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In Lübeck: Was der Junge vom "Sonntagsspaziergang" hält

Der freche Junge aus dem "Sonntagsspaziergang" von Claus Görtz
Lübeck: Wallstraße | Es gehörte zur hanseatischen Tradition, sonntagsnachmittags mit der gesamten Familie einen Spaziergang an der Trave zu unternehmen. Auch heute noch gibt es am Sonntagnachmittag die Gepflogenheit, dass Eltern mit ihren kleineren Kindern nach dem Mittagessen aufbrechen und an der Stadt- oder Kanaltrave spazieren gehen.

Sind die Kinder etwas älter, hassen sie diese Familientouren, ziehen lange Gesichter, wären lieber zu Hause geblieben, hätten ein paar Computerspiele gemacht, ferngesehen oder sich mit Freunden zum Fußballspiel getroffen.

Vielleicht spielt der Bildhauer Claus Görtz mit seinem „Sonntagsspaziergang“ auf diesen für größere Kinder nicht begeisternden Umstand an und lässt den Jungen den anderen, denen er begegnet, frech die Zunge herausstrecken, während Vater und Mutter voller Stolz den Rundweg genießen.

Aus Bronze und Holz gestaltete Claus Görtz die überlebensgroßen Figuren, die 2008 auf einem Grundstück an der Wallstraße in unmittelbarer Nähe der Trave aufgestellt wurden. Görtz, Dozent an der Kunstschule in Lübeck, stellt den Menschen in den Mittelpunkt seiner Arbeiten. Ihm geht es darum, Menschen zu beobachten, das Besondere an ihnen zu erkennen und „das Sein hinter dem Schein“ darzustellen.
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