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Das große Erdbeben von Agadir.

Vor dem großen Erdbeben vom 29. Februar 1960 gab es in der Kasbah eine Moschee mit einem großem Minarett. Sie wurde 1540 erbaut. Es gab ein Militärkrankenhaus, einen Souk, eine Medina, ein maurisches Café mit einem wundervollen Ausblick und Wohnviertel (auch ein jüdisches). Die engen Gassen verliefen meist an der Stadtmauer entlang, denn innerhalb der Kasbah war jeder Meter auf dem Plateau eng bebaut. Im Süden der Kasbah, dort wo sich auch heute noch der Eingang befindet, lag innen auf der linken Seite ei (Foto: http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Agadir-Founti_%26_la_Casbah-1905.jpg)
 
Von der alten Bausubstanz sieht man nur noch spärliche Reste. Das große Erdbebengebiet von Agadir, wo einst eine ganze Stadt stand ist bis heute unbebaut geblieben. Es wird von einer spärlichen Grasnarbe bedeckt. Das Gelände wurde planiert. Etwa 6.000 Leichen befinden sind noch unter den Trümmern der eingestürzten Gebäude.
Agadir (Marokko): Ourella | Vor dem großen Erdbeben am 29. Februar 1960 gab es in der Kasbah eine Moschee mit einem großem Minarett. Sie wurde 1540 erbaut. Es gab ein Militärkrankenhaus, einen Souk, eine Medina, ein maurisches Café mit einem wundervollen Ausblick und Wohnviertel (auch ein jüdisches). Die engen Gassen verliefen meist an der Stadtmauer entlang, denn innerhalb der Kasbah war jeder Meter auf dem Plateau eng bebaut. Im Süden der Kasbah, dort wo sich auch heute noch der Eingang befindet, lag innen auf der linken Seite ein Hospital und davon östlich das jüdische Viertel, die Mellah.

Das Erdbeben am 29. Februar 1960 - in Deutschland wurde an diesem Tag Karneval gefeiert und in Agadir war es der dritte Abend des Ramadan - zerstörte alle Gebäude innerhalb der Kasbah. Exakt um 23.41 Uhr wurde die Erde erschüttert. Die Richterscala zeigte eine Stärke von 5,3. Das Erdbeben dauerte nur etwa 15 Sekunden und kostete 15.000 Menschen das Leben. Die Kasbah, das Viertel Talborjt, das europäische Viertel Ville Nouvelle, sowie Teile des Hafens wurden zerstört, auch drei Dörfer im angrenzenden Atlasgebirge. Zahlreiche Europäer machten zu diesem Zeitpunkt hier Urlaub. Sie wohnten in modernen neuen Hotels mit Blick auf den Hafen und die Bucht von Agadir. Auch da gab es viele Tote.

Unmittelbar nach dem Beben setzten die ersten Hilfsmaßnahmen ein. Die in Agadir stationierte Marineeinheit der ehemaligen Kolonialmacht Frankreich gehörte zu den ersten internationalen Hilfskräften vor Ort.

Spanien unterstützte die Rettungsmaßnahmen von Sidi Ifni aus, eine am Atlantik rund 160 Kilometer südwestlich von Agadir gelegene marokkanische Küstenstadt. Auch die USA hatte 1960 mehrere Stützpunkte in Marokko und konnte schnell Hilfskräfte ins Erdbebengebiet schicken. Ebenso richteten sie eine Luftbrücke zu ihren Basen in Deutschland ein, um die Rettungs- und Hilfsmaßnahmen mit Personen- und Materialtransporten zu unterstützen.

Am nächsten Tag besuchte König Mohammed V. das Katastrophengebiet mit seinem Sohn, dem Thronfolger und späterem König Hassan II., den der König mit der Leitung der Rettungsmaßnahmen beauftragte. Das gesamte Gebiet wurde binnen zwei Tagen evakuiert. Es gab etwas 25.000 Verletzte von denen viele vom Flughafen Agadir in die Krankenhäuser von Casablanca geflogen wurden.

Am 03. März traf die Bundeswehr vor Ort ein. Es war ihr erster Auslandseinsatz.
Zu diesem Zeitpunkt herrschte in Agadir ein großes Chaos. Verwesungsgeruch lag über der Stadt. Der Gestank war bestialisch. Hunderte Menschen lagen resigniert und apathisch am Straßenrand und erwarteten nicht mehr viel vom Schicksal.

Den Überlebenden und ihren Helfern drohte der Ausbruch von Seuchen.
Der leitende deutsche Arzt machte mit dem deutschen Konsul und dem marokkanischen Kronprinzen eine Fahrt durch die Stadt zur Orientierung.

Der Hauptverbandplatz der Bundeswehr in Inezgane wurde später zum Krankenhaus. Sechs Ärzte und ein Sanitätszug waren im Einsatz. Neben der Behandlung von 1.100 Verletzten wurden auch 40.000 Marokkaner gegen Typhus und Cholera geimpft.

Ein kleines ABC-Kommando des Heeres und ein Hygieniker nahmen auch die Entseuchung der Stadt und eines Flüchtlingslagers in Angriff.

Täglich wurde Material, Ausrüstung und Verpflegung über eine Luftbrücke eingeflogen, und viele Verletzte nach Casablanca in die Krankenhäuser gebracht. Auf dem Flugplatz trafen auch zahlreiche Helfer und Transporte aus USA, Spanien, Frankreich und Norwegen ein.

Dieses Erdbeben war die größte Naturkatastrophe in Marokko.

Von der alten Bausubstanz sieht man nur noch spärliche Reste. Das große Erdbebengebiet von Agadir, wo einst eine ganze Stadt stand ist bis heute unbebaut geblieben. Es wird von einer spärlichen Grasnarbe bedeckt. Das Gelände wurde planiert. Etwa 6.000 Leichen befinden sich noch unter den Trümmern der eingestürzten Gebäude.

Mehr als die Hälfte der Toten liegt in Massengräbern auf einem riesigen Friedhof in einem Tal. Dort gibt es auch einen christlichen-, jüdischen- und Militärfriedhof. Das Erdbeben hatte keine Unterschiede gemacht zwischen den Religionen.
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