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75 Jahre nach der Befreiung von Auschwitz I – Der Holocaust als Mahnung + Europa als Lehre für Menschlichkeit und Freiheit.

kaum noch lesbar, sie werden jetzt gereinigt
 
Ein Mitglied von PoE beginnt zu säubern
Säuberungsaktion in Zusammenarbeit mit Geschichtswerkstatt und PoE Marburg

Trotz Regenwetter kamen einige PoE-Mitglieder zur Reinigungsaktion auf den Marktplatz.

75 Jahre nach der Befreiung von Auschwitz –
Der Holocaust als Mahnung + Europa als Lehre für Menschlichkeit und Freiheit.
Wohin es führt, wenn Grundrechte beschränkt, wenn Menschen ausgegrenzt, diffamiert und getötet werden, wenn der totale Krieg entfesselt wird – dafür ist der "Tag der Erinnerung" am 27. Januar eine Mahnung. Nie wieder Krieg! Nie wieder Diktatur und Entrechtung! Das waren zwei Hauptmotive der GründerInnen des europäischen Integrationsprojekts nach Beendigung des Zweiten Weltkriegs. Ein Dreivierteljahrhundert später ist die heutige Europäische Union – mit all ihren Unvollkommenheiten – Garant für Frieden, Menschenrechte und Freiheit, für die es sich einzusetzen lohnt. Dennoch: Auch in der Gegenwart ist diese Freiheit, sind Bürgerrechte in vielen Ländern bedroht. In manchen europäischen Staaten sind autoritäre Kräfte am Werk, schleifen die Gewaltenteilung, unterdrücken unabhängige Stimmen. Und auch bei uns in Deutschland erleben wir Übergriffe und Angriffe auf Minderheiten.
Wir sehen es deshalb als unsere Aufgabe, an die Gräueltaten des Holocaust zu erinnern. Ein Europa, das Freiheit und Menschenrechte garantiert, ist letztlich auch eine Antwort auf Auschwitz.
Um die Erinnerung wachzuhalten, folgen wir dem Appell des Künstlers Gunter Demnig, und rufen dazu auf, gemeinsam mit uns „Stolpersteine“ zu putzen. Diese Gedenksteine mit Messingplatte versehen mit Namen, Geburtsjahr und Schicksal der Menschen, an die erinnert wird, liegen vor den Häusern von Deportierten, Ermordeten, Vertriebenen und Entrechteten. Sie erinnern uns an das Leid, das Menschen während der Naziherrschaft zugefügt wurde. In Marburg wurden bisher vor 37 Häusern 93 Stolpersteine gesetzt. Der Aufruf wird unter anderem von den Pulse-Städten Aachen, Darmstadt, Düsseldorf, Baden-Baden, Stuttgart, Essen sowie Wien und Prag geteilt. In Marburg ist die Aktion mit der Geschichtswerkstatt Marburg e.V. abgestimmt. Frau Wagner wird uns führen und ggf. einige Erläuterungen zu den Schicksalen der deportierten Menschen geben können.
Aus der Rede in Yad Vashem des Bundespräsidenten, Steinmeier (24.01.20):
„Und auch das muss ich hier und heute aussprechen: Die Täter waren Menschen. Sie waren Deut-sche. Die Mörder, die Wachleute, die Helfershelfer, die Mitläufer: Sie waren Deutsche.
Der industrielle Massenmord an sechs Millionen Jüdinnen und Juden, das größte Verbrechen der Menschheitsgeschichte – es wurde von meinen Landsleuten begangen.
Der grausame Krieg, der weit mehr als 50 Millionen Menschenleben kosten sollte, er ging von mei-nem Lande aus.
75 Jahre nach der Befreiung von Auschwitz stehe ich als deutscher Präsident vor Ihnen … und wünschte, sagen zu können: Unser Erinnern hat uns gegen das Böse immun gemacht.
Ja, wir Deutsche erinnern uns. Aber manchmal scheint es mir, als verstünden wir die Vergangenheit besser als die Gegenwart.
Die bösen Geister zeigen sich heute in neuem Gewand. Mehr noch: Sie präsentieren ihr antisemitisches, ihr völkisches, ihr autoritäres Denken als Antwort für die Zukunft, als neue Lösung für die Probleme unserer Zeit. Ich wünschte, sagen zu können: Wir Deutsche haben für immer aus der Geschichte gelernt.
Aber das kann ich nicht sagen, wenn Hass und Hetze sich ausbreiten. Das kann ich nicht sagen, wenn jüdische Kinder auf dem Schulhof bespuckt werden. Das kann ich nicht sagen, wenn unter dem Deckmantel angeblicher Kritik an israelischer Politik kruder Antisemitismus hervorbricht. Das kann ich nicht sagen, wenn nur eine schwere Holztür verhindert, dass ein Rechtsterrorist an Jom Kippur in einer Synagoge in Halle ein Blutbad anrichtet. …
Im Erschrecken vor Auschwitz hat die Welt schon einmal Lehren gezogen und eine Friedensordnung errichtet, erbaut auf Menschenrechten und Völkerrecht. Wir Deutsche stehen zu dieser Ordnung und wir wollen sie, mit Ihnen allen, verteidigen. Denn wir wissen: Jeder Friede bleibt zerbrechlich. Und als Menschen bleiben wir verführbar.“

Aufruf: Veranstaltung „Polen und die EU“, 30.01., 19:00 Lomonossow-Keller +
Vorbereitung Studienfahrt Let's be the Pulse of Europe! Euer PoE Team Marburg

Text: Peter Reckling
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