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On Tour: Main-Radweg

 
Aligse, kurz vor 9 Uhr
 
Bayreuth, Alte Schloß
  Mainz: Rheinbrücke | 1. Tag: Burgdorf – Bayreuth 14 km

5 ADFC-Mitglieder starteten am Dienstag in Aligse die Radtour. Da das Quer-Durchs-Land-Ticket erst ab 9 Uhr gilt, haben wir die ersten Kilometer bereits von Burgdorf nach Aligse absolviert um dort in die S-Bahn nach Hannover zu fahren. Die Verbindung war so ausgelegt, dass wir nur mit Nahverkehrszügen bis Bayreuth fahren konnten. Eigentlich sollten wir kurz nach 15 Uhr dort eintreffen. Aber durch einen Triebwagenschaden konnten wir auch dieses Mal unser Ziel nicht pünktlich erreichen.
Wir hatten geplant, dass wir - nachdem wir unser Gepäck abgegeben haben – noch mit dem Zug bis nach Creußen fahren wollten und dort bis zur Quelle des Roten Mains und dann weiter in unser Quartier radeln. Da der nächste Zug erst 1 ½ Stunden später als geplant fuhr, mussten wir unseren Plan aufgegeben, da uns sonst die Dunkelheit überrascht hätte.
So radelten wir in die Stadt Bayreuth (Regierungssitz von Oberfranken) und erkundeten mit Rad die Stadt von Richard Wagner. Die Museen hatten bereits zu. Aber das Opernhaus sowie das Alte und Neue Schloß, den Hofgarten und das Haus Wahnfried waren unsere Ziele. Ein schönes Abendessen rundete den Tag ab.

2. Tag: Bayreuth – Reundorf 86 km

Der Main wird aus den zwei Quellflüssen Roter Main sowie Weißer Main gespeist.
Wir begannen jetzt unsere Tour in Bayreuth am Roten Main. Unsere Quartiere waren vorgebucht, so dass die Tagesetappen vorgegeben waren. Gutes Wetter war vorhergesagt. Ein großer Teil unsere Bekleidung wurde nicht gebraucht. Die Regenkleidung und die langärmigen Shirts waren nicht notwendig. Auch wenn es morgens noch in den ersten Tagen sehr kühl war, genügte das „Zwiebel“system, um die Tage zu beginnen.
In Bayreuth gelangen wir direkt an den Fluß. Kurz vor Kulmbach vereinigt sich der Rote mit dem Weißen Main und von dort geht es nur noch am „Main“ entlang. Viele kleine Orte begleiten uns und der Main ist meist direkt im Blickfeld. Über die Orte Burgkunststadt sowie Altenkunststadt führt uns der Main-Radweg kurz nach Lichtenfels in unser Quartier.
Nachdem wir uns Gepäck abgegeben haben, schwingen wir uns nochmals auf das Rad um die Wallfahrtsbasilika Vierzehnheiligen und die Sadt Lichtenfels zu erkunden. Die Basilika ist erst nach einem (teilweise zu Fuß) steilen Anstieg zu besichtigen. Der Barockbau wurde vom berühmten Meister des Baukunst Balthasar Neumann entworfen und eine Besichtigung ist unbedingt zu empfehlen. Die Innenausstattung ist prachtvoll und ist schon mehr in Richtung Rokoko gestaltet.
Die Altstadt wird geprägt von besonders schönen Fachwerkhäusern, den Resten der Stadtmauer sowie den Roten Turm, den Kronacher Turm sowie das Bamberger Tor und die vielen Kirchen.
Das Kloster Banz das oberhalb von Reundorf liegt, besichtigen wir nicht, da wir von dem Anstieg zur Basilika genug hatten für den Tag.

