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WELTREISE 2013 – TEIL 22: CUSCO MIT SACSAYHUAMÁN

SCHILD DER PROVINZ CUSCO ALS SPRINGBRUNNEN
 
CUSCO 3.700 m ü.M.
 
INKA HERRSCHER PACHACUTEC
Callao, Tag 3.

Am frühen Morgen des dritten Tages in Callao/Lima verlassen wir mit einer Gruppe das Schiff, das bereits am heutigen Abend in Richtung Guayaquil/Ecuador ohne uns weiterfahren wird. Dort werden wir in drei Tagen wieder an Bord gehen.

Wir haben eine dreitägige Exkursion nach Cusco und Machu Picchu gebucht. Aufgrund unserer stets schlechten Erfahrungen mir organisierten Ausflügen, haben wir die Buchung lange hinaus gezögert und leider ergebnislos nach Alternativen gesucht. Die individuelle Anreise zu unseren Wunschzielen in den Anden wäre einfach zu kompliziert und vom Schiff aus unmöglich zu organisieren. Schweren Herzens und mit berechtigter Skepsis entschließen wir uns deshalb, uns der Exkursionsgruppe mit insgesamt 17 Teilnehmern anzuschließen und somit einem einheimischen „Reiseleiter“ auszuliefern.

Mit dem Bus geht’s zum Flughafen in Callao und von dort mit einer Maschine der LAN (Líneas Aéreas Nacionales) in zwei Stunden nach Cusco. Der Flug verläuft bei ruhigem Wetter ohne große Turbulenzen über die schneebedeckten Gipfel der Anden. Der Anflug auf Cusco selbst endet in einer atemberaubenden Schleife um einen Berg in der Mitte des Cusco-Tales. Rotbraune Ziegeldächer prägen das Stadtbild von oben. Es gibt keine hohen Gebäude, außer den weithin sichtbaren Kirchen.

Wir steigen aus – und atmen schneller, denn 3.400 Meter über dem Meer (wir kommen von Höhe Null) ist die Luft klar und dünn. Kopfschmerzen stellen sich ein und wir fühlen uns im wahrsten Sinne des Wortes etwas „high“. Mit dem Bus fahren wir zum Hotel. Quartier machen und Mittagessen schließen sich an. Wir lutschen Coca-Bonbons, um unsere leichten Schwindelgefühle und Kopfschmerzen zu bremsen. Zunge und Mund werden taub.

Am frühen Nachmittag werden wir zunächst mit dem Bus drei Kilometer zu den oberhalb des Stadtzentrums liegenden Ruinen von Sacsayhuamán gekarrt. Hier haben wir den gleichen fantastischen Ausblick auf die Stadt wie zuvor aus dem Flugzeug. Diese Befestigungsanlage und zugleich Kultstätte wurde von den Inkas im 15. Jahrhundert errichtet. Wahrscheinlich sollte sie den am meisten gefährdeten Zugang zur Stadt schützen. Sie besteht aus drei zyklopischen, terrassenförmig übereinander gebauten Zickzackmauern, die 600 m lang sind. Die untere Mauer ist neun, die mittlere zehn und die obere fünf Meter hoch. Zum Bau der Mauern wurden riesige Steine von den 20 km entfernten Steinbrüchen heran transportiert und bearbeitet, bis sie fugenlos aneinander passten. Der größte Stein ist 9 m hoch, 5 m breit, 4 m dick und wiegt über 200 Tonnen. Wir staunen über die perfekten Steinmetz Arbeiten und bedauern, dass nur noch ein Drittel der ehemaligen Anlage dank der Zerstörungswut der Spanier erhalten ist. Gerne würden wir die gesamte Anlage einschließlich der astronomischen Beobachtungsplattform besichtigen, doch unser „Reiseführer“ drängt weiter, um uns in einen nahe gelegenen Souvenir-Shop zu ziehen, wo er sicherlich eine fette Provision auf ihn wartet. Aus Protest warten wir demonstrativ vor der Tür.

