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Becov nad Teplou / ehemals Petschau

Bečov nad Teplou / ehemals Petschau (Foto: Copyright by www.czechtourism.com)
 
Becov nad Teplou / ehemals Petschau (Foto: Copyright by www.czechtourism.com)
18.09.2009

Becov nad Teplou / ehemals Petschau

Die Burg im westböhmischen Becov nad Teplou wurde im 13. Jahrhundert vom Adelsgeschlecht von Osek gegründet. Als Wachtburg auf einem hohen Felsen errichtet, sollte sie die an dieser Stelle verlaufende Handelsstraße schützen und außerdem auch zur Ehebung von Zoll und Maut dienen. Zur größten Entwicklung der Burg kam es am Ende des 15. Jahrhunderts. Zu jener Zeit befand sich die Domäne Becov im Besitz der Herren Pluh von Rabštejn, eines Adelsgeschlechts, das sich vor allem durch ausgedehnten Gold-, Silber- und Zinnbergbau einen Namen machte. Unter den Pluhs wurden die beiden ältesten Burgteile miteinander verbunden, später wurde im Stil der Renaissance ein neuer repräsentativer Wohnpalast errichtet. Im Jahre 1547 stellte sich Herr Kašpar Pluh an die Spitze des gegen Kaiser Ferdinand I. gerichteten Ständeaufstands und wurde, nachdem die Revolte gescheitert war, zum Tode verurteilt. In der nachfolgenden Zeit musste die Domäne Becov als Pfand für die Schulden der Kaiserkammer dienen; mit dem Dreißigjährigen Krieg ging auch die mit dem Zinnbergbau verknüpfte wirtschaftliche Prosperität zu Ende. Im Jahre 1648 wurde die Burg von schwedischen Truppen besetzt und schwer beschädigt. Als ihr wertvollster erhaltener Teil gilt heute die Kapelle der Heimsuchung Mariens aus dem Jahr 1400. In ihrem Innenraum sind Originalfresken mit siebzehn biblischen Szenen erhalten geblieben.

Im 18. Jahrhundert wurde auf den Fundamenten der mittelalterlichen Befestigungsanlage - auf der großen Bastei oberhalb des Burggrabens - ein im Barockstil gehaltenes Schloss mit einem achtkantigen Turm errichtet. Im Turmbau wurden mehrere Repräsentationssäle, die Schlossbibliothek und eine Kapelle untergebracht. Die von kleinen Wasserbecken und Wasserspielen geschmückten Terassengärten konnten direkt von den Schlossräumen aus betreten werden. Im 19. Jahrhundert wurde die Burg mit dem Schloss zu einem einzigen Baukomplex verbunden. Der geplante Umbau des Burg- und Schloss-Areals im Geiste des Romantismus, wie ihn der namhafte Prager Architekt Josef Zítek entworfen hatte, konnte allerdings nur zum Teil, vor allem im Interieur, verwirklicht werden. Die Innenräume wurden nach Zíteks Plänen neu gestaltet und mit wertvollen Kunstsammlungen, Gemälden und Wandteppichen aus dem Besitz der belgischen Adelsfamilie Beaufort-Spontin, die Becov im Jahre 1813 erworben hatte, ausgestattet. - In der jüngsten Vergangenheit wurde das Schloss einer Gesamtrekonstruktion unterzogen, und die Exposition „Zur Geschichte und Bedeutung der Reliquiare“ wurde der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Als ihr größter Schatz gilt das einzigartige romanische Reliquiar des hl. Maurus, das im Jahre 1985 in der Schlosskapelle des Burgareals entdeckt wurde. Den wertvollen Reliquienschrein aus dem 12. Jahrhundert hatte vor Jahren Alfred de Beaufort für 2.500 Franc erworben. Er er ließ ihn in Stand setzen und nach Becov bringen. Als die Beauforts am Ende des Zweiten Weltkrieges als aktive Mitarbeiter der Nationalsozialisten in Eile das Schloss verließen, versteckten sie den Schrein, weil sie mit ihrer baldigen Rückkehr rechneten, unter dem Fußboden der Burgkapelle. Dort lag er mehr als vierzig Jahre lang. In den 80er Jahren des 20. Jahrhunderts erhielten die tschechoslowakischen Kriminalisten einen Hinweis, dem zufolge sich ein ausländischer Geschäftsmann angeboten haben soll, den Transport des schon vergessenen Schatzes ins Ausland vermitteln. Nach umfassenden Forschungen in den Archiven, und nachdem auch Zeitzeugen, die das Kriegsende in Becov erlebt hatten, vernommen wurden, hat man beschlossen, an ausgewählten Stellen zu suchen, an denen sich das hätte befinden können. Am 5. November 1985 wurde das Reliquiar, das unter Flaschen mit Wein und Kognak versteckt lag, tatsächlich gefunden. An seiner Restaurierung waren annähernd sechzig Spezialisten aus Tschechien und dem Ausland beteiligt. Ab Mai 2002 ist der kostbare Reliquienschrein in einem speziellen Tresorraum des Schlosses Becov ausgestellt.

Hinweis:
Einzigartige Nachtbesichtigungen + Besichtigungen des St.-Maurus-Reliquiars.


Links:
http://www.becov.cz/de/
http://de.wikipedia.org/wiki/Be%C4%8Dov_nad_Teplou
http://images.google.de/images?hl=de&safe=off&clie...






Quellennachweise:
Bild/Bilder: www.czechtourism.com
Text/Texte: www.czechtourism.com
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Karl-Heinz Töpfer aus Marburg | 18.09.2009 | 09:44  
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