Anzeige

Na Logo! Wie Bildmarken unsere Kommunikation prägen

Bildmarken wie das myHeimat-Logo prägen unsere Kommunikation. Doch weniger bekannt ist, wie solche Zeichen entstehen: hier ein kurzer Essay über das Entwerfen von Logos. Wie selbstverständlich verwenden wir täglich Logos oder orientieren uns daran in der visuellen Welt der Kommunikation. Eine Marke, ein Produkt, eine Stadt – sogar eine ganze Nation – können in Form eines einfachen Bildzeichens veranschaulicht werden.

Der Eiffelturm ist Paris

Schließen Sie die Augen und stellen Sie sich den Eiffelturm vor: Auch wenn Sie noch nie in Paris waren, haben Sie ein vereinfachtes Abbild des Bauwerks vor Augen. Weniger die exakten Verstrebungen der Statik oder die Anzahl der Zwischenetagen stehen dabei im Vordergrund als die A-förmige Sihouette. Eine Farbe lässt sich gar nicht zuordnen. Der echte Eiffelturm ist natürlich viel komplexer und der tonnenschwere Stahl erscheint in Dunkelgraubraun.
Die vereinfache Darstellung des markanten Eifelturmes steht für Paris – obwohl es dort bekanntermaßen weitaus mehr Bauwerke und noch mehr interessante Menschen und deren Viertel gibt. Hier erreicht ein Bildzeichen genau seinen Zweck: Die Wiedererkennung unter tausenden von anderen Zeichen ist einfach und trägt dazu bei, dass wir uns eine grafische Form mit einem Namen und einer Farbe mit dem dahinter liegenden Sachverhalt merken können.

Ein Logo ist kein Zeichen!

Je häufiger ein Zeichen kommuniziert wird, umso mehr Menschen erlernen die Bedeutung des Logos. Also kann im Umkehrschluss nicht auf Anhieb ein ideales Zeichen entworfen werden. Jedoch gibt es Methoden, dies rasch zu erreichen.
Was bedeutet das Wort „Logo“ eigentlich? Im Griechischen bedeutet es „Wort“ oder „Rede“ – also hat es mit dem Bildhaften erst einmal gar nichts zu tun! Im Kommunikationsdesign wird daher z.B. der Name eines Unternehmens als „Logo“ bezeichnet. Ergänzt wird das Logo durch ein „Signet“, das eine grafische Form beschreibt. Dieses Signet wird mit dem Logo zu einem „Logogramm“ kombiniert. Dieser Begriff wird jedoch eher weniger verwendet, bekannter ist die sogenannte „Bildmarke“. Wenn Ihnen das jetzt zu akademisch wird, schauen Sie sich das Beispiel „Twitter“ an!

Ein symphatisches Vögelchen erobert die Welt

Der Online-Dienst Twitter wird mit einem blauen Vögelchen als SIgnet dargestellt. Warum? Das englische Wort „twitter“ bedeutet nichts anderes als „Geschnatter“ oder auch „Gezwitscher“. Somit steht das Signet in Form eines kleinen Singvogels fest, der flatternd und zwitschernd in die Lüfte steigt, damit Sympathie durch das Signet transportiert wird. Dabei bedienten sich die Gestalter des Signets einer einfachen Methode: Welches Tier könnte unsere Marke symbolisieren? Zudem greifen die Designer auf die Vereinfachung in Form der Silhouette zurück. Der Vogel ist keiner Gattung zuzuordnen, klar ist jedoch anhand der Darstellung, dass es sich um einen kleinen agilen Singvogel handelt.

Obwohl Twitter noch jung ist, gibt es bereits zahlreiche Ableitungen aus dem ursprünglichen Logogramm: Es wird entweder nur das Signet verwendet, das komplette Logogramm oder sogar nur der Anfangsbuchstabe, stellvertretend für eine Smartphone-App.
Aus dieser vielfältigen Verwendung entsteht über die ebenso vielfältige Kommunikation ein Erscheinungsbild, das auf der Bildmarke aufbaut. Neben Logo und Signet treten dabei die Farbe, Proportionen oder die Typografie in den Vordergrund. Verwässert das nicht die Wahrnehmung der Marke? Nein, denn wie immer will das (visuelle) Publikum auf Dauer unterhalten werden – und dazu bedarf es der spielerischen Varianten, ohne das Gesamtkonzept zu verlassen.

Das ideale Logo: Zunächst wiedererkennbar!

Dem Twitter-Nutzer ist es letztlich egal, ob er das blaue Vögelchen als Logo oder Signet erkennt; die Kunst besteht für die Gestalter darin, zu so einem einfachen Bild zu gelangen, damit weltweit innerhalb eines Augenblicks die Verbindung zwischen Zeichen und Zusammenhang hergestellt werden kann.

Weitere Logos, Signets und Bildmarken finden Sie hier:
Design made in Germany
0

Weiterveröffentlichungen:

Oberhessische Presse | Erschienen am 19.01.2013
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.