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Mord in Marburg-Ockershausen

Am Rande von Ockershausen geschah der Mord.
Marburg-Ockershausen. Am Südhang des Dammelsberges wurde eine Leiche gefunden. Ihr war der Hals durchgeschnitten worden, dazu wies sie zahlreiche Messerstiche auf. Ein Förster hatte sie bei einem Waldbegang entdeckt. Sie musste schon einige Tage gelegen haben. Das Gesicht der Frau war unkenntlich, von Blut und Maden bedeckt.

Wer ist die Ermordete?

Nach erfolgter Reinigung des Gesichtes wurde sie als Dorothea Wiegand aus Marburg-Ockershausen identifiziert. Sie war eine 24 Jahre junge Tagelöhnerin, die etwa im 4. Monat schwanger war. Da ein Selbstmord rasch ausgeschlossen werden konnte, wer war der heimtückische Mörder?

Der Autor

Matthias Blazek hat diesen Mordfall in seinem gerade erschienenen Buch "Mord und Sühne - Der Prozess gegen den Schuhmacher Ludwig Hilberg, der 1864 vor großem Publikum hingerichtet wurde", akribisch aufgearbeitet.

U. a. anhand von Gerichtsakten und Presseberichten wird die schwierige Lebensgeschichte der Beteiligten geschildert in dem damals vergleichsweise armen Ockershausen. Die Ermordete war als Tagelöhnerin nicht gut angesehen, wurde gar von einigen bösartigen Menschen als "das Hinkel" verspottet.

Letzte öffentliche Hinrichtung in Hessen

In einem langen Gerichtsprozess wurde schließlich der Schuldige überführt und letztendlich öffentlich im Jahre 1864 hingerichtet. Viele Schaulustige wohnten der letzten Hinrichtung mit dem Schwert in Hessen bei. Aberglaube, dass das Blut des Enthaupteten Heilkraft hätte, war damals noch verbreitet.

Der Scharfrichter Christian Schwarz

Der Autor Matthias Blazek stellt neben den Prozess-Beteiligten zusätzlich auch den Lebenslauf des letzten hannoverschen Scharfrichters Christian Schwarz vor, der die traurige Hinrichtung auf dem Rabenstein bei Marburg vollzog. Einige ältere und jüngere Bilder, z. B. von der heute noch stehenden Mordeiche, vervollständigen die lesenswerte Dokumentation aus dem ibidem-Verlag. Nichts für schwache Nerven, aber Zeitgeschichte, aus der jeder lernen kann. Einige Marburger haben unterstützend an dem Buch mitgewirkt.
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