Zurück im Stadtzentrum werden wir anschließend erbarmungslos zu den Sehenswürdigkeiten Cuscos gejagt. Auf dem Hauptplatz (Plaza de Armas), der vom Dom und der Jesuitenkirche begrenzt wird, grüsst uns der Inka-Herrscher Atahualpa von seinem erhöhten Sockel über einem Springbrunnen. Das Innere der Kathedrale, die auf den Grundmauern des Palastes des 8. Inka Viracocha erbaut wurde, ist genauso katholisch-protzig wie das Innere der nahe gelegenen Jesuitenkirche, die auf den Grundmauern des Palastes von Huayna Cápac erbaut wurde. In beiden Kirchen ist das fotografieren natürlich verboten, denn Rom ist nie weit wenn es um den Verkauf seiner Postkarten, Bildbände und kitschigen Devotionalien geht.

Anschließend besuchen wir das Dominikanerkloster Qurikancha (Kancha=Gold), das seinerzeit auf dem größten Heiligtum der Inkas, dem Sonnentempel (Inti Kancha), errichtet wurde. Seinerzeit waren alle Wände des Sonnentempels mit 700 soliden Goldplatten verkleidet. Eine massivgoldene Sonnenscheibe in Gestalt eines Menschen war vor einer mit Edelsteinen reich geschmückten Wand so aufgestellt, dass die aufgehende Sonne reflektiert wurde und in einem blendend goldenen Licht zurückgeworfen wurde.

Der benachbarte Raum, der der Mondgöttin Mama Killa gewidmet war, war vollkommen mit Silber ausgeschlagen. Hier wurde eine aus Platin hergestellte silberfarbene Mondscheibe in Frauengestalt als Braut und Schwester des Sonnengottes von 10 Meter Durchmesser und über 900 kg Gewicht verehrt. Gold und Silber hatten ausschließlich kultischen Wert, galt doch das Gold als „Schweißperlen der Sonne“ und Silber als „Tränen des Mondes“. Erhalten blieb immerhin eine goldene Scheibe mit der Darstellung des Weltalls aus Sicht der Inkas (siehe Foto).

Die Spanier zwangen die Inkas, alle Schätze abzuliefern, um damit den gefangen gehaltenen Inka-Herrscher auszulösen. Pizarro nahm Alles und ließ den Inka-König anschließend umbringen: „Gott vergellt ’s!“

Im Innern der Anlage stehen noch immer einige fugenlose Wände des Inka-Sonnentempels mit ihren typischen trapezförmigen und Erdbeben sicheren Türöffnungen und Mauernischen, in denen einst Statuen aus Gold und vergoldete Mumien standen. Eine Replik der Knotenschrift „Khipu“, die auch von den Inkas gepflegt wurde, hängt unbeachtet an einer Wand.

Im heutigen Klostergarten, dem Heiligen Garten der Inkas, der damals in Terrassen bis hinab zum Fluss führte, standen einst goldenen Figuren von lebensgroßen Menschen, Tieren und Pflanzen. Die hier noch erhaltenen Mauern bestehen aus perfekt fugenlos ohne Zement ineinandergefügten Natursteinen, die eine leichte Kissenform an den Seiten haben, die ihre ästhetische Schlichtheit betonen. Nach oben verjüngen sich die Steinquader, womit sie optisch die Höhe der Mauern unterstreichen.

Es ist schon dunkel, als wir das Kloster Santo Domingo verlassen. Die Gruppe wird in ein billiges italienisches (!) Restaurant geführt. Dort serviert man uns kalte Spaghetti mit einem ebenso kalten Hamburger, der als Rindersteak bezeichnet wird. Nur schnell ins Bett, denn Morgen Früh ist um fünf Uhr wecken für Machu Picchu angesagt – und der Kopf dröhnt immer noch leicht.

Fortsetzung folgt.

Siehe auch: http://www.myheimat.de/marburg/freizeit/weltreise-...




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12 Kommentare
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Gerhard Redeker aus Burgdorf | 23.09.2013 | 14:46  
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Manfred W. aus Nebra (Unstrut) | 23.09.2013 | 16:13  
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Volker Beilborn aus Marburg | 23.09.2013 | 16:14  
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