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Warum ist das Trinkwasser in Marburg verunreinigt?

Keime verunreinigen derzeit Leitungswasser in Marburger Teilgebieten. Doch wie sind die Keime in Wasser gelangen und wurden die Bewohner zu spät von den Stadtwerken informiert?

In Wehrhausen, dem Stadtwald und Teilen von Ockershausen ist Leitungswasser zurzeit nicht genießbar. Sogenannte coliforme Keime wurden bei einer Routineuntersuchung gefunden und alarmierten die Stadtwerke. Daraufhin wurden Handzettel mit der Aufforderung, das Wasser mindestens fünf Minuten abzukochen, an die betroffenen Haushalte verteilt. Erst dann kann das Wasser getrunken oder für die Zubereitung von Lebensmitteln genutzt werden, ohne dass ein gesundheitliches Risiko besteht. Für die Körperhygiene könne das Wasser bedenkenlos verwendet werden, so Rainer Kühne, Geschäftsführer der Stadtwerke Marburg, gegenüber der OP Marburg. Das Gesundheitsamt Marburg-Biedenkopf ist ebenfalls verständigt und eingeschalten worden. Doch woher stammen die Keime? Noch ist unklar, wie es zur Verunreinigung des Leitungswassers gekommen ist. Die coliformen Keime könnten über den Boden in das Grundwasser eingedrungen sein.

Was, wenn man die Warnung übersehen hat?

Einige Bürger sind in Sorge, da sie dass verunreinigte Wasser getrunken haben. Doch Kühne versucht zu beruhigen: Niemand müsse vorsorglich zum Arzt gehen, es sei denn, man leidet unter Durchfall oder Übelkeit. Doch wieso wurden die Medien nicht informiert? Bewohner wie der Ockershäuser Karl-Heinz Gimbel beschweren sich, dass die Information zu spät und auf dem falschen Wege kam:„Wenn die Post da war, schaut keiner mehr in den Briefkasten.“ Mit Hochdruck wird versucht, das Wasser schnellstmöglich wieder zu reinigen und trinkbar zu machen. Die Keime werden derzeit mit Chlor abgetötet, die Rohre werden gereinigt und Hochbehälter desinfiziert. Wie lange das Wasser noch verunreinigt ist, kann noch nicht gesagt werden, da die ständigen Messungen erst zwei Tage später Ergebnisse liefern. Bis zur Entwarnung muss das Wasser – so lästig es ist – weiter abgekocht werden.

In Marburg werden übrigens 500 Wasserproben pro Jahr übernommen – das sind fünf Mal mehr als vorgeschrieben. Außerdem werden ausnahmslos alle Proben auf coliforme Keime untersucht.

Wohnen Sie in einem der betroffenen Gebiete? Haben Sie den Handzettel rechtzeitig gelesen oder werden auch Sie den Stadtwerken vor, ungeschickt gehandelt zu haben? Kochen Sie das Wasser ab oder haben Sie sich im Supermarkt mit stillem Wasser eingedeckt?
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1 Kommentar
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Johannes Linn aus Marburg | 22.07.2012 | 16:35  
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