlauf der Veranstaltung.

Frau Fleck, die nach Frau Steins Einführung das Wort übernahm, ist Leiterin des Schwerpunktprojekts „Politisch-Historische Aufarbeitung der SED Diktatur“ bei der Hessischen Landeszentrale für Politische Bildung. Sie kam in Begleitung ihrer Buchautorin Ines Veith, die sich mit der Geschichte und den schrecklichen Erlebnissen von Frau Fleck in der DDR auseinandergesetzt und sie literarisch verarbeitet hat. Das daraus entstandene Buch unter dem Titel „Die Frau von Checkpoint Charlie“ wurde später mit Veronica Ferres in der Hauptrolle verfilmt.

Im Veranstaltungshinweis der Hessischen Landeszentrale für Politische Bildung heißt es dazu:

„Nach der gescheiterten Flucht aus der DDR muss Jutta Gallus (35) ins Gefängnis. Ihre Töchter Claudia (11) und Beate (9) kommen ins Heim. Verhöre, Drohungen und der Verlust der Familie quälen die Inhaftierte. Der Gefängnisalltag auf Burg Hoheneck ist die Hölle. Der einzige Trost: Briefe und Zeichnungen von den Kindern. Nach 26 Monaten wird Jutta Gallus vom Westen freigekauft. Doch ihre Kinder müssen im Osten bleiben. Die verzweifelte Mutter will unbedingt Claudia und Beate rüberholen. Sie kann an nichts anderes denken. Ihr Leben hat ohne die Kinder keinen Sinn.
Bei Wind und Wetter steht sie mit einem Plakat am Berliner Grenzübergang Checkpoint Charlie. Auge in Auge mit den Grenzsoldaten der DDR. „Gebt mir meine Kinder zurück!“ lautet ihr öffentlicher Protest. Doch nichts geschieht. Im Gegenteil: Ihr wird gedroht. Sie muss um ihr Leben fürchten.
Vier lange Jahre zwischen Angst, Bangen, Ohnmacht und Hoffnung vergehen. Schließlich fordert sie in einem letzten verzweifelten Appell im Berliner Reichstag anlässlich der Gedenkfeier zum 25. Jahrestag der Berliner Mauer vor der gesamten Weltpresse von den Politikern die Freilassung Ihrer Töchter: Keine großen Sprüche! Vier Jahre Trennung sind genug!
Endlich setzt man sich auf höchster politischer Ebene für ihr Schicksal ein. Seelisch und körperlich fast am Ende kommt für Jutta Gallus jedoch erst am 25.8.1988 das erlösende Signal aus Berlin....“

Zunächst lasen Frau Fleck und Frau Veith abwechselnd aus dem oben genannten Buch vor. Nach einer kurzen Pause wurde eine sehr beeindruckende Film-Dokumentation gezeigt, in der sich auch die Töchter von Frau Fleck und andere beteiligte Personen zu den Geschehnissen äußerten.
Mit großer Spannung und Aufmerksamkeit verfolgten die ca. 110 Schüler die 3stündige Veranstaltung, die durch ein abschließendes Gespräch abgerundet wurde.
Ein Mädchen (16 Jahre alt) sagte zu mir: „Ich bin erschüttert, das alles zu erfahren, ich habe es nicht gewusst, dass es so was Schlimmes in unserem Lande gegeben hat.“
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Weiterveröffentlichungen:

Oberhessische Presse | Erschienen am 02.10.2010
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6 Kommentare
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Carmen L. aus Pattensen | 29.09.2010 | 11:34  
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Friederike Haack aus Marburg | 29.09.2010 | 12:57  
67.846
Axel Haack aus Freilassing | 29.09.2010 | 14:40  
25.071
Carmen L. aus Pattensen | 29.09.2010 | 17:39  
9.079
Hans-Christoph Nahrgang aus Kirchhain | 29.09.2010 | 23:36  
18.225
Friederike Haack aus Marburg | 30.09.2010 | 00:10  
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