3. Tag: Reundorf – Haßfurt 86 km

Morgens von Reundorf radeln wir aufgrund einer Baustelle an Bad Staffelstein vorbei nach Bamberg. Die prachtvolle Innenstadt wollen wir sehen. Die Regnitz und der Main-Donau-Kanal (alter Regnitzarm)führt durch die Stadt und teilt sie in drei Teile. Die Stadt liegt zwischen sieben Hügeln des Steigerwaldes. Ein Teil von Bamberg beherbergt die bürgerliche Altstadt und ein anderer Teil das geistliche Viertel. In der Altstadt gibt es „Klein Venedig“, das Fischer-Viertel. Das Rathaus steht auf einer Steinbrücke direkt in der Regnitz. Alt und romantisch ist dieser Teil von Bamberg.
Von Bamberg radeln wir weiter über Eltmann, Limbach (Wallfahrtskirche Maria Limbach) nach Zeil am Main. Den historischen Ortskern lernen wir kennen und von dort begleiten uns die ersten Weinberge. (Der „ Zeiler Kapellenberg“ ist einer dieser Weine). Unser Quartier ist heute Haßfurt. Dort schauen wir uns die Innenstadt an. Die Ritterkapelle wurde im 14. Und 15. Jahrhundert erbaut und beinhaltet 248 in Sandstein gehauene Wappen des deutschen Adels. In der Pfarrkirche können Werke von Tilmann Riemenschneider besichtigt werden.
Ein wunderbares Abendessen mit örtlichen Wein beenden diesen Tag.

4. Tag: Haßfurt – Kitzingen 90 km

Von Haßfurt radeln wir heute über Schweinfurt bis nach Albertshofen kurz vor Kitzingen. Auch heute führt der Radweg fast immer am Main entlang. Die Weinberge sowie Klöster, Kirchen, Burgen und Schlösser begleiten uns den ganzen Tag. Hübsche Häuser und gepflegte Orte sowie viele Weinkellereien liegen am Weg. In Sommerach halten wir an und probieren einen Wein. Da es kurz vor dem Quartier ist, legen wir den Rest des Weges locker zurück und freuen uns, dass wir abends mehr davon genießen können. Auch hier halten wir es wie die anderen Tage: nachdem wir unser Gepäck im Gasthof abgegeben haben, erkundigen wir uns nach einer Häckerwirtschaft (Mitte September bis Mitte Oktober können dort Federweißer, Weine und kleine Leckereien probiert werden). Vorab nehmen wir aber die Fähre über den Main und radeln nach Kitzingen. Dort schauen wir uns den Ort an um dann über die andere Mainseite zurück zu der Häckerwirtschaft zu kommen und den Abend abzuschließen.

5. Tag: Kitzingen – Lohr-Sendelbach 94 km

Nach dem Frühstück geht es heute über Ochsenfurt, Würzburg, Karlstadt, Gmünden nach Lohr.
Die Weinberge werden weniger und der herrliche Laubwald des Spessart-Main-Gebietes begleiten uns den Tag. Wir freuen uns über die herbstlichen Farben, die noch von dem roten Buntsandstein ergänzt werden. Der Main wird jetzt immer wieder gestaut, so dass der Fluß nur gemächlich dahinfließt. Auch die Main-Schifffahrt (die es seit Bamberg gibt) gibt interessante Einblicke. Nicht nur die Fluß-Kreuzfahrer sind unterwegs sondern auch viele Motorschiffe, die Güter transportieren. In vielen kleinen Orten liegen Sportboote im Hafen oder drehen ihre Runden auf dem Main. Es wird jeden Tag wärmer und wir freuen uns über die schattigen Teile des Main-Radweges. Oft bleiben wir stehen oder machen einen kleinen Abstecher um die hübschen Altstädte anzuschauen. In Würzburg verlassen wir den Main-Radweg um in die Altstadt zu radeln. Leider ist dort der Verkehr sehr stark, so dass wir wieder froh sind, außerhalb der Stadt wieder in den Schatten des Main-Radweges abzutauchen.
In Sendelbach nehmen wir das Angebot unseres Gastgebers dankend an. Er bot uns an das Gepäck mit dem Auto abzuholen, da das „Bett und Bike“ am Berge liegt. Auch hier radeln wir danach wieder nach Lohr um ein wenig die Altstadt zu erkunden und den Abend zu beschließen.

6. Tag: Lohr-Sendelbach – Klingenberg 94 km

Der Main-Radweg ist bis auf den ersten Tag, an dem einige kleine Steigungen zu bewältigen sind, recht eben. Nur wenige kleine Abschnitte sind steil, so dass auch mal ein Anstieg zu Fuß gemacht werden muss.
Der heutigeTag bringt uns von Sendelbach über Wertheim, Freudenberg, Miltenberg nach Klingenberg. Auch jetzt begleiten uns unzählige Ruinen, Kirchen, Burgen, Klöster und Schlösser. Der Wald wird immer mal wieder abgelöst von Weinbergen. In Wertheim (ein kleines Stück des Main-Radweges liegt in Baden-Württemberg) liegt die Altstadt am Zusammenfluss von Tauber und Main. Die Burg Wertheim ist die zweitgrößte Burgruine Süddeutschlands. Wertheim ist bekannt für Weine und Tuche. Auch Glasindustrie ist hier zu Hause.
In Miltenberg feiert man das Weinfest, welches mit Trachtenkapellen untermalt wird. Auch wir wollen etwas mitfeiern und pausieren ein wenig länger. Danach radeln wir durch die Altstadt wieder über den Main um von dort nach Klingenberg zu gelangen.

