Anzeige

Viele schöne Ausblicke in Marburg sind weg

Weg zur Augustenruhe um 1900. Rechts die Treppe hoch gelangte man zu einem Ruheplatz mit Tempel. Die Anlage bestand noch bis nach dem 2. Weltkrieg.
 
Blick vom Fuß der Augustenruhe in der Nähe des alten Tempels (rechts) - gleiche Stelle wie bei Foto 1. Man sollte auf das Geländer im Hintergrund achten. Es steht noch und befindet sich noch an gleicher Stelle!
Marburg: Weinberg | Es war einmal, dass es in Marburg wunderbare Wanderwege gab und dabei an vielen Stellen tolle Ausblicke auf unsere Stadt, unsere Heimat. Aber sehr viele dieser Ausblicke, auch Ruheplätze, Schutz-Unterstände gegen Regen ("Tempel" genannt) sind verschwunden - für immer. Der Weg von der Elisabethkirche über Michelchen, Augustenruhe und Kirchspitze zum Behringmausoleum war meine Heimat - ist eigentlich noch meine Heimat. Aber es hat sich viel verändert, verwildert.

Man ist froh, wenn man in Marburg überhaupt noch ungeschoren Begriffe wie "Heimat"  verwenden kann. Es gibt Gruppierungen, denen sich die Spalten der "heimischen" Zeitung willig öffnen, die alles verdammen wollen, was mit Heimat zu tun hat. Auf einigen Dörfern gibt es noch Volksfest, Gruppen mit Volkstänzen. Seid froh, solange ihr daran nicht von den Moralisten gehindert werdet! 

In Kassel gibt es die Unterscheidung Kasseläner, Kasselaner und Kassler. Bei uns herrschen unangefochten die "Kassler". Natürlich gibt es bei den "Kasslern" in Marburg sone und solchene. Nur, dass unsere Heimatstadt verunstaltet, beschmiert wird ohne Ende - sichtbar in hundert Straßen, an tausend Häusern und Mauern  das ist Tatsache. Und das waren und sind nicht die Marburger, die Marburg als ihre Heimat empfinden. Und diejenigen, die im Rathaus sich verabreden, die Beschmierungen stehen zu lassen und behaupten, das alles sei Ausdruck von Kreativität und Vielfalt, das sind alles die "Kassler".

Zurück zu den schönen Ausblicken, die vergangen sind, und zu den Wanderwegen, die an vielen Stellen kaum mehr sichtbar sind, verschwunden sind. Einige wenige Wanderwege werden vom Garten- und Friedhofsamt jedes Jahr von Laub befreit. Würde dies nicht geschehen, dann wären selbst diese Wege in wenigen Jahren nur schwerlich begehbar. Also: Danke dafür. Aber das ist nicht genug. Vor allem die Treppen am Berg sind oft schadhaft, Teile fehlen usw. 

So vor hundert Jahren gab es mal rund um Marburg etwa dreißig Schutzhütten ("Tempel"). Die meisten sind verschwunden, zerstört oder zerfallen. Wie lange wird die Annablickhütte noch stehen? Am Freitagtempel gab es vor Jahren noch einen stabilen Zaun, damit man nicht die Felsen hinunterfällt. Aber weg ist die Begrenzung. 

Kommen ich zur Augustenruhe. Dort steht am Gipfel noch eine Schutzhütte, eine von mehreren - ehemals. Aber die Ausblicke sind sämtlich verschwunden, zugewachsen. So viele Bäume und Sträucher gab es vor vielen Jahrzehnten in der Stadt und rund um die Stadt nicht. Aber es wird trotzdem gejammert um die Natur. Ich kann hier nicht alle tollen Ausblicke alleine von der Augustenruhe aufzählen, die es heute nicht mehr gibt - man guckt nur auf Blätter.

Aus alter Zeit:

Ein altes Foto zeigt eine Schutzhütte am Beginn des Aufstiegs nach dem Hessen-Preußen-Haus hoch zum Gipfel der Augustenruhe. Nach dem 2. Weltkrieg war dieser Ruheplatz noch vorhanden, jetzt käme keiner der Neuen auf die Idee, dass es an dieser Stelle mal eine Ruhestätte mit Tempel gegeben hat - für immer verloren.

Foto 1: Blick zum Ruheplatz mit Tempel - ca. 1900
Foto 2: Blick 2020 von gleicher Stelle
8
Diesen Mitgliedern gefällt das:
3 Kommentare
36.512
Peter Perrey aus Neustadt am Rübenberge | 30.03.2020 | 21:13  
1.076
Bernd Müller aus Halle | 30.03.2020 | 21:36  
7.497
Klaus Dieter Hotzenplotz aus Marburg | 30.03.2020 | 23:44  
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.