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Vernissage in der Galerie 36, im Jugendamt der Stadt Marburg, Friedrichstr. 36.

    Nach einem Eröffnungsmusikstück von Antonia-Luise Wetzlar, begrüßte Frau Marianne Wölk, in Vertretung der Stadträtin KIrsten Dinnebier, die Gäste  und eröffnete nach der Laudatio für beide Künstlerinnen, die Vernissage.

https://youtu.be/_IPhb6yZdrI

Frau Britta Jacobi vom Kunstverein Fulda und Alsfeld, sprach für Frau Löffler:

„Nichts beginnt jemals.
Es gibt keinen ersten Augenblick; kein einzelnes Wort oder einen Ort, von dem diese oder eine andere Geschichte ihren Ausgang nimmt. Man kann die Fäden stets zu einer früheren Geschichte zurückverfolgen, und zu den Geschichten, welche dieser vorausgehen; doch wenn die Stimme des Erzählers in den Hintergrund tritt, scheinen die Zusammenhänge dünner zu werden, denn ein jedes Zeitalter will die Geschichte so erzählt haben, als wäre sie sein eigenes Produkt.
Dadurch wird das heidnisch geheiligt, das Tragische wird lächerlich, große Liebende zu Sentimentalität erniedrigt. Dämonen schwinden zu mechanischen Spielzeugen.
Nichts ist fest. Hin und Her saust das Weberschiffchen, Dichtung und Wahrheit, Verstand und Materie weben sich zu Mustern, welche nur eines gemeinsam haben mögen: dass die Filigranarbeit zwischen Ihnen mit der Zeit zu einer eigenen Welt werden wird.“
Dieses Zitat von Baker entdeckte ich in der Dokumentation eines Kataloges zu einer Abschlussausstellung von Mona Löffler für eine Seminarbeit am Institut für Kunstpädagogik.
Nun, ich war über dieses Zitat erst einmal sichtlich irritiert – ließ es einfach mal im Raum stehen und wir, Mona und ich, widmeten uns erst einmal an jenem Tag dem Aufbau einer neuen Website für den Kunstverein Fulda, dem wir Beiden angehören. In dem Verein haben wir uns kennen und schätzen gelernt.
Doch auf der Heimfahrt ließen mich die Zeilen nicht mehr los. Mein Bauchgefühl sagte mir, dass dieses Zitat viel mit Monas künstlerischem Gestalten zu tun hat.
Zuerst befragte ich das Internet, wer eigentlich Clive Barker ist und welche Geschichte im Roman Gyre erzählt wird: Der genannte Autor schreibt fantastische Romane und Horrorstreifen (Hellraiser).
Das genannte Zitat ist aus dem fantastischen Roman Gyre, in dem es um einen kunstvollen Teppich geht. Darin verborgen ist eine ganze Welt der Magie und Zauberei, deren Bewohner sich und ihr magisches Land einst selbst in jenem Teppich „eingewoben“ haben, um der Verfolgung durch das Böse zu entrinnen.
Eine Welt der Magie und Zauberei- das passt zu unserer Künstlerin .
Mona Löffler ist eine sehr wache und aufmerksame Person. Sie differenziert und beobachtet immer sehr genau, was sich in ihrer Umgebung, ihrem Orbit bewegt. In einem Zeitungsartikel beschreibt Frau Rausch, dass Mona Löffler die Zwischentöne, die unterschiedlichen Blickwinkel und die Ambivalenzen - eben jene zahlreichen Schichten des Lebens, interessierten – ihrer Meinung nach gibt es „so viele Dinge, die wir nicht begreifen. Kunst kann dabei eine intensive Auseinandersetzung mit einem selbst sein. Sie kann helfen, zu verstehen.“
Das Umdeuten von Erfahrung, Dinge aus einem anderen Blickwinkel zu sehen, erinnerte mich dann wiederum an systemische Beratung, insbesondere an das Umdeuten „Reframing“- durch Umdeutung kann einer Situation oder einem Geschehen eine andere Bedeutung gegeben werden - oder einen anderen Sinn ergeben, und zwar dadurch, dass man versucht, die Situation in einem anderen Kontext (oder „Rahmen“) zu sehen. So verlässt man durch Umdeutung einen Rahmen, welcher uns eingrenzt. (Wikipedia).
Und darin ist Mona eine Meisterin. Als Ihre Kinder klein waren, war wenig Zeit für Kunst und Reisen. Das Fernweh ans Meer war groß und so wurden aus Alltagsobjekten Maritimes: die blau-weißen Spüllappen wurden zum rauschenden Meer und noch viele andere Alltagsgegenstände zur Objektkunst, welche man heute noch auf ihrer Website bewundern kann.
Doch bevor Mona sich dem Familienleben widmete, lernte Sie einen Ausbildungsberuf als Krankenschwester, um sich ihr zukünftiges Kunststudium zu finanzieren. Neben der Ausbildung, war sie bereits in den 90iger Jahren, Gaststudentin am Institut für Grafik und Malerei, hier in Marburg.
Es dauerte dann noch ein paar Jahre, bis sie das Magister-Studium in Kunstpädagogik absolvierte. Während des Studiums in der Hauptklasse Malerei, malte Mona Bilder zwischen Abstraktion und Gegenständliches und stellte fest, dass für den einen Betrachter ein Pinselstrich ein ganze Landschaft sein kann, für den Anderen eben nur ein Pinselstrich.
Auch machte sie eine weitere persönliche Erfahrung: wenn man alte Meister der Malerei versucht zu kopieren, wird durch den Kopierer immer eine Interpretation des Bildes entstehen. Der Maler projiziert seine eigene Identität und Erfahrung ins kreative Schaffen. So wie der eine Liebesszene im Bild erkennt und der andere nur eine Sentimentalität erkennt. (wie im Zitat beschrieben).
Folglich sind viele gemalte Bilder unserer Künstlerin so aufgebaut, dass sie Realistisches andeuten und viel Raum zum projizieren geben. Dabei arbeitet sie lasierend mit einem enormen Gespür für Farbharmonien.
Neben Mona der Malerin wurde in den letzten Jahren vor allem auch der Zeit geschuldet, eine Gestalterin mit Kamera und Computer. Sie „schichtet“ seit mehreren Jahren unterschiedliche Fotos, Effekte und Motive übereinander, so dass großformatige Fotografien entstehen, die dann aber vom Weiten aussehen wie gemalt. Auch hier findet man wieder eine besondere Harmonie in der Farbzusammenstellung, so dass völlig Gegensätzliches im Einklang miteinander existieren:
Stadt und Land, Meer und Land…. In einem Bild geht es um "das Leichte und das Schwere“, in anderen Bildern um Transformationen, Übergänge, Veränderungen, Vergängliches und immer geht es in den Bildern eigentlich um Wahrnehmung und um das, was man selbst sieht, wenn man etwas erfasst oder entdeckt.
Mona Löffler geht es um unsere Projektionen. Sie sagt „wie wir Bilder wahrnehmen, kommt ganz stark auf unsere eigene Geschichte an. Kategorisierungen wie Landschaft und Figuration, Gegenständlichkeit und Abstraktion, Natur und Technik, all das existiert als Gegensatz so eigentlich gar nicht. Und das sehe ich tatsächlich auch so. Es sind unsere eigenen Vorstellungen, die wir mitbringen, die uns Bilder so oder anders erleben lassen. So wie im Zitat von Barker- es ist alles eine Art der Betrachtungsweise. Bezogen auf Monas ausgestellte Bilder vom Meer, kann das rauschende Meer sowohl ein Sehnsuchtsort sein, als auch bedrohlich empfunden werden. Trotzdem halten sich ihre Bilder immer die Waage.

