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Lehrter Details - Ahlten

    Lehrte: Ahlten | Die erste Besiedlung im Burgdorfer Land hat vor allem schon früh im Ahltener Gebiet stattgefunden. Ausgrabungsfunde in der Umgebung schließen auf eine erste Besiedelung in der Steinzeit hin. Auch Menschen der Bronze- und Eisenzeit siedelten in der Nähe, wie es Funde aus den jeweiligen Epochen belegen.

Wir beschäftigen uns daher kurz mit der Entstehungsgeschichte des Ortes um bei unserer Motivsuche evtl. einige ursprüngliche Details aufnehmen zu können. Bereits bei der Entstehung der Fotografien „Lehrter Details“ wird uns die frühe Niederlassung in diesem Gebiet bewusst.

In einem Hinweis zu den Naturdenkmälern im Wikipedia erhalten wir den Hinweis das beim Bau der A 7 in den 1970er Jahren die Überreste einer im Ahltener Wald befindlichen Burg, der Olde Burg, zerstört wurde. Sinn und Zweck dieser Burg sind ebenso wie das Entstehungsdatum ungeklärt. Sie befand sich aber im unmittelbaren Umfeld anderer Archäologischer Funde, die auf das Jahr 500 v. Chr. datiert werden.

In vielen veröffentlichten Schriften wird das Jahr 800 als erstes Datum der Besiedlung genannt; sicher auch aus dem Grund das ab dieser Zeit vor allem durch die Kirche erste Register und Archive geführt wurden. Mit der Gründung des Bistums Hildesheim 815 hielt das Christentum in der Region Einzug.

865 wechselte der rechtliche Eigentümer von Grund und Boden des Ortes an den Grafen von Rohden. Die Grafen von Rohden gehören später zum alten niedersächsischen ursprünglich vermutlich edelfreien Adelsgeschlecht Alten. Eine erste urkundliche Erwähnung des Adelsgeschlechts Alten mit Stammhaus Ahlten erfolgte 1182, die des Ortes 1226. In Ahlten ist die Kapelle seit ungefähr 1300 das kirchliche Zentrum. Sie wurde aus Fels- und Bruchsteinen im frühgotischem Stil errichtet und bereits zu dieser Zeit auf einer Landkarte dargestellt.

Mindestens seit dem Jahr 1308 wird das Gebiet auch das „Große Freie“ (vor dem Nordwalde) genannt. Dieses umfasste die Ortschaften Ahlten, Anderten, Bilm, Dolgen, Evern, Gretenberg, Haimar, Harber, Höver, Ilten, Klein Lobke, Lehrte, Rethmar und Sehnde. Die so sehr geschätzten Freiheiten bestanden hauptsächlich in der freien Jagd-, Fischerei- und Braugerechtigkeit, der Steuer- und Gewerbefreiheit und der eigenen Gerichtsbarkeit. Ca. einhundert Jahre später wurde der Orden der Treue, der den welfischen Löwen zeigt, den Freien vor dem Nordwalde verliehen und dieser ist bis heute das Wappen der Freien.

Die Geschichte der Familie und der Name „A(h)lten“ ist eng mit der Geschichte der Stadt Hannover verknüpft. Ab dem 15. Jahrhundert treten die Ritter v. Alten vermehrt in die Dienste der Welfenherzöge. Die Familie war im Umfeld Hannovers reich begütert. Der über mehrere Generationen vererbte Grundbesitz erstreckte sich insbesondere auf die Güter Grossgoltern, Dunau, Hemmingen, Ricklingen, Linden und Wilkenburg. Zeitweise waren Angehörige der Familie auch auf Gütern in Westfalen, Pommern und Schlesien ansässig.

