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Sosolya Undugu Dance Academy im Bürgerhaus Niederweimar

 
Im Bürgerhaus fand die Veranstaltung statt
Wenn Trommeln erzählen: Sosolya Undugu Dance Academy war heute, am 27. Oktober, in Niederweimar zu Gast

Traditionelle afrikanische Musik und Tänze waren im Bürgerhaus Niederweimar zu sehen und zu hören. Ab 19:00 Uhr waren diese sechs junge Künstlerinnen und Künstler der Sosolya Undugu Dance Academy mit einem musikalischen Programm aus Uganda zu Gast. Bereits zum zweiten Mal sind die Sosolyas im Rahmen der KinderKulturKarawane in Deutschland auf Tournee.

Wenn Eric Wabwire trommelt, vergisst er die Welt um sich herum. Musik und Tanz sind sein Leben. Als kleiner Junge hat der heute 15-jährige begonnen, Musik zu machen. Heute gehört er zusammen mit anderen fünf Ensemblemitgliedern zu den besten Künstlern der Sosolya Undugu Dance Academy, die noch bis 11. November im Rahmen der KinderKulturKarawane in Deutschland auf Tournee sind.

Die Sosolya Undugu Dance Academy wurde 1993 von Lezon Mark Mugwanya in Ugandas Hauptstadt Kampala gegründet. Mugwanya war gerade 17 Jahre alt, als er beschloss, Kindern aus den Slums von Kampala eine Zukunft zu bieten: aus ungewollten und verletzlichen Kindern, sollen gefestigte Persönlichkeiten werden, die für andere Kinder zum Vorbild werden. Das war die Geburtsstunde der Sosolyas, einem Verein, der nach einem Vogel Ugandas benannt ist.

Bald schon erkannte Mark, dass die Besinnung auf kulturelle Traditionen und die Vereinigung von Musik und Tänzen der ehemaligen Königreiche, entscheidend zum Friedensprozess im seinerzeit noch recht instabilen Staat Uganda, beitragen kann. Mit einer Handvoll Mitstreiter zog er durch das Land und sammelte traditionelle Musiken und Tänze.

Im Slumgebiet von Kabalagala, dem Vergnügungs- und Rotlichtviertel von Kampala, liegt das „Centre“ der Sosolyas. In zwei Gebäuden leben 60 Mädchen und Jungen. In den Ferienzeiten kommen weitere 100 hinzu, um dort traditionelle afrikanische Musik und Tänze zu erlernen. Für die meisten von ihnen ist das „Centre“ ihre Familie, wo sie zum ersten Mal in ihrem Leben Liebe, Geborgenheit und Anerkennung erhalten.

2009 nahm die Undugu Family die Sosolyas in ihre Gemeinschaft auf. Die Undugu Family wurde in Tansania von dem Jesuitenpriester Steven Amani Msele gegründet und ist vor allem in Tansania, Kenia und Uganda aktiv. Undugu ist Swaheli und bedeutet Geschwisterlichkeit. Ihr Ziel: die Vereinigung von Menschen aller Stämme, Kirchen und Religionen, um miteinander als Schwestern und Brüder in Frieden und Wohlstand zu leben.

Eric Wabwire ist im Norden Ugandas geboren. Im frühen Kindesalter kam er ins „Centre“ und lebt seitdem dort. Wie auch bei allen anderen, wird sein Schulbesuch von den Sosolyas finanziert. Regelmäßig finden Musik und Tanztrainings statt. Viele bekannte Musiker, Tänzer und Maler Ugandas haben bei den Sosolyas angefangen und sind stolz darauf, ihr Wissen und ihre Erfahrungen an die Mädchen und Jungen im Centre weiterzugeben.
Auch Eric gehört bereits zu den Trainern. Mit den Jüngsten übt er Tanzschritte und zeigt ihnen, wie man eine afrikanische Langtrommel oder ein Xylophon spielt. Dabei gibt er auch seine Deutschkenntnisse an die Mädchen und Jungen weiter: jede Übung beginnt er mit „1, 2, 3, auf geht’s“.

Zu den erfolgreichen Künstlerinnen Ugandas gehört die 16-jährige Madina Nalwanga aus Kampala. 2014 wurde sie von der Filmregisseurin Mira Nair entdeckt und spielte in der Disney-Produktion „Queen of Katwe“ die Kinderhauptrolle an der Seite der Oskar-Preisträgerin Lupita Nyong’o. Für sie, wie auch für Eric Wabwire, ist dies bereits der zweite Deutschland-Besuch, denn bereits 2015 war sie bei der Kinderkulturkarawane dabei.
Die Sosolyas sind eine große Familie, in der Stammesherkunft und Religionsunterschiede keine Rolle spielen. Sie sind ein Beispiel dafür, wie Afrika sein könnte, wenn diese Konfliktursachen überwunden wären.
So liegt es auf der Hand, dass das Programm der Sosolyas Tänze und Musiken aus allen Teilen Ugandas umfasst. In Niederweimar zeigten die Sosolyas die Vielfalt Ugandas in einer farbenprächtigen Show, die die Zuschauer in die Welt Afrikas entführt.

Hervorragende Musik und Tänze boten diese jungen Leute dem begeisterten Publikum.
Wer diesen Abend erlebt hat, wird ihn so schnell nicht wieder vergessen. Die folgenden Bilder geben davon nur einen kleinen Eindruck wieder. Wer nicht dort sein konnte, hat etwas Außergewöhnliches versäumt.

Leider durfte ich die aufgenommenen Videoclips nicht veröffentlichen.
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