Mit Gisela zum Gardasee: Fahren wir mal drumrum auf der Gardesana.

 
In Malcesine machen wir den ersten Halt. Vermutlich haben schon die Etrusker hier Fuß gefasst, auf jeden Fall haben dann aber Langobarden und Franken an dieser Stelle eine Burg gebaut. (Foto: http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Malcesine_Castello_2.JPG?uselang=de)
 
eine der ältesten Kirchen am Ostufer: San Zeno, erbaut um 1130. (Foto: Manfred Heyde - http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Lonato_San_Zeno.jpg)
 
Zur historischen Bausubstanz von Bardolino gehören die noch erhaltenen Teile einer Scaligerburg in einem schönen Park, vor allem aber zwei sehr alte Kirchen. (Foto: BMK - http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Bardolino_Piazza_Matteotti_BMK.jpg)
 
Peschiera (Foto: El Mostrito - http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Peschiera05.jpg)
Riva del Garda (Italien): Gardasee | Der Gardasee ist mit einer Fläche von 370 qkm und einem Umfang von 185 km der größte Binnensee Italiens. Seine Länge von Norden nach Süden beträgt 51,6 km und seine Breite 17,2 km. An seiner schmalsten Stelle bei Riva ist er nur knapp 3 km breit. Seine tiefste Stelle ist 346 m.

Um den ganzen See führt eine Landstraße, meist direkt am Ufer entlang. Die Umrundung des Sees ist eine echte Sehenswürdigkeit. Die Teilstücke Gardesana orientale führt auf der östlichen Seite des Sees, die Gardesana occidentale auf der westlichen Seite. Es erwartet uns eine atemberaubende Aussicht über den See. Auf der Ostseite des Sees fährt man dabei meist auf Seehöhe. Badestrände laden zum Sonnenbad ein! Von der Westseite lassen wir uns im Laufe des Tages überraschen.

Wir beginnen unsere Fahrt in Riva. Im Westen grenzt Riva an den Monte Rochetta, im Osten an den Monte Baldo. Charakteristisch für Riva sind die Zitronen- und Olivenbäume, sowie die Lorbeersträucher und die Palmen. In Riva beginnt die majestätische Brentagruppe. Mit seinen Buchten und Häfen ist Riva eines der bekanntesten Treffpunkte für Windsurfer und Segler: der Nordwind Pelèr am Morgen und der Südwind Ora am Nachmittag bescheren fast jeden Tag um die gleiche Uhrzeit den Surfern die besten Windbedingungen. Die Architekturstile der Palazzi im historischen Ortszentrum stammt aus der Zeit der Venezianischen Herrschaft. Die Burg Rocca di Riva aus dem Jahre 1124 ist ganz von Wasser umgeben und beherbergt heute das städtische Museum und die Pinacoteca.

In Torbole hielt sich Goethe von 1786 1788 öfter auf. Es war das Land seiner Sehnsucht. Damals war Torbole ein kleiner stiller Fischerhafen. Die Segler und Surfer schwören auf Torbole, weil der See ihnen hier optimalste Verhältnisse bietet. Am alten Hafen steht noch das historische alte Zollhaus der Österreicher. Die bei Torbole mündende Sarca schwemmt, vor allem nach Regenfällen, Erdreich aus den Bergen an. Das beeinträchtigt zeitweise das klare Aussehen des Seewassers, aber nicht seine Sauberkeit.

Das Felsmassiv, an dem wir jetzt entlang fahren ist der Monte Baldo. Das Massiv trennt auf einer Länge von 25 km die tiefe Furche das Gardasees vom Etschtal. Höchster Punkt ist die Cima Valdritta mit 2.218 m. In der Talregion ist das Monte-Baldo-Massiv mit subtropischer Vegetation bedeckt, in den Dörfer am Hang lebt man von Oliven- und Weinanbau. In der Gipfelzone blüht und gedeiht eine reiche alpine Flora.

Wir sehen einzelne Buchten, in denen die Fischer Schutz vor plötzlich hereinbrechenden Stürmen fanden.