Auch hier treffen und sprechen wir wieder viele Ahltener Bürger. Die Nachbarin zur Ev. Kapelle der Martinsgemeinde zeigt uns die Gedenksteine auf dem Kirchengrundstück und kann eine Menge über die Struktur des Ortes berichten. Ihr selbst war gerade die Tür durch einen Windzug zugefallen und so hat sie Zeit am frühen Nachmittag über die Besonderheiten ihres Ortes zu sprechen. Der eigene S-Bahn Anschluss zwischen Hannover – Lehrte und die gute Verkehrsanbindung an die Autobahnen in alle Himmelsrichtungen (A2 und A7) und die Nähe zur Landeshauptstadt machen den Ort sehr Attraktiv für Gewerbeansiedlung und Wohnbebauung. Einige Firmen haben mächtig (den Gebäuden nach zu urteilen) in den vergangenen 10 Jahren in den Gewerbestandort Ahlten investiert. Schon vorher dort ansässig und vor 10 Jahren mit einem besonderen Auftrag betraut, hat hier die Metallverarbeitende Firma Gödeke ihren Sitz. Die Firma Gödeke hatte in Ihrer Laserschneiderei den alleinigen Auftrag das EXPO 2000 Maskottchen „Twipsy“ als Metall-Figur zu erstellen

Gut vertreten ist hier auch das Hotel- und Gaststättengewerbe, dass vor allem durch die Nähe zum Messegelände in Hannover Gäste beherbergt. In östlicher Richtung fällt dem Besucher des Ortes auf, dass Ahlten als Energieversorgungsstandort eine besondere und zentrale Rolle in Norddeutschland inne hat.

Das E.ON Netz unterhält hier eine von zwei Hauptschaltleitungen seines Netzes. Dem angegliedert ist ein Umspannwerk. Die DB Energie unterhält hier einen modernen Standort, der für den Bahnbetrieb erforderliche 16,7 Hz Bahnstrom auf circa 6000 km lange Oberleitungsnetz im nordwestdeutschen Raum überwacht und steuert.

Vor rund 35 Jahren konnte man in der Feldmark zwischen Ahlten und Lehrte noch Anlagen zur Erdölförderung entdecken. Vor rund zehn Jahren stand noch einmal ein temporärer Bohrturm für einige Monate hier. Der Grund hierfür war, dass die E.ON Ruhrgas die ausgebeutete Erdöllagerstätten als Speicherraum nutzen kann. Dieser Kavernenspeicher wird während der Sommermonate mit Erdgas befüllt, um während der Wintermonate wieder geleert zu werden.

Vielen dieser traditionellen Wirtschaftsbetriebe die sich von Lehrte über Ahlten, Anderten und Misburg an der Bahnlinie erstrecken, waren zum Ende des 2. Weltkrieges Ziel der alliierten Bombenangriffe um die Wirtschaft in Norddeutschen Raum zu schwächen. Der damals in Kirchhorst lebende Schriftsteller Ernst Jünger berichtete von zwei schweren Bombenangriffen am 16.09.44 und 15.03.45.die vor allem im Nachbarort die größte mineralölverarbeitende Firma Norddeutschlands treffen sollte und er aus mehreren Kilometern Entfernung beobachten konnte.
Diese Bomben beeinträchtigen heute noch immer hin und wieder das Leben der Menschen wenn die Entschärfung eines „Blindgängers“ im Ort vorgenommen werden muss und die Einwohner für diese Zeit evakuiert werden müssen.

Doch bei dem Besuch in Ahlten von Susanne Schumacher und Friedrich Schumacher für unser OKOK Team wurden wir sehr freundlich aufgenommen und auch auf das herrschaftliche „Schlemmsche Gut“ eingeladen. Der deutsche Offizier Alfred Schlemm (1894–1986) lebte hier viele Jahre bis das Haus nun von der Familienstiftung weitergeführt wurde.
Das Vereinsleben hat ein vielfältiges Angebot im Sportverein TSG Ahlten; Sportliches Schießen kann in den Disziplinen Bogen, Gewehr und Pistole (Armbrust für Kinder) in der Schützengesellschaft Ahlten von 1734 e.V. und auch die Freiwillige Feuerwehr trägt zum kulturellen Leben neben seiner eigentlichen (lebensrettenden) Aufgabe bei.

Weitere Berichte aus dem Burgdorfer Land: http://www.myheimat.de/gruppen/burgdorfer-land-333...
Mehr Informationen zu OKOK TELEVISION: http://www.okok.de
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Weiterveröffentlichungen:

Unser "Plus" kennzeichnet alle Beiträge, die durch den Abdruck bei unseren Partnerverlagen noch mehr Aufmerksamkeit bekommen.Anzeiger | Erschienen am 06.09.2010
myheimat-Magazin Lehrte | Erschienen am 25.10.2010
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