Südböhmen: von den "Burgfalken Sayn" erkundet.

 
Krumau. (Foto: dustpuppy - http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Roofs_Krumau.jpg)
Budweis (Tschechische Republik): Südböhmen | Ihre alljährliche Vereinsfahrt führte die Mitglieder und Freunde des Wandervereins „Burgfalken Sayn“ in die südböhmische Hauptstadt Budweis.

Schon die Anreise am Donnerstag erfolgte durch herrliche Gegenden wie den Steigerwald, die Oberpfalz und den Böhmerwald. Bei Pilsen wurde die Autobahn verlassen und es ging auf tschechischen Landstraßen Richtung Süden. Hier hatten wir direkt schon Bekanntschaft gemacht mit den gefürchteten Umleitungen.

Südböhmen ist vor allen Dingen das Land der Fischteiche, die der Landschaft zusammen mit verschiedenen Kanälen eine einzigartige Stimmung verleihen. Die Anzahl der Teiche war früher wesentlich größer als heute. Viele von ihnen verschwanden während des dreißigjährigen Krieges. Die größten Teiche befinden sich im Budweiser und Wittingauer Becken. Der älteste Fischteich wurde 1221 erwähnt. Zu den wichtigsten Wasserflächen des Gebietes gehören neben den Teichen auch Talsperren wie den Lipno Stausee, den wir auf unserer Böhmerwaldrundfahrt besuchen werden.

Das natürliche Zentrum von Südböhmen ist die Stadt Budweis, die fast 100.000 Einwohner hat. Sein großzügig angelegtes Straßen- und Gassennetz ist auch das wirtschaftliche, kulturelle und touristische Herz Südböhmens.

In Budweis angekommen ergaben sich die ersten sprachlichen Schwierigkeiten. Unser Hotel sahen wir schon von Weitem, aber alle Zufahrtsstraßen waren gesperrt für Fahrzeuge ab 6 t. Unser Busfahrer fuhr fast um die halbe Stadt, bis eine Straße gefunden ward, die zwar auch ab 6 t gesperrt war, aber auf der trotzdem die Busse lustig hin und her fuhren. Erst am Tag darauf haben wir dann das Geheimnis gelüftet: Unter den 6 t stand auf tschechisch „ausgenommen Busse“.

Im Hotel wurden wir mit einem böhmischen Festmenue verwöhnt. Nach der langen Anreise waren fast alle Sayner Wandersleut schon früh in den Federn verschwunden.

Am Freitag morgen hieß es schon zeitig das Bett verlassen und sich für den Tag am reichlichen Frühstücksbuffet zu stärken. Ich ließ die gesamte Gruppe um 7:00 Uhr wecken, was so manchem Reiseteilnehmer nicht so ganz schmeckte. Punkt 9:00 Uhr fuhr der Bus mit der fast vollständigen Gruppe ab nach Krumau.

Bei einem Spaziergang bewunderten wir die Sehenswürdigkeiten dieser wunderschönen Stadt, die ein einzigartiges Beispiel mittelalterlicher Architektur darstellt. Krumau wurde 1992 wegen seines einmaligen historischen Erbes von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Das Schloss gehört zu den bedeutendsten Sehenswürdigkeiten Tschechiens und mit seinen Ausmaßen auch zu den größten Mitteleuropas. Das Ensemble besteht aus vierzig Palästen und Gebäuden, sowie einen weitläufigen Schlossgarten. Durch eine Arkade hat man einen wunderschönen Blick auf den historischen Stadtkern, der auf drei Seiten von der Moldau umflossen wird. In der Schlossanlage befindet sich ein Bärengraben, in dem zwei Braunbären leben. Leider hatten sich die Bären zurückgezogen, so dass wir sie nicht gesehen hatten....... außer unserer ersten Vorsitzenden Jaqueline Laprell und ein Mitreisender aus Linz. Geklärt werden konnte nie, ob uns Jaqueline einen Bären aufbinden wollte als sie uns zurief: „die Bären sind jetzt da“, worauf die ganze Gruppe bergauf zum Graben zurückstürmte, aber keine Bären sah, oder ob die Bären sich verschreckt verkrochen hatten, als sie Jaqueline sahen. Nach dem Besuch des Schlosses bummelten wir durch die romantischen Gassen vorbei an einer ganzen Reihe von Gotik- und Renaissancehäusern zum Marktplatz. In dessen Nähe besichtigten wir die St.-Veits-Kirche und jeder konnte sich danach die Stadt auf eigene Faust ansehen oder Einkäufe tätigen.

Am frühen Nachmittag begann die Rundfahrt durch den Böhmerwald. Der Böhmerwald ist ein böhmisch-bayrisches Waldgebirge und hat ein raues Klima. Er ist stark bewaldet und besitzt noch Hochmoore und Urwaldreste, die unter Naturschutz stehen. Die Moldau, der längste und wasserreichste Fluss Tschechiens, entspringt im Böhmerwald. Sie durchfließt von Süden nach Norden ganz Südböhmen. Die Gesamtlänge der Moldau beträgt ca. 430 km.

Zurück im Hotel erwartete uns zum Abendessen ein üppiges Buffet. Nach diesem Genuss wurde noch auf eigene Faust die Altstadt von Budweis erkundet. Der Abend klang in lustiger Runde aus bei einigen Gläsern Budweiser Budvar und Becherowka.

Samstags nahm ein Teil der Gruppe an einer Stadtführung in Budweis teil.

Der Nachmittag stand zur freien Verfügung.

Am Abend wurde kräftig gefeiert bei einem böhmischen Galaabend mit einem Spezialitätenmenue aus der Region, einer Kapelle die mit böhmischer Blasmusik zum Tanz aufspielte und Folklore. Unsere Burgfalken schwangen fleißig das Tanzbein.

Leider gehen auch die schönsten Tage vorbei. Sonntags morgens nach dem Frühstück hieß es dann Abschied nehmen.

Auf der Heimfahrt sind wir dann den Tücken einer Umleitung (die Schilder werden immer geklaut) doch noch zum Opfer gefallen und landeten mit dem Bus mitten in der Walachei auf einem Reiterhof.

Alle Teilnehmer waren vollauf begeistert von dieser Reise, die von mir organisiert und geleitet wurde.
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5 Kommentare
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Axel Haack aus Freilassing | 24.04.2009 | 07:50  
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Christl Fischer aus Friedberg | 24.04.2009 | 13:32  
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Detlef Paatzsch aus Neustadt am Rübenberge | 24.04.2009 | 16:52  
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Ingeborg Behne aus Barsinghausen | 31.05.2010 | 15:05  
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Kocaman (Ali) aus Donauwörth | 03.06.2010 | 12:53  
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