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Ausdrucksmalen macht den Kopf frei und öffnet die Seele

  Marburg: Atelier für Kunsttherapie und Ausdrucksmalen | Seit Oktober 2012 gibt es den Malort in Marburg – genauer gesagt: Das Atelier für Kunsttherapie und Ausdrucksmalen im Schwanhof in Marburg. Die Atelier-Leitung hat Frau Kattrin Luchs, die diplomierte Kunsttherapeutin, Ausdrucksmalleiterin und freischaffende Künstlerin ist.

Das Atelier ist ein angenehm zurückhaltender Raum, gleichmäßig beleuchtet, mit großen Malwänden an der Wand, um der Kreativität größtmöglich Platz zu bieten. Auf einem rollbaren Palettentisch warten 12 leuchtende Farben in Glasschälchen darauf, auf den großen Papierbögen an der Wand in Bilder verwandelt zu werden.

Wie verläuft nun das Ausdrucksmalen?

Es ist eine intuitive Malform. Das bedeutet, dass es keine Vorgabe des Motives oder einer thematischen Vorgabe (z.B. „Balance“) gibt. Jeder malt aus dem Bauch heraus, ganz nach Laune oder persönlicher Stimmung – auch wenn man euphorisch, niedergeschlagen oder verärgert ist.

Das Malen findet im Stehen statt: Mit Pinsel und Farbe malen die Teilnehmer auf den Papieren, die an der Wand befestigt sind. Damit die dickflüssigen Gouache-Farben auf dem Papier nicht so schnell trocknen und somit Strich für Strich die feuchten Farben auf dem Papier vermischt werden können, wird das Papier zuvor mit Tapetenkleister grundiert. Gemalt werden darf mit allem: breite Borstenpinsel, feine Haarpinsel oder mit der Hand. Die spitze Pinselrückseite kann dazu dienen, in die feuchte Farbe Linien hinein zu kratzen.

Es gibt keinerlei Vorgabe – das ist zu Beginn recht ungewöhnlich, denn in jedem anderen Kreativkurs würden sich die Teilnehmer fragen, was denn nun gemalt werden soll? Wie man mit der Maltechnik zum Ziel kommt? Und ob das so richtig sei? Genau hier setzt das Ausdrucksmalen an. Es geht um die inneren Bilder. Um zu diesen Bildern zu gelangen und aus sich heraus auf das Papier zu bringen, müssen sich die Teilnehmer frei machen von den erlernten Methoden (Mal- und Zeichenkurse) oder der Erwartungshaltung, in jedem Pinselstrich gleich eine gegeständliche Deutung vorzunehmen.

Wer die bekannte Angst vor dem leeren Blatt zu Beginn überwunden hat, indem er einfach die Farbe seiner Wahl mit einer großen Bewegung auf das Blatt bringt oder zaghaft mit der Pinselspitze auf das Papier tupft, gelangt schnell in den Mal-Fluss. Durch Bewegung und Wiederholung des Pinselstriches entsteht Rhythmus, durch Gegenbewegung Struktur oder Spannung.

Werden die Pinsel-Bewegungen immer größer oder die Linien länger, werden weitere Papierbögen an den Rändern angefügt, sodass das Malen schier grenzenlos erscheint. Wer anfangs zögerlich oder zurückhaltend war, wird hinterher überrascht sein, welche großen und lebendigen Bilder aus ihr oder ihm kommen.

Was auf dem Papier entsteht, wird nicht bewertet oder kritisiert. Das ist eine Grundregel, die das Ausdrucksmalen setzt, damit der Mal-Prozess nicht durch das eigene Analysieren oder das Bewerten der anderen Teilnehmer unterbrochen wird. Es gibt auch kein Wettbewerb zwischen Profis, Fortgeschrittenen und Einsteigern. Jeder ist mit sich und seinen eigenen Bildern beschäftigt.

Das Ausdrucksmalen ist also rational gesprochen eine Kreativmethode, den ewig ratternden und nach dem „Warum?“ fragenden Kopf beim Malen auszuschalten und sich dem Mal-Prozess ganz und gar hinzugeben. Doch das wäre zu wenig: Die eigentliche Faszination des Ausdrucksmalens liegt darin, dass jeder auf Anhieb malen kann, dass es kein richtiges oder falsches Malen gibt, und dass nach über einer Stunde – die schnell vergeht – wundervolle und farbenfrohe Bilder an den Wänden hängen, die ein Spiegelbild unseres momentanen Selbst sein können!

Mehr zum Atelier für Kunsttherapie und Ausdrucksmalen finden Sie hier
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