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Kichern verboten! Freeze Mob in der Innenstadt

Die Marburger Studenten kommen langsam auf den Geschmack. Am gestrigen Freitag wurde die Marburger Innenstadt ein zweites Mal innerhalb von 3 Wochen von einer spontanen sinnlosen Massenaktion heimgesucht, einem so genannten „Flash Mob“.
Der großen positiven Resonanz auf die Massenkissenschlacht vom 20. März auf dem Marktplatz folgend, war die rege Beteiligung am zweiten Flash Mob um 15 Uhr in der zweiten Etage des Schlossbergcenters nicht verwunderlich. Zum „Freeze Mob“ versammelten sich fast 50 Studenten und Einwohner Marburgs, um kollektiv für fast 5 Minuten in der Bewegung einzufrieren. Misstrauisch schlichen sich Passanten durch den nach einem Pfiff plötzlich entstandenen Statuenwald. Nervös lachend zog ein Mädchen ihre Freundin am Arm. „Habe ich irgendwas verpasst?“ fragt sie völlig verzweifelt. „Ich find das völlig irritierend, die sind ja überall!“ Ein buntes Potpourri auf der gesamten Etage verteilt, sie lagen sich in den Armen, waren dabei einen Pullover auszuziehen oder nippten ganz einfach an ihrem Kaffee. Ein Bild, gemeißelt wie für die Ewigkeit. Todernst verharrten die Studenten in ihren vorher abgesprochenen Posen. Ein paar schnelle Blicke mussten
Einige doch wechseln. Hauptsache kein Gekicher! Einige Passanten fanden es hingegen zum Brüllen komisch. Ein zweiter Pfiff und die Massen zerstreuen sich wieder.
Impulsgeber war, wie beim letzten Flash Martin S., der auch diesmal hoch zufrieden mit der Beteiligung gewesen sein dürfte. Es gibt verschiedenste Flash Mob-Aktionen, gemeinsam sind ihnen die komplette Sinnlosigkeit der Handlung, der spontane kurze Auftritt, die simultane Art zu agieren und die Anonymität unter den Mitwirkenden. Nie steckt eine politische Motivation dahinter. Es geht den Flash Mobbern (aktiven Teilnehmern an einem Flash Mob) in erster Linie darum, Unbeteiligte zu verwirren, Leute vor den Kopf zu stoßen und Spaß zu haben.
Die Flash Mobs haben klangvolle englische Namen, was nicht verwundert, da die Flash Mob-Bewegung ursprünglich aus New York stammt. Zu den Klassikern zählen der „Banana bang“ bei dem es darum geht, schauspielerisch überzeugend darzustellen wie man sich gegenseitig mit einer Banane „erschießt“ oder auch der Freeze Mob vom letzten Freitag.
Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Flash Mobber denken sich immer wieder neue Flash Mob-Aktionen aus, die im Internet in Foren heiß diskutiert werden. Auch der Aufruf zur gestrigen Flash Mob-Aktion wurde über Studi-Vz, ein soziales virtuelles Netzwerk für Studenten, angekündigt. Hier hatten die Beteiligten zuvor die Möglichkeit abzustimmen, welche Aktion als nächstes gestartet werden sollte. Das unterstreicht den Kollektivismusgedanken eines Flash Mobs, einer Bewegung die bewusst ohne „Führer“ auskommt. Der nächste Flash Mob ist schon in Aussicht. Um die Diskretion vor der Aktion zu wahren und den Überraschungseffekt zu erhalten, wird nur so viel verraten: die Globalen Aktionswochen 2009 vom 20. Bis zum 29. April werden an Marburg nicht unbemerkt vorüberziehen.
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Margarita Albrecht aus Marburg | 07.04.2009 | 14:58  
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