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Poro Feria - Rentier Rennen in der Innenstadt

Lavvus auf dem Marktplatz
 
Lavvus sind zwar Sommerzelte, aber für ein paar Tage geht's
Oulu (Finnland) | Wochenende, über was könnte ich diesmal berichten? Das wird ja schon fast zur Manie.
Heute ist doch der 7. Februar und gestern war der Nationalfeiertag der Samen. Aus diesem Anlass veranstaltet doch die Stadt Oulu die Poro Feria (Wortspiel: poro = rentier; periferia = Peripherie) rund um den Marktplatz. Gar nicht so abwegig, obwohl es von hier noch einige hunderte von Kilometern nach Lappland sind. Aber wenn Düsseldorf Skilanglauf in der Innenstadt bietet und auf Schalke Biathlon abgeht, dann können wir das schon lange.
Es ist recht frisch, so -15° C, leichter Schneefall und es dunkelt schon etwas, nicht die besten Bedingungen für Fotos. Die Rennen wurden sind erst um 18 Uhr. Der Marktplatz ist voller Lavvus. Eigentlich sind das die leichten Sommerzelte - sind halt schneller auf- und abzubauen.
In einem Kinderzelt werden alte Geschichten aus dem Norden erzählt. Siehe da, das Zelt ist proppenvoll. Die Kids hören zu auch ohne LCD-Viereck mit Hifi-surround und Subwoofer. Es ist anscheint kuschelig warm dort drinnen. Man bekommt Pfannekuchen mit Blaubeermarmelade und dazu warmen Blaubeersaft (mustikkahillo + mustikkasoppa).
Ich werde blau vor Neid, möchte noch mal ganz klein sein, mich an die Seite der blauäugigen Märchenfee im blauen Gakti (samische Tracht) schmiegen. Meine Beteuerungen "Olen vasta kaksitoista" (Ich bin erst zwölf) glaubt niemand. Ich ernte höhnisches Lachen von den Gören. Ich war doch früher mal besser im Flunkern.
Also weiter - natürlich darf das Werfen mit dem Suopunki, dem samischen Lasso, nicht fehlen. Alles geht viel leiser zu wie im Westen. Die nördliche Ren-Dame ist halt kein Cow-Girl. Mit ruhigen bedachten Bewegungen führt sie vor, zeigt wie einfach es ist - und dann wirft man doch meilenweit daneben obwohl das 'Ren', ein im Schnee steckendes Geweih, sich keinen Millimeter bewegt hat. Sie grinst verschmitzt und tröstet "Kohta onnistuu" (Bald klappt's).
In einer Einzäunung warten die Rentiere auf ihren Auftritt. Eine Reporterin in Tracht fragt dick vermummt dick vermummte Besucher und Aussteller dies und das. Noch schnell eine Rentierwurst vom Grill einwerfen, ein ziemlich magerer Ausgleich für die entgangenen Pfannkuchen und dann an die Rennbahn.
Am Zieleinlauf drängt sich alles. Ich kann noch einen Hängeplatz an einem Lampenposten ergattern. Schwierige Stellung, ein Fuß - eine Hand, Kliffhänger. Der Finger auf dem Auslöser wird eiskalt. Der aufgeklebte isolierende Plastikschutz muß wohl irgendwann abgefallen sein. Die Batterie fängt auch an, den Geist aufzugeben. Zu kalt halt. Und dann kommen sie im Schneegestöber. Mist zu früh gedrückt. Geht's nochmal - klick - Batterie alle - muß zu Hause gucken, ob da was drauf ist.
Schön war's und ich hoffe ihr habt ein bißchen Freude daran.
Ein Mitbringsel hab ich auch zur Erinnerung mitgenommen, falls mal jemand von euch zum Kaffee vorbei kommen sollte.

Nachtrag: Das Rennen gewann der routinierte Rentierbulle Takaveto (Hinterradantrieb). Der Vorjahressieger Kaiku (Echo) sowie der auch favorisierte Tulikynsi (Feuerklaue) schieden schon in den Vorrennen aus.
http://www.kaleva.fi/plus/index.cfm?lkuva=200012&p...
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6 Kommentare
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Sylvia M aus Lahstedt | 08.02.2009 | 17:01  
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Willi Hembacher aus Affing | 08.02.2009 | 18:33  
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Wolfgang H. aus Gladenbach | 08.02.2009 | 18:34  
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chris gunga aus Neustadt am Rübenberge | 08.02.2009 | 19:59  
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Hans-Rudolf König aus Marburg | 08.02.2009 | 20:52  
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Werner Szramka aus Lehrte | 08.05.2009 | 19:30  
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