In Malcesine machen wir den ersten Halt. Vermutlich haben schon die Etrusker hier Fuß gefasst, auf jeden Fall haben dann aber Langobarden und Franken an dieser Stelle eine Burg gebaut. Was wir jetzt sehen, ist im wesentlichen das Werk der Scaliger aus Verona, die von 1277 an in der Gegend das Sagen hatten. Zwischen Burg und Hafen erstreckt sich der alte Ortskern von Malcesine, malerisch, winkelig, zum Teil noch ursprünglich und ein wenig vergammelt wie am alten Hafen. Am neuen Hafen geht es lebhaft und lautstark zu.

Wir passieren die schöne Bucht Val di Sogno mit der vorgelagerten Insel Isola di Sogno.

Zwischen den Weilern Cassone und Assenza sehen wir die kleine Isola Trimelone, auf den noch alte Kassematten aus dem ersten Weltkrieg zu sehen sind: Von hier beschoss italienische Artillerie das österreichische Riva. Eine der ganz wenigen düster wirkenden Plätze am See.

Brenzone besteht aus einer Reihe von Ortsteilen, die sich zwischen Cassone im Norden und Casteletto im Süden ca. 10 km am See entlangziehen.

Porto hat noch einen alten Fischerhafen.

Magugnano ist das Verwaltungszentrum der Gemeinde. Von hier aus kann man zu den Grotti di Val Trovai hinauffahren. Das sind Tropfsteinhöhlen.

Casteletto ist das touristische Zentrum von Brenzone.

Etwas außerhalb steht eine der ältesten Kirchen am Ostufer: San Zeno, erbaut um 1130.

Torri del Benaco liegt auf einer vorgeschobenen Landzunge. Am jenseitigen Ufer sehen wir den Monte Pizzocolo. Der Ortskern ist alt, intakt und malerisch. Im Süden dominiert die Scaligerburg, die Ende des 14. Jahrhunderts errichtet wurde.

In San Vigilio geht man vom Parkplatz an der Uferstraße eine Zypressenallee hinunter zur Punta San Vigilio. Die Allee stößt auf den Park der Villa Guarienti, einem Renaissancebau von 1540. Am Park entlang erreicht man durch einen Torbogen eine kleine Marina, an der eine ebenso kleine Trattoria und ein nicht viel größeres Hotel Platz gefunden haben. Das bezaubernd idyllische Ensemble wird vollständig vom - natürlich auch kleinen romanischen Kirchlein San Vigilio, das dem Schutzheiligen des Gardasees geweiht ist.

Im See sehen wir die Isola di Garda und die Isola Felice.

In Garda machen wir wieder einen Halt. Die Bucht von Garda mit ihrem besonders milden Klima gehört zu den ältesten Siedlungsplätzen am See. Garda ist ein lebhafter und geschäftiger Ort. Es hat zwei alte Stadttore, malerische Gassen, Bogengänge und vor der Altstadt eine repräsentative Strandpromenade.

Wir sehen die Rocca von Garda. Die Ostgoten sollen, nachdem sie Oberitalien in Besitz genommen hatten, eine Burg auf der Rocca errichtet haben. Ihr großer König Theoderich residierte in Ravenna und Verona. Berengar II. von Ivrea hielt auf der Rocca die Witwe König Lothars von Provence, Adelheid, gefangen. Um die Krone Italiens zu erringen, wollte er sie zwingen, seinen Sohn Adelbert zu heiraten. Mit dieser Ehe, wäre sein Ziel legalisiert worden. Adelheid aber verweigerte sich, entkam in einer Vollmondnacht aus der Burg und heiratete schließlich Kaiser Otto I., der 951 Berengar besiegte. Adelheid starb 999 und ist einhundert Jahre später heilig gesprochen worden. Noch einmal geriet die Rocca ins Blickfeld der Reichsgeschichte. Das war im Jahr 1158, als Friedrich Barbarossa, damals noch deutscher König. Auf seinem ersten Feldzug gegen die aufsässigen lombardischen Städte die Burg auf ihrem unzugänglichen Felsen vergeblich belagerte. Sie begann dann zu verfallen und wurde im 16. Jahrhundert bis auf die Grundmauern geschliffen.

