Kostenvergleich: So viel kostet die Abgabe von Haustieren

Jedes Jahr weisen Tierschutzvereine und Tierheime darauf hin: Haustiere gehören nicht als Geschenk unter den Weihnachtsbaum. Viele Tierheime und Zoohandlungen stellen zur Weihnachtszeit ihre Vermittlung bzw. den Verkauf von Haustieren sogar ein, um die Zahl der abgegebenen und gefundenen Tiere in den Wochen nach den Feiertagen zu minimieren.

Die Trennung von einem Haustier kann viele Gründe haben: Allergien, Krankheiten, Jobwechsel oder -verluste, Umzüge oder schlichtweg Überforderung. Wer keinen anderen Ausweg sieht, als das Haustier wegzugeben, kann sich an eines der mehr als 500 Tierheime in Deutschland wenden. Meistens erheben die Tierheime Abgabekosten – schließlich kommt mit der Abgabe eines jeden neuen Tieres viel Arbeit und zusätzliche Kosten auf die Tierheime und das oftmals ehrenamtliche Personal zu.

Eine Untersuchung zeigt: Die durchschnittlichen Abgabekosten für Hunde liegen deutschlandweit bei 89 Euro, für Katzen bei 54 Euro
SantéVet, ein Spezialist für Tierkrankenversicherungen, hat in einer aktuellen Analyse ermittelt, wie hoch die Abgabekosten in Tierheimen in den 20 größten Städten Deutschlands für Haustiere sind: Die durchschnittlichen Kosten für Hunde liegen deutschlandweit bei 89 Euro, für Katzen bei 54 Euro. Die höchsten Abgabekosten gibt es der Untersuchung zufolge in Hamburg und Bochum: Die Abgabe eines Hundes kostet in beiden Städten 250 Euro, für eine Katze sind in Hamburg 150 Euro zu zahlen, in Bochum 100 Euro. Ebenfalls vergleichsweise kostspielig ist die Abgabe in Leipzig, wo für einen Hund 180 Euro und für eine Katze 90 Euro verlangt werden sowie in Bremen mit 140 Euro für einen Hund und 100 Euro für eine Katze. Wer sich die Abgabekosten nicht leisten kann, sollte sich trotzdem an das zuständige Tierheim wenden und mit diesem eine gemeinsame Lösung finden.

In Köln und Nürnberg müssen Haustierbesitzer:innen keine Abgabegebühren zahlen
Die Tierheime in Köln und Nürnberg verlangen kein Geld für die Abgabe von Hunden und Katzen. Dafür weist das beispielsweise Tierheim Nürnberg explizit darauf hin, dass Besitzer:innen für ihre Tiere Verantwortung tragen und die Entscheidung, sich von den Vierbeinern zu trennen, nicht leichtfertig treffen sollten. Außerdem sollten sich Haustierbesitzer:innen zunächst in Eigeninitiative um ein neues Zuhause für ihre Schützlinge kümmern. Auch in Münster und Düsseldorf ist die Abgabe vergleichsweise günstig: In der Universitätsstadt werden durchschnittlich 13 Euro für Hunde und Katzen berechnet, in der Rheinmetropole 15 Euro.

Keine Impfung, Chip oder Kastration: Diese zusätzlichen Kosten können erhoben werden

In einigen Tierheimen werden nur Tiere angenommen, die geimpft, gechipt und kastriert sind, in anderen werden zusätzliche Gebühren erhoben, wenn eines dieser Kriterien nicht erfüllt wird. Außerdem spielen oftmals Geschlecht, Alter und Größe des Tieres eine Rolle. In wenigen Fällen können die Abgabekosten auch höher ausfallen, wenn es sich um Listenhunde handelt. In Bochum beispielsweise können sich die Abgabekosten so auf bis zu 400 Euro erhöhen, in Hamburg auf bis zu 350 Euro. Jérôme Salord, der CEO von SantéVet, wies in einer aktuellen Mitteilung daraufhin, dass sich Haustierbesitzer:innen immer gut überlegen, was das Beste für ihre Schützlinge ist, egal wie hoch die Abgabekosten seien. „Leider ist das Aussetzen von Tieren auch nach wie vor eine gängige Praxis: Wer ein Haustier einfach so aussetzt, riskiert nicht nur das Leben der Tiere, sondern auch ein Bußgeld von bis zu 25.000 Euro", heißt es weiter.

Wissenswertes über das Tierheim Leipzig
Das Leipziger Tierheim wird vom Ersten Freien Tierschutzverein Leipzig und Umgebung e.V. betrieben und zum Großteil von Geld- und Sachspenden, sowie durch Mitgliedschaften finanziert. Wer das Tierheim und die Tiere dort unterstützen möchte, kann beispielsweise die Hunde ausführen oder sich mit den Katzen beschäftigen, aber auch bei Reinigungs- und Reparaturarbeiten helfen. Haustierbesitzer:innen, die ihre Schützlinge im Tierheim Leipzig abgeben möchten, sollten vorab Kontakt zu dem Tierheim aufnehmen, um zu klären, ob gerade Kapazitäten dafür da sind. 
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