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„Deutlich Diffus“ Fotoausstellung der Blauen Linse in der Galerie Haspelstraße 1

  „Deutlich Diffus“ Fotoausstellung der Blauen Linse in der Galerie
Haspelstraße 1

Das Spiel mit Schärfe und Unschärfe ist in der Fotografie ein
wesentliches Gestaltungselement. Je nach Einsatz erzeugt es räumliche
Tiefe, die Illusion einer bewegten Dynamik oder lenkt den Blick des
Betrachters gezielt auf zentrale Bildaussagen. In der Ausstellung
„Deutlich-Diffus“ erweitert die Fotogruppe Blaue Linse Marburg dieses
Spiel um vielfältige Nuancen. Eine Fülle von scharfen Details erzeugen
ein vexierendes und damit diffuses Gesamtbild, scheinbar klare Ordnung
ist in Wirklichkeit Chaos, und das Diffuse ergibt trotzdem ein
deutliches Bild. Die Inszenierung von Spiegelungen, Verzerrungen und
Unschärfen neben Statik und Schärfe wird so zur Projektionsfläche des
Betrachtenden.

Armin Bender zeigt in einer Dreierserie bizarre Lichtmalereien über dem
nächtlichen Schloss. In einer zweiten Motivwahl interpretiert er das
Thema über ein Spiegelmosaik in einem venezianischen Café.
Donnernder Rauch" nannten die Einheimischen den weißen Nebeldunst, der
über den hinabstürzenden Wassermassen des Sambesi aufsteigt. Deutlicher
kann man das Naturwunder der Victoria Falls nicht beschreiben, sagt
Erhart Dettmering.
Andrea Freisberg taucht mit ihren Fotos tief ein in die flüchtige Welt
von erstarrtem Eis und fließendem Wasser.

Das Titelbild zur Ausstellung von Heike Heuser zeigt eine bewegte Szene
mit sich an der Straßenbahn festhaltenden Kindern vor dem Taksim-Platz
in Istanbul. In ihrer eigentlichen 8 er Serie zum Thema bekommt die EZB
Frankfurt „Schwanenbesuch“. Ein Schwan macht sich auf den Weg auf das
noch klar erkennbare Spiegelbild der EZB im Main, durchschwimmt es und
löst das Bild langsam auf.
Unter dem technischen Ausdruck „f/1,1“ zeigt Reinhard Keller zwei Reihen
von Fotografien („Altes Laub“ und „Junge Blätter“), in denen die
vollkommen geöffnete Blende (f 1,1) nur einen eng begrenzten, deutlich
scharfen Bereich zulässt, während sich der Rest des Motivs in diffuser,
malerischer Unschärfe verliert.
Friedemann Korflür stellt einen Klassiker aus, der trotzdem immer wieder
fasziniert: Das Riesenrad im Wiener Vergnügungsviertel Prater dreht sich
gemächlich und doch so geschwind vor einem winterlich blaugrauen
Abendhimmel.
Für Gudrun Niessner-Wild gibt die Fotografie nicht das Sichtbare wieder,
sondern macht sichtbar, nach Paul Klee.
Das Thema der Ausstellung hat Susanne Saker dem Wortsinn entsprechend
umgesetzt. Ihre Serie „Stromlinien“ bildet das scheinbare Chaos der
Stromleitungen in den Straßen Bangkoks ab.
„Dive In“ - mit seiner Bilderserie lädt Chris Schmetz die Betrachtenden
ein, in die verschiedensten Bedeutungsebenen seiner Fotos einzutauchen
und sich mit dem Spannungsverhältnis von Fotografiertem und Fotograf
auseinanderzusetzen.
Eine kleine Geschichte von Werden und Vergehen zeigt Edgar Zieser mit
seinen Fotografien von einer Tanzperformance im Bockenheimer Depot /
Frankfurt. Die Performance vom 5. Mai 2017 war eine Art Vorspiel zu der
dreiteiligen choreographischen Präsentation ’Extinction of a Minor
Species’ von Jacopo Godani.

Do 4. bis Mi 31. März, Galerie Haspelstraße 1, Marburg
Öffnungszeiten: Di. -Fr. 15-18 Uhr, Sa. 13-15 Uhr
Ein Besuch der Ausstellung ist als private Verabredung unter Beachtung
aktueller Corona-Regelungen möglich. Kontakt: 0176/44531223 (Herr E. Zieser)

Online-Präsentation unter www.blaue-linse.de/ausstellungen/deutlich-diffus
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1 Kommentar
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Thomas Ruszkowski aus Essen | 25.02.2021 | 16:54  
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