Wir kommen nach Bardolino. Auf der anderen Seite des Sees liegt Manerba. Hier in Bardolino sehen wir wieder den typischen Kontrast zwischen der engen, winkeligen Altstadt und der großzügigen, fast weitschweifenden Strandpromenade. Zur historischen Bausubstanz von Bardolino gehören die noch erhaltenen Teile einer Scaligerburg in einem schönen Park, vor allem aber zwei sehr alte Kirchen. Der Bardolino ist ein sehr bekannter Wein.

Cisano ist ein kleiner stiller Ort mit einem guten Fischer- und Yachthafen. Die Kirche stammt aus dem 12. Jahrhundert.

Von Lazise aus sieht man schon die Halbinsel Sirmione. Ebenso kann man auf der gegenüberliegenden Seeseite Moniga sehen.. Lazise war im Mittelalter der bedeutendste Handelsort am See. Das Kastell ist im 13. Jahrhundert entstanden. Es wird heute noch bewohnt und ist Fremden nicht zugänglich. Ein Glanzstück der Stadtbaukunst ist der Kern der Stadt um den alten Hafen. Der noch gut erhaltenen Mauerring mit seinem Zinnenkranz grenzt Lazise deutlich von seiner Umgebung ab.

Peschiera beschert uns wieder einen schönen Blick auf die Halbinsel Sirmione. Seinen Namen hat das Städtchen offenbar vom Fischreichtum am Ausfluss des Gardasees in den Mincio bekommen. Die Festungsanlagen mit ihren mächtigen Bastionen sind 2250 m lang und größtenteils noch in gutem Zustand.

In Sirmione haben wir wieder einen Aufenthalt. Zwischen der Altstadt und den Grotte di Catulla verstecken sich in Parkartigen Gärten einige noble Hotels. Die langgezogenen Ufer der Halbinsel sind hervorragend geeignet für alle Arten von Wassersport. 300 m vom Ufer entfernt entspringt in 18 m Tiefe eine heilkräftige Quelle mit einer Temperatur von 70° C. Sie ist erst im 19. Jahrhundert entdeckt worden, war also den Römern noch nicht bekannt. Sirmione ist ein Heilbad. Die Quelle wird angezapft. Sirmione ist das Rothenburg am Gardasee; durch die Gassen der Altstadt drängen sich die Touristen. Beherrscht wird sie durch die Scaligerburg, die 1265 erbaut wurde. Sirmione war schon vor zweitausend Jahren berühmt.

Dezensano war schon zur Römerzeit ein bedeutender Handelsplatz für Korn und Wein in Oberitalien. Das Herz der Stadt schlägt rund um das alte Hafenbecken und das Rathaus. Von der großzügig geschwungenen Uferpromenade aus, hat man einen weiten Blick über den ganzen See. Die Stadt wird überragt von den Resten eines Kastells aus dem 15. 16. Jahrhundert.

Moniga hat eine große Burganlage aus der Zeit, als hier die Visconti und die Scaliger in heftige Fehden verstrickt waren.

In Manerba gibt es keine Uferpromenade, keine teuren Hotels und keine eleganten Boutiquen. Dafür freie Strände, zum Teil mit Sand.

San Felice ist ein preiswertes Paradies für Familien, auch mit kleinen Kindern.

Wir sehen im See die Isola di Garda. Sie ist die größte Insel im Gardasee; 1100 m lang und 60 m breit. Sie ist der Allgemeinheit nicht zugänglich. In römischer Zeit stand ein Jupitertempel auf ihr. Um 1220 hat der hl. Franz von Assisi hier ein Kloster gegründet, das in den napoleonischen kriegen zerstört wurde. Das heute sichtbare Schloss wurde um die vorletzte Jahrhundertwende erbaut und gehört dem Fürsten Borghese.

Salo wie ein Sporn ragt die Bucht von Salo in das Land hinein. Seine Lage wirkt beengt. Von 1943 bis zum Ende des Krieges war die Stadt Sitz der Marionettenregierung, die der entmachtete Diktator Mussolini unter dem Schutz der deutschen Wehrmacht hier noch einmal zu etablieren suchte.

