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„ensemble vis-à-vis“ überzeugt wie immer

"ensemble vis-à-vis", Lehrte, gewachsen, mit neuem Auftritt und neuem Chorleiter (Mitte)(Foto: N. Altiparmak)

Der kleine Chor ist auch unter der neuen Leitung hinreißend

(Sehnde) Unter dem Leitmotiv „Winter ade“ hat das Lehrter „ensemble vis-à-vis“ endgültig den Frühling begrüßt. Bei dem Konzert in der Iltener Barockkirche wurde mit vor allem romantischen Abendliedern der Winter zu Bett geschickt, während populäre Chorstücke als Einladung an den Frühling gedacht waren, der sich mit 20°C im Schatten nicht zierte. Dennoch war die Kirche bis auf den Rang hinauf gefüllt.
Wer das Ensemble über die Jahre verfolgt hat, kann das durchaus als Anerkennung, als Erwartung und für das Ensemble als Ansporn sehen, weiter derartig gute Leistung zu zeigen. Denn davon konnte man wieder einige Beispiele erleben, wie bei dem irischen Segensgruß (Irish Blessing) in dem wenig bekannten Satz von Carsten Gerlitz. So konnte man dem altbekannten Stück doch noch Neues abgewinnen und sich auch über die Wiederholung als Zugabe freuen. Die Anforderungen der „Waldesnacht“ von Johannes Brahms wusste das Ensemble schon früher zu meistern, das Stück liegt aber dem inzwischen etwas gewachsenen Chor noch besser. Die ausgewogenen Stimmgruppen und der abgestimmte Gesamtklang lassen den dunklen Wald mühelos vor dem inneren Auge erstehen.
Das Wechselbad der Gefühle zum Frühlingsbeginn ging weiter mit „Es lebe das Leben“ (Viva la vida) von Coldplay, ein Stück, das nur wirken kann, wenn es gut gemacht wird – und das war es. Ungläubiges Staunen kam auf bei dem Abendlied „Esti dal“ von Zoltan Kodaly. Über dem Bordun im Bass und in weiten Teilen auch der anderen Unterstimmen singt der Sopran die scheinbar schlichte Melodie, deren Faszination allerdings aus vertrackter Rhythmik stammt. Bravo! Witzig und authentisch war der Erfahrungsbericht einer Sängerin zu diesem Stück.
„Gute Nacht, Freunde“ von Reinhard Mey und „Der Mond ist aufgegangen“ im Satz von Max Reger gaben Zeit, sich zu beruhigen, ehe man zum Schluss die eine oder andere Träne rinnen sah, als sich das Ensemble unter dem leisen, freundlichen, aber bestimmten Dirigat von Gabriel Gutzmann mit Rheinbergers Abendlied endgültig und direkt in die Herzen der Zuhörer sang. Applaus und Klingelbeutel machten deutlich, was das Publikum von diesem Auftritt hielt. Freuen wir uns auf das dann noch größere Konzert im Mai in Lehrte.



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