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Pflegekurs in Schröck endet mit der Zertifikatsübergabe

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Marburg: Schröck | Sich selbst pflegen um Anderen gerecht zu werden.
Der Dialog in einer Gruppe von Angehörigen und Interessierten führt in aller Regel dazu, dass man kurzweiligen Abstand zur eigenen Situation erhält und dieser Freiraum wird als kleine Oase im Pflegealltag erlebt. So beschreiben es auch die vierzehn Teilnehmer des Pflegekurses der Caritas -Sozialstation, der AurA Tagespflege - Roßdorf und den Verein "Kulturscheune" beim gerade erfolgreich beendeten Pflegekurs. Dieser an 12 Abenden stattgefundene Kurs bot den Teilnehmern Informationen, praktische Hilfe und Unterstützung zu vielen Themen der Pflege und Betreuung wie z.B.: Ernährung, Mobilität, Pflegehilfsmittel, Entlastungsmöglichkeiten, Umgang mit Menschen mit Demenz, Betreuungsrecht, Vollmachten und Patientenverfügungen um nur einige Aspekte zu nennen. Vielleicht ist es gerade das gegenseitige Verständnis der Kursteilnehmer, dass diese Abende auszeichnen, denn wer könnte den Anderen besser verstehen als jemand, der sich in einer ähnlichen Situation befindet? „Es tut einfach gut, sich verstanden zu fühlen und zu sehen, wie andere Menschen mit einer vergleichbaren Situation umgehen bzw. gelernt haben, damit umzugehen“, so einer der Teilnehmer. Denn schließlich sei es auch ein gutes Gefühl, die eigenen Erfahrungen an andere weitergeben zu können. Die Treffen wurden von Raphael Glade (Caritas) und Hans Loock (AurA) organisiert und moderiert. Das breite Themenspektrum wurde durch Experten wie, dem leitenden Oberarzt der gerontopsychiatrischen Ambulanz, einer Ernährungswissenschaftlerin, Diplompädagogen und das Team eines Sanitätshauses abgerundet, sodass die Teilnehmenden punktgenau bei ihren Bedarfen und Fragen, aber auch ihren Erfahrungen und Kompetenzen abgeholt wurden. Im Schröcker Bürgerhaus entstand an den Abenden ein Raum, in dem man sich unter Gleichgesinnten fallen lassen konnte, in dem aber auch gelacht wurde und in dem sehr intensive Gespräche zustande kamen.
Letzte Woche endete der Kurs mit der feierlichen Übergabe der Teilnahmebescheinigungen. Klaus Sprywald (Stadtrat des Magistrats der Stadt Marburg) und Dagmar Loock-Wirth (AurA-Leitung) übergaben die Zertifikate und beglückwünschten die Teilnehmer. Der für die Teilnehmer kostenfreie Kurs wurde finanziell durch die Barmer GEK unterstützt. In der Abschlussrunde betonten die Veranstalter, dass der Pflegealltag mit all seinen Herausforderungen immer sehr individuell zu sehen sei und es letztlich keine Patentrezepte gäbe. Eines der Ziele war es, die Teilnehmer ganz praktisch zu unterstützen und zu sensibilisieren, denn auch die eigene Gesundheit ist eine erschöpfbare Ressource. Alle Kursteilnehmer äußerten sich sehr zufrieden mit dem Verlauf des Kurses, denn Sie gaben gelernt, dass Pflege und Betreuung keiner ganz alleine schaffen kann und manchmal braucht man auch Hilfe dabei, die eigenen Grenzen zu erkennen, loszulassen und Verantwortung zu delegieren.
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Weiterveröffentlichungen:

Marburg Extra | Erschienen am 03.01.2013
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Jens Mengel-Vornhagen aus Marburg | 23.12.2012 | 10:28  
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