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Die Buntspechte klopfen in Cappel an

Die Vereinsmitglieder schreiten mit großen Schritten auf die Eröffnung eines neuen Waldkindergartens im kommenden Jahr zu. (Foto: Martina Schäfer)
 
Die Buntspechte Cappel sehen sich auf einer Vereinswanderung Standorte für einen zukünftigen Waldkindergarten an. (Foto: Martina Schäfer)
Marburg: Waldkindergarten Buntspechte Cappel | Es liegt bereits zwei Jahre zurück, als Uta und Sönke Preck den Entschluss fassten, einen neuen Waldkindergarten im Marburger Ortsteil Cappel zu gründen. Ihre erste Tochter hatte damals drei Jahre im Marburger Waldkindergarten in Wehrda hinter sich und es war beiden schon lange klar, dass auch ihre jüngste Tochter ihre Kindergartenzeit im Wald verbringen sollte. Doch das war gar nicht so einfach: In Wehrda gab es schon lange Wartelisten und die frei werdenden Plätze, sollten fast gänzlich durch Geschwisterkinder abgedeckt werden. Also war Eigeninitiative gefragt.

In Wehrda wurde die Möglichkeit einer Erweiterung abgeklopft, die Cappeler Kindergärten wurden gefragt und auch Trägervereine wie der Eltern-Kind-Verein oder der Marburger Waldhort konnten nur abwinken. Was blieb, war die Option selbst einen neuen Trägerverein zu gründen. Aus einer Interessengemeinschaft, die ganz allgemein mehr Waldkindergartenplätze in Marburg wünschte wurde bald eine Elterninitiative, die konkret in Cappel einen Waldkindergarten ins Leben rufen wollte. Am 25. Oktober wurden die „Buntspechte Cappel e.V.“ mit dem Ziel gegründet, ab dem Spätsommer 2013 einen Waldkindergarten im Cappeler Forst zu betreiben.

Seit dieser Vereinsgründung gibt es kaum noch freie Minuten für die Precks. Alles dreht sich um die Buntspechte. Sogar die jüngste Tochter (2) singt abends im Bett schon vom „Waldkindergarten“. An der Haustür prangt das Tier als Türklopfer und einmal die Woche treffen sich Vorstand und Interessenten zu Organisationstreffen. Oft werden bis zur Erschöpfung Emails geschrieben, Telefonate geführt und am Computer gearbeitet.

Es ist kein leichtes Brot für die Grundschullehrerin und den Körpertherapeuten, sich in eine komplett fremde Welt aus Paragrafen, Finanzierungsplänen, pädagogischen Konzepten, Bauwagen, Arbeitgeberpflichten, PR-Technik und Lokalpolitik einzufinden. Unterstützt werden sie dabei von den anderen Vorstandsmitgliedern Michaela Wolf und Stefan Gärtner, aber auch von weiteren interessierten Eltern, doch ein Großteil der Arbeit bleibt oft an ihnen hängen, denn wer kann so etwas nach Feierabend leisten, wenn die eigenen Kinder zwischen den Beinen rumkrabbeln, am Hauptschalter des Computers rumfummeln oder beim Telefonieren dazwischen brabbeln. Die Precks können sich wenigstens abwechseln und ergänzen und sie haben den Vorteil des kurzen Kommunikationswegs und von über zehn Jahren gemeinsamer Lebenserfahrung.

Schon jetzt sehnen sich Uta und Sönke Preck wieder nach Normalität, nach mehr Zeit für Beruf Kinder und Hobbies, aber ob sich das ändern wird, wenn der neue Waldkindergarten seinen Betrieb aufnimmt? – Elternarbeit soll dort nämlich ganz groß geschrieben werden: Krankheitsvertretungen, Putzdienste, Reparaturen, Organisation von Festen, Arbeitseinsätze – solche Tätigkeiten sollen von der Gemeinschaft in Eigenleistung erbracht werden. Das stärkt die Gemeinschaft und das bürgerschaftliche Engagement, meinen die beiden.

Zur Zeit werden von den Buntspechten zwei Ereignisse vorbereitet: Am Samstag, den 1.12. werden die Buntspechte Cappel ab 13 Uhr mit einem Info-Stand auf dem Cappeler Nikolausmarkt vertreten sein und dort Tannenzapfenwerfen und Malen für Kinder anbieten, aber auch über ihre Pläne informieren. Und schließlich findet am Donnerstag, den 6.12. um 20 Uhr im Speisesaal des Landschulheims Cappel ein Informationsabend mit Vorträgen und Gesprächen statt. Weitere Informationen sind unter www.Buntspechte-Cappel.de zu bekommen.
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Marburg Extra | Erschienen am 05.12.2012
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