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Nicht gewollt und weggeworfen?

Camillo
 
Camillo
Netzwerk Mensch-Tier e.V.

Die Geschichte von Micah und Camillo

Ein schöner Tag, die Sonne scheint, wunderbare Luft, genau das richtige Wetter um joggen zu gehen. Zwei junge Frauen, unterwegs auf dem „Planetenweg“ in Marburg, hören Geräusche im Gebüsch und verknüpfen dieses Geräusch mit dem richtigen Gedanken: „Das können nur kleine Kätzchen sein“.

Wie sich herausstellte, waren es tatsächlich zwei kleine Kätzchen, eine schwarz-weiß, neugierig, dem Menschen sehr zugewandt und unglaublich süß. Die andere schwarz, mit weißen Flecken, eher zurückhaltend und nicht weniger süß als sein –vermutlich- Brüderchen. Einmal davon wissend war es den beiden Frauen natürlich unmöglich die beiden Kätzchen ihrem Schicksal zu überlassen. Also wurde ihnen Futter gebracht und so gezeigt, dass von den Menschen nichts Schlimmes ausgeht. Eine der beiden Frauen informierte dann ein Mitglied des Netzwerkes Mensch-Tier e.V. und am darauf folgenden Tag gelang es, die beiden kleinen Katzen einzufangen.
Es stellt sich natürlich die Frage, wie diese beiden kleinen Katzen überhaupt dorthin gelangen konnten. Rundherum kein Haus, wo sie hätten ausbüchsen können und so liegt der Verdacht nahe, dass man sich ihrer entledigt hat. Glücklicherweise konnten die beiden auf einem Pflegeplatz des Netzwerkes Mensch-Tier e.V. untergebracht werden. Der kleine schwarz-weiße Kater heißt jetzt Camillo und sein Brüderchen Micah. Beide haben in ihrer Pflegefamilie die Herzen ihrer zwei- und vierbeinigen „Mitbewohner“ im Sturm erobert und man könnte meinen, Camillo und Micah wüssten ganz genau, was ihnen erspart geblieben ist und wie gut sie es jetzt haben. Mittlerweile hat sich leider herausgestellt, dass der kleine Camillo vermutlich todkrank ist und nur ein sehr kurzes Leben vor sich haben wird. Anzunehmen, dass die Krankheit auch der Grund dafür war, dass man die beiden vielleicht ausgesetzt hat. Auf ihrer Pflegestelle geht es den beiden jetzt sehr gut und da die beiden sehr aneinander hängen bleiben sie auch, bis zum vermutlich frühen Tod des kleinen Camillo, zusammen. Micah wird danach in ein schönes neues Zuhause vermittelt, wo bereits Katzengesellschaft auf ihn wartet. Die beiden sind ausgesprochen verspielt, stellen mittlerweile das ganze Haus auf den Kopf und sind zwei kleine Extremschmuser. Wahrscheinlich ist es nicht zu ändern, dass einer der beiden so schwer krank ist und ihm letztlich nur ein Leben im Zeitraffer bleibt, aber wenigstens hat er jetzt ein sehr schönes Leben und kann, wenn es soweit ist, in Würde und ohne Schmerzen sterben und muss sich nicht irgendwo im Gebüsch zu Tode quälen. Nicht auszudenken, wie sehr die beiden, nur durch ein paar Büsche „geschützt“ gelitten hätten und wahrscheinlich im nahenden Winter jämmerlich eingegangen wären.

Es ist unglaublich, dass es immer wieder Menschen gibt, die sich ihrer Tiere, für die sie die Verantwortung tragen, auf solche Weise entledigen. Es gibt im Leben sicherlich immer wieder Umstände, die es unmöglich machen, sich weiterhin um sein Haustier zu kümmern, aber für diese traurigen Umstände gibt es Möglichkeiten, seinen Tieren zu einem neuen und guten Zuhause zu verhelfen. Das Aussetzen eines Tieres ist dagegen völlig unakzeptabel und außerdem ein Straftatbestand. Die Anschaffung eines Tieres sollte immer gut überlegt sein und wenn man sich einmal dafür entscheidet, sollte es nach Möglichkeit die Entscheidung für ein ganzes Tierleben sein.

Ein großes Dankeschön den beiden Frauen, die nicht weggesehen haben, sondern sich rührend um die beiden Kätzchen gekümmert und letztlich die Schritte zu ihrer Rettung in die Wege geleitet haben. Dies gilt natürlich auch für die Familie, die Camillo und Micah derzeit bei sich aufgenommen haben und sich rührend um die beiden kümmern. Solche Pflegeplätze sind für die Arbeit im Tierschutz unerlässlich und leider sind viel zu wenige davon verfügbar.

Bei Interesse am Netzwerk Mensch-Tier e.V. finden Sie weitere Informationen auf der Homepage: www.netzwerk-mensch-tier.npage.eu/
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3 Kommentare
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Andreas aus Niedersachsen aus Laatzen | 31.10.2010 | 13:39  
Miriam
Miriam | 03.11.2010 | 17:28  
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Andreas aus Niedersachsen aus Laatzen | 03.11.2010 | 18:42  
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