Dabei geht Mona immer sehr respektvoll mit dem Dargestellten und der Farbgebung um.
Sie blickt auf zahlreiche Ausstellungen mit dem Kunstverein in Fulda und Ausstellungen in Frankfurt zurück.
2015 hat sie z.B. für eine Gemeinschaftsausstellung in Frankfurt zum Thema Zeit und Vergänglichkeit, Fotos digitale geschichtet aus unterschiedlichen Zeitebenen. (internationale Mail-Art-Ausstellung, am Institut für Kunstpädagogik; „Fundamental Ephemeris II“)
Die jährlichen Ausstellungen beim Kunstspaziergang in Landenhausen mit dem Kulturverein Landenhausen, genießt sie genauso, wie die Ausstellungsmöglichkeiten in Frankfurt.
Sie selbst sagt, dass „in Landenhausen alle Facetten der Kunst gezeigt werden - ob akademische Malerei oder Alltagsgegenstände. Diese zu betrachten und sie herunterzuholen vom ,Sockel Museum' ist wunderbar." Kunst sei nämlich nichts nur für Eliten. "Denn für viele Dinge ist kein großes Studium nötig, wenn man sich nur einfach darauf einlässt."
So lade ich Sie herzlich ein, Monas Bildwelten zu betrachten, um sich in dem einen oder anderen Bild selbst zu entdecken.

Herr Strecker, RA aus Marburg, sprach für Frau Sandra Bender: s. Text unten

https://youtu.be/ZSq4Lnh8q-Y

Danach sprach Frau Wölk die Einladung zur Besichtigung aus und lädt  zum Sekt mit kleinem Imbiss ein.

DIe Ausstellung findet in der  1. und 2. Etage statt, dorthin begaben sich die zahlreichen interessierten Gäste.

https://youtu.be/Kh0dK0my02g

https://youtu.be/ahtnDwYcluc

https://youtu.be/YXKPoduq4s8
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2 Kommentare
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Wolfgang H. aus Gladenbach | 14.11.2018 | 09:58  
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Volker Beilborn aus Marburg | 14.11.2018 | 11:18  
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