In Gardone Riviera wird wieder eine Rast eingelegt. Die Stadt ist ein sehr gepflegter Bade- und Kurort. Man findet eine breite, blumenreiche und autofreie Uferpromenade, elegante und teure Geschäfte, Casino und exklusive Clubs. Der historische Ort Gardone Alto mit Kirche und Rathaus liegt oberhalb. Zwischen beiden liegt ein großer botanischer Garten.

Toscolano-Maderna, der Doppelort wird vom Mündungsdelta des Torrente Toscolano getrennt, der nur selten Wasser führt. Bereits im Mittelalter setzte das Wasser des Toscolano einige Papiermühlen in Bewegung. Aus der örtlichen Papierherstellung ergab sich im 15. Jahrhundert die Gründung der ersten Druckereien Oberitaliens. Die Namen der Buchdrucker Gabriele di Treviso sowie Paganino und Alessandro Paganini sind weit über das Land hinaus bekannt geworden. Toscalano-Maderna ist ein lebhafter und vielseitiger Ferienort.

Das Schloss in Bogliaco wurde 1750 nach dem Vorbild von Schloss Schönbrunn in Wien gebaut. Im prunkvoll ausgestatteten Schloss befindet sich eine bedeutende Gemäldegalerie mit Werken von Corregio, Paolo, Veronese, Tizian, den Canalettis, Dürer und Holbein. Das Schloss ist nicht zu besichtigen.

Gargnano ist ein vielbesuchter Fremdenverkehrsort. Das Ortszentrum ist umgeben von Zitronenplantagen, Weingärten, Oliven- und Zypressenhainen. An einigen Häusern in der Umgebung des Hafens erinnern eingemauerte Kanonenkugeln an die Beschießung von Gargnano durch österreichische Kanonenboote 1866. Während der beiden letzten Kriegsjahre hat Mussolini mit seiner Freundin in Gargnano gewohnt.

In Gargnano beginnt die Gardesana occidentale, eine Panoramastraße, die bis Riva del Garda entlang der senkrecht in den See fallenden Felswände über 50 Brücken und durch 74 Tunnels führt. 1931 wurde sie in den Fels gebaut, ein Meisterwerk der Straßenbaukunst! Zwischen den dunklen Strecken im Tunnel blitzen immer wieder atemberaubende Bilder vom See und dem gegenüber liegenden Ufer mit dem Massiv des Monte Baldo auf. Die Straße wurde nicht für den Massenverkehr unserer Tage konzipiert. An manchen Stellen geht es gefährlich eng zu. Auf Uferstreifen zwischen See und Berg finden nur wenige Orte Platz.

Tremosine besteht aus mehreren Weilern, die sich über eine weite und sonnige Hochfläche verteilen.

Bei Tignale die Wallfahrtskirche Madonna di Monte Castello steht auf einem fast senkrecht zum Gardasee abstürzenden Felsen. Sie wurde im 14. Jahrhundert auf den Fundamenten einer Scaligerburg errichtet.

In Limone machen wir wieder Pause. Noch immer stehen hier terrassenartig am steilen Hang, die von Goethe beschriebenen Stützpfeiler und Abdeckungen der traditionellen Zitronenplantagen. Der eigentliche Ort konzentriert sich um den Hafen.

Jetzt fahren wir wieder nach Riva. Wo wir den Abend verbringen in der romantischen Altstadt.

Anfahrt zum Gardasee: http://www.myheimat.de/linz-am-rhein/beitrag/85550... und vom Brenner weiter: http://www.myheimat.de/linz-am-rhein/beitrag/85767...
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13 Kommentare
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Helmut Metzner aus Neustadt am Rübenberge | 03.04.2009 | 20:29  
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Gisela Görgens aus Quedlinburg | 03.04.2009 | 20:34  
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Helmut Metzner aus Neustadt am Rübenberge | 03.04.2009 | 20:38  
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Dirk Knappert aus Hannover-Bemerode-Kirchrode-Wülferode | 15.09.2010 | 10:44  
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Bernd & Lukas Hons aus Volkmarsen | 28.11.2011 | 21:17  
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Manfred W. aus Nebra (Unstrut) | 29.11.2011 | 07:13  
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