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Im Tal der ewigen Feste

Löbitz: Gemeinde Mertendorf | Seit Januar steht Klaus-Dietmar Maurer der Gemeinde Mertendorf als ehrenamtlicher Bürgermeister vor. Zuvor tat er dies bereits zwanzig Jahre lang für die bis 2009 eigenständige Gemeinde Löbitz. „Niemand kennt die Dörfer wohl so gut wie ich. Aufgrund meines Berufs bin ich ständig in den 13 Ortsteilen unterwegs und für die Anliegen der Einwohner zu erreichen“, so Maurer. Schnelle Erreichbarkeit - das war eines der Anfangsprobleme der nun vergrößerten Kommune, konnte schließlich erst nach einem knappen halben Jahr der Telefonanschluss für die Gemeinde eingerichtet werden. Die Sprechzeiten des Bürgermeisters stehen nun ebenfalls fest: jeweils montags von 17 bis 18 Uhr ist der Bürgermeister persönlich im Ortsteil Löbitz, Nr. 13 (ehemalige Arztpraxis), anzutreffen.

Klaus-Dietmar Maurer möchte ab sofort regelmäßig über das aktuelle Geschehen in seiner Gemeinde berichten. So erfahren wir heute zunächst etwas über aktuelle Bautätigkeiten in der Gemeinde: „In Mertendorf erfolgte die Asphaltierung des Burgsterls für 35.000 Euro, außerdem wurde eine Wartehalle neu gebaut. Nun steht der Wiederaufbau der Brücke am Bahndamm an, die aufgrund eines heftigen Sturmes erheblichen Schaden nahm.“ Auch die Löbitzer Froschweide sei asphaltiert wurden, fügt Maurer weiter an. Die Wanderwege treten ebenfalls auf den Plan, im letzten Jahr erfolgte bereits der Ausbau zwischen Beuditz und Pauscha, in diesem Jahr ist das Teilstück zwischen Gestewitz und Löbitz an der Reihe.
Kleinere und größere Probleme beschäftigen zurzeit den Mertendorfer Bürgermeister und den Gemeinderat. So zum Beispiel der Zustand von gemeindeeigenen Grünflächen. Lediglich vier ABM-Kräfte konnten bisher für die gesamte Gemeinde eingestellt werden. „Ich bitte die Bürgerinnen und Bürger um etwas Geduld, was die Verzögerung beim Abmähen der Rasenflächen angeht. Wir geben unser Bestes. Vielleicht wurden wir über die Jahre hinweg auch zu sehr verwöhnt - eventuell muss Gras vor dem eigenen Haus gelegentlich selbst gemäht werden, denn das aktuelle Problem wird sich auch in Zukunft so schnell nicht ändern“, stellt der Bürgermeister fest.

Ein Problem ganz anderer Größenordnung ist die finanzielle Situation der Kommune. Mit der Gemeindegebietsreform brachten alle vormaligen Kommunen Schulden in die neue Verwaltungsstruktur. Schwer wiegt außerdem, dass aufgrund der relativ hohen Steuereinnahmen durch das Görschener Gewerbegebiet keinerlei Förderungen mehr gewährt werden. Weniger allgemeine Zuweisungen und Investitionsleistungen vom Land, im Gegenzug aber höhere Umlagen an Verbandsgemeinde und Kreis erzeugen ein Defizit, das den Mertendorfer Haushalt arg belastet. Das neue Landesentschuldungsprogramm „STARK II“ bietet zwar eine Teilentschuldung von einem Drittel an, dazu dürfen jedoch keine neuen Fehlbeträge entstehen. Der einzige Weg dahin sind weitere Konsolidierungskonzepte, unter anderem muss wohl auch eine Erhöhung von Grundsteuern erwogen werden.

Doch trotz dieser eher negativen Aussichten weiß Klaus-Dietmar Maurer auch von vielem Positiven zu berichten. Allen voran lobt er das rege kulturelle und gesellschaftliche Leben in seinen Dörfern. „In unserem ‚Tal der ewigen Feste‘ ist immer was los“, merkt Maurer fröhlich an, „an manchen Wochenenden der vergangenen Monate reiste ich von der einen zur anderen Veranstaltung. Von Fußball, über die Feuerwehren, Vereine und Pfingstgesellschaften bis hin zu kirchlichen Aktivitäten – auf all das freiwillige und ehrenamtliche Engagement in unserer Gemeinschaft bin ich sehr stolz! Das muss unbedingt weiter erhalten bleiben und verdient die volle Unterstützung durch den Gemeinderat“, so betont der Bürgermeister zum Schluss noch einmal ausdrücklich.

Richtigstellung:
In meinen Artikel "Im Tal der ewigen Feste" haben sich einige sachliche Fehler eingeschlichen, die an dieser Stelle korrigiert werden sollen:
Mit Blick auf die finanzielle Situation der Gemeinde Mertendorf war die Rede von der Erhöhung der Grundsteuern. Dies trifft nur teilweise zu, denn die Erhöhung der Gewerbesteuer wird ebenfalls in Betracht gezogen, wie der Bürgermeister Klaus-Dietmar Maurer hinwies.
Der Ausbau des Wanderweges zwischen Gestewitz und Löbitz erfolgt zudem nicht wie behauptet in diesem Jahr, sondern erst 2011.

Tom Zeretzke
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Weiterveröffentlichungen:

Naumburger Tageblatt | Erschienen am 21.07.2010
4 Kommentare
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Constanze Matthes aus Naumburg (Saale) | 07.07.2010 | 11:25  
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David Naujoks aus Görschen | 09.07.2010 | 16:10  
186
Tom Zeretzke aus Casekirchen | 09.07.2010 | 16:44  
5.817
uwe Zeidler aus Bad Kösen | 13.07.2010 | 23:16  
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