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Abgefüllt – das Geschäft mit dem Wasser 3.1.2017

Foto: privat
Sprudelnde Quellen, lebendige Flüsse, frisches Wasser für alle – so einfach könnte das Leben auf unserem blauen Planeten sein. Doch der Schein trügt: Wasser ist längst kein Grundrecht mehr, sondern eine Handelsware – und das schon seit über 100 Jahren, als abgefülltes Wasser in kleinen Glasflaschen deklariert als "Perrier" in die ganze Welt exportiert wurde. Das war damals der Beginn eines lohnenden Geschäfts, dass seinen monetären Höhepunkt noch lange nicht erreicht hat. Der Dokumentarfilm "Abgefüllt" zeigt eindrucksvoll in Interviews mit Bürgern, Experten und Verantwortlichen, wie uns globale Großkonzerne das Wasser abgraben, ihre Macht immer weiter ausbauen und dabei auch vor der Missachtung von Menschenrechten nicht zurückschrecken.

Wie der Weg des Wassers sich verändert
Lange Zeit galt Maine als eine der wasserreichsten Gegenden in den USA. Doch seit einigen Jahren geht das Wasser in Seen und Flüssen stark zurück, vertrocknete Flächen und aufgerissene Böden sind die Folge. Während Großkonzerne wie Pepsi oder Coca-Cola in Dürrezeiten Milliarden Liter Wasser am Tag für Flaschen-Wasser abpumpen, müssen Bürger und heimische Wirtschaft Wasser sparen und Einschränkungen in Kauf nehmen – der Gewinn eines einzelnen Konzerns steht vor dem Wohlergehen der gesamten Gesellschaft.

Jeden Tag pumpen Großkonzerne wie Pepsi und Coca-Cola Milliarden Liter Wasser kostenlos aus Trinkwasserquellen und verkaufen es teuer weiter. In Flüssen, Seen und Meeren ist meist Endstation für Getränkebecher und Plastikflaschen – zum Leidwesen von Flora und Fauna. (Quelle: Sunfilm Entertainment) Plastik soweit das Auge reicht: In den USA gibt es gerade mal elf Staaten mit Pfandsystem – nur sechs davon recyceln auch PET-Flaschen. (Quelle: Sunfilm Entertainment) Im Zentralpazifik ist einer der größten Plastikstrudel der Welt zu finden. Er misst die doppelte Größe des US-Staates Texas. (Quelle: Sunfilm Entertainment)

Das Wasser wird knapp werden
Die Folgen des Klimawandels zeigen sich bereits an vielen anderen Orten in der Welt und nach Aussagen von Experten werden 2030 rund zwei Drittel der Weltbevölkerung über nicht genügend Trinkwasser verfügen – egal wo sie leben. Zukünftig wird der Mangel an sauberem Wasser zu politischen Instabilitäten führen und Konflikte zwischen Menschen und Ländern noch schüren. Die Politik zeigt sich derzeit wenig beunruhigt und mehr an Arbeitsplätzen und Steuereinnahmen interessiert, als an verfügbarem Trinkwasser und einer gesunden Bevölkerung. Ohne eine baldige Wende wird ihr das Wasser allerdings sprichwörtlich durch die Finger rinnen.

Vom Regen in die Traufe
Wassermangel und Wasserklau sind aber nicht das einzige Problem. Für den Verkauf werden Plastikflaschen verwendet – sie sind das Allheilmittel der Verpackungsindustrie. Nicht ohne Grund, bekommt die Ölindustrie doch mit jedem Liter Wasser ein Stück vom großen Kuchen ab. Doch das hat schwerwiegende Folgen für die Umwelt und unsere Gesundheit. Luft, Boden und Gewässer um die Raffinerien sind häufig verschmutzt und verseucht. Die Rate von Krebserkrankungen und Geburtsfehlern ist in solchen Gebieten zum Teil um 80 Prozent höher als anderenorts.

Und es kommt noch besser: Eine einzige Person bei der amerikanischen Lebensmittelbehörde ist für die Kontrolle des Wassers aus der Produktion der Getränkeindustrie verantwortlich. Gesundheitsstudien über die PET-Flaschen werden konzernintern aufgestellt und nicht gegen geprüft. Trinkwasser aus der Leitung wird hunderte Male im Monat auf Unreinheiten geprüft – Flaschenwasser kein einziges Mal. Nach Untersuchungen von Proben aus Plastikflaschen-Wasser durch unabhängige Labore wurden Arsen, Benzole, Bakterien und andere nachweislich schädigende Stoffe gefunden. Dieses als so wertvoll und unverzichtbar in den Medien propagierte Wasser kostet etwa das 1900fache wie Leitungswasser.

Das "Weg" – Endstation Plastikmüll
Nach dem Gebrauch der Flaschen folgt das dicke Ende: Am südlichsten Strand der USA gibt es mehr Plastik als Sand am Strand. Hier findet sich ein Großteil des Plastikmülls, der nicht in der Müllverbrennung oder in einer der wenigen Recyclingfabriken in den USA landet. Draußen auf dem Zentralpazifik sieht es noch schlimmer aus – hier schwimmt ein Plastikteppich, der doppelt so groß wie Texas ist. Ein flächendeckendes Pfandsystem, dass die Hersteller zur Wiederverwertung und Sammlung der Flaschen verpflichten würde, gibt es in den Staaten bis heute nicht.

Die gute Nachricht
Das die Industrie auf Kosten der Umwelt ihr Geschäft macht, ist ein großes und weitreichendes Problem. Doch der Ausweg liegt ganz nah – wenn wir einsehen, dass wir auf Wasser aus Plastikflaschen nicht angewiesen sind und das teuer gekaufte Flaschenwasser eine schlechtere Qualität hat, als unser Leitungswasser. Das wir dieses immer verfügbare ganz individuelle Accessoire, dass wir nach Gebrauch einfach wegwerfen können, nicht brauchen. Es ist ganz einfach: Die Nachfrage bestimmt ganz klar das Angebot – wo keine Plastikflaschen mit Wasser gekauft werden, dort wird man über kurz oder lang auch keines mehr anbieten.
Quelle:
http://www.feelgreen.de/abgefuellt-ein-film-zeigt-...
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4 Kommentare
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Romi Romberg aus Berlin | 03.01.2017 | 15:30  
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Barbara S. aus Ebsdorfergrund | 03.01.2017 | 17:12  
7.757
die bei myheimat schreibt aus Lößnitz | 03.01.2017 | 17:13  
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