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Die Auwälder der Donau

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Leipheim: Zehntstadel Leipheim | Bedrohte Artenvielfalt zwischen Hochwasser und Trockenheit

Wasserland – so lautet die Übersetzung des mittelhochdeutschen Wortes Ouwe, von dem sich der heutige Ausdruck Aue ableitet. Wie dieser Begriff so treffend veranschaulicht, umfasst die Aue den Uferbereich eines Fließgewässers, der dem unmittelbaren Einfluss wechselnder Wasserstände und schwankender Grundwasserspiegel ausgesetzt ist. Bei Flüssen, die wie die Donau und ihre alpinen Zuläufe den flachen Stromtälern der Eiszeiten folgen, dehnt sich die Aue über eine oft mehrere Kilometer breite Talfläche. Gespeist von den reichen Niederschlägen der nahen Alpen formte die Donau eine Naturlandschaft, an deren Artenfülle kein anderer Lebensraum unserer bayerischen Heimat heranreicht. Beherbergen die dichten Auwälder, die einst den gesamten Flusslauf begleiteten, bis heute eine kaum bekannte Fauna und Flora, so ist doch die wahre Quelle biologischer Vielfalt das natürliche Mosaik aus strukturreichen Wäldern, Kiesbänken, Weidengebüschen, Altwassern und Röhrichten. Der Wechsel von Hoch- und Niedrigwasser schuf nicht nur einen vielgestaltigen Lebensraum für Pflanzen und Tiere, sondern auch eine unserer letzten Urlandschaften, deren Ästhetik jeden Besucher in ihren Bann zieht. Aber es waren weniger romantische Gründe, die uns Menschen an die Ufer der Flüsse zogen. Bereits den Römern diente die Donau als natürlicher Verkehrsweg, der sich im Industriezeitalter zu einer wichtigen Achse wirtschaftlicher Entwicklung entfalten sollte. Und wo Ökonomie auf Ökologie trifft, da muss die Natur meist weichen. Hochwasser – für natürliche Auenbiotope bedeuten sie Leben, für die Menschen jedoch Zerstörung: eine fatale Kollision von Interessen. In dem Maße, in dem Flussregulierungen den wirtschaftlichen Interessen neue Räume verschafften, verloren die Auen ihre Funktion als Lebensraum einer einzigartigen Fauna und Flora. Sind die letzten Auwälder noch zu retten? Das hängt allein von unserem schnellen und beherzten Handeln ab. Der Biologe Professor Dr. Jörg Hemmer gibt einen Einblick in die faszinierende Entstehungsgeschichte der Auen der Donau und berichtet von den Überlebensstrategien, mit denen ihre Bewohner die Herausforderungen eines Lebens zwischen Trockenheit und Überflutung meistern. Mit eindrucksvollen Bildern entführt Sie der begeisterte Naturfotograf in die geheimnisvolle Welt der Auwälder – unser Naturerbe.

Der Vortrag findet am Donnerstag, 7.11.13, um 19.30 h im Leipheimer Zehntstadel statt. Der Eintritt ist frei. Weitere Infos bei www.joerghemmer.de
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