7. Tag: Klingenberg – Frankfurt 87 km

Dieser Teil des Main-Radweges wird zunehmend mehr besiedelt. Die Orte werden größer.
Aber der Radweg führt uns fast immer in grünen Bereichen entlang. Manchmal merkt man nicht, dass gerade ein Ort an der Seite liegt. Oft sieht man nur die Mauern gegen die Hochwasser.
Von Klingenberg führt uns der Radweg auf die linke Seite des Mains an Wörth und Großwallstadt vorbei nach Aschaffenburg. In der Aschaffenburg werden wir wieder rechtsmainisch geführt. Das Schloß Johannisburg grüßt als mächtiger Bau. Das „Pompejanum“ liegt als Nachbildung eines pompejanischen Haus mit südländischer Gartenanlage am Wege.
Der Radweg führt unten vorbei. Es ist Montag und alle Museen sind geschlossen! Wir radeln weiter bis Seligenstadt. Dort bringt uns die Fähre wieder auf die linke Seite des Mains (und eine wunderbare Sicht auf die Einhardbasilika).
Eine Fernsehsendung, die über die Genüsse des Mains berichtet hatte, empfahl Seligenstadt als Stadt der Eisdielen. Wir nehmen gleich die nächstliegend an der Fähre und sind nicht enttäuscht.
Danach haben wir wieder Laune und radeln zur ausgewiesenen (kleinen) Wasserburg etwas zurück. Zurück geht es dann durch die Altstadt von Seligenstadt. Dort schauen wir uns den Klostergarten der ehemaligen Benediktinerabtei , die verschiedenen Wehrtürme und das Rathaus an.
Weiter geht es in Richtung Offenbach mit dem Isenberger Schloss. Dort halten wir uns aber nicht lange auf. Frankfurt wartet und die ersten Hochhäuser von Mainhatten sind zu sehen.
Wir übernachten (sehr unruhig, sehr warm und sehr laut) in der Jugendherberge, die direkt in Sachsenhausen liegt. Eigentlich wollten wir über den Main in die Altstadt und uns noch Frankfurt anschauen. Aber wir haben Hunger und suchen uns in Sachsenhausen einen Biergarten und bleiben!

8. Tag : Frankfurt – Mainz/Burgdorf 47 km

Der letzte Tag ist angebrochen. Die Frage, ob wir noch in die Altstadt wollen, erübrigt sich. Wir haben alle nicht so gut geschlafen und wollen auf die Piste. Die Strecke führt uns immer am Main entlang (grüne Auenlandschaft). Die Radwege sind gut ausgebaut, allerdings manchmal auch qualitativ nicht so gut gepflegt. Wir radeln – am Frankfurter Flughafen vorbei – in Richtung Rüsselsheim und Mainz.
Es begleiten uns auf eine lange Strecke die startenden Flugzeuge in Minutenabstände. In Mainz haben wir noch etwas Zeit um eine kleine Pause zu machen, ehe wir zum Hauptbahnhof radeln um ein Quer-Durch-Land-Ticket zu ziehen und uns auf den Heimweg zu machen (diesmal ohne Verspätung)!

Fazit: 608 km, schöne Radwege, meist eben, mit kleinen Anstiegen (manchmal zu Fuß)

Der Main-Radweg führt von Bayreuth nach Mainz in großen Schleifen. Fränkische Küche und Weine begleiten ein großes Stück des Weges (und sind noch relativ preiswert). Sehenswürdigkeiten wie Burgen, Kirchen, Schlösser und Klöster gibt es so viele, dass man diese nicht alle besichtigen kann. Landschaftliche Reize wie Weinberge und Mischwälder wechseln sich ab. Übernachtungsmöglichkeiten gibt es genug.
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Weiterveröffentlichungen:

B - Wir sind Burgdorf | Erschienen am 15.10.2011
1 Kommentar
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ADOLF Stephan aus Peine | 29.09.2011 | 12:45  
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