Anzeige

Das Stellwerk Lehrte vor 121 Jahren und heute

In der Bahnhofstraße/Ecke Bindestraße (52.375409, 9.974733) hat die Dampflok, Baujahr 1942, ihren Parkplatz für Senioren gefunden. - Nach meiner Meinung gehört das stolze Dampfross vor den Bahnhof!
Lehrte: Museumsstellwerk Lpf | Der VVV Ü 50 Burgdorf bietet für seine Mitglieder und Gäste Kulturfahrten in der Region an. Am 23. März stand Lehrte mit dem Schwerpunkt Historie der Stadt und Entwicklung der Eisenbahn auf dem Programm.

Gleich hinter dem Bahnhof erwartet ein Koloss von Dampflokomotive mit 78 Tonnen Gewicht den Besucher. Diese gewaltige Zugmaschine aus dem Jahr 1942 erinnert an die Entwicklung der Stadt Lehrte zur Eisenbahnstadt. Schon 1843 wurde mit einer 16 km langen „Kreuzbahn“ von Hannover der erste Abschnitt des späteren Eisenbahnknotenpunktes Lehrte eröffnet. Es folgten Strecken nach Berlin, Köln, Hildesheim und HH-Harburg.

Da der Lokführer mit seinem Zug die Gleise nicht so ohne weiteres wechseln kann, wurden Weichen entwickelt. Allerdings war für das Weichen stellen eine weitere Person notwendig. Und mit zunehmender Entwicklung ergab sich durch die Anzahl der Weichen und Entfernungen ein größer werdender Personalbedarf. Aus dieser Not heraus ist das mechanische Stellwerk entstanden. Durch das Umlegen von einem Hebel in einem Gebäude war ein Eisenbahner in der Lage über ein Stahlseil mit Hilfe von Umlenkrollen eine Weiche zu stellen. Durch das Ausmaß des Eisenbahnknotenpunkts entwickelte sich in Lehrte das größte mechanische Stellwerk Norddeutschlands. Die Hebelbank ist 20 Meter lang und hat 110 (!) Plätze, besetzt mit Hebeln für Weichen und Signale. Eine Etage tiefer befand sich der Spannwerksraum der Anlage. Gewichte sorgten hier dafür, um die Wärmeausdehnung der Stahlseile auszugleichen. Das Stellwerk mit seiner wunderbar anschaulichen Technik wurde 1986 außer Betrieb gestellt.

Seit dieser Zeit hat der Modellbahnverein Lehrte e.V. das Gebäude von der DB gemietet. Nach gründlicher Renovierung des Spannwerksraumes im Erdgeschoss haben dort die Modelleisenbahner ihre 21 Meter lange und 3 Meter breite Anlage aufgebaut. Dargestellt wird das Bahnhofsareal und Leben in Lehrte im Jahr 1960 mit vielen Details aus dem Leben von früher. Das alles in einem außergewöhnlichen Vereinsheim mitten in einer Schienenlandschaft der Deutschen Bundesbahn mit ständig wiederkehrenden Originalgeräuschen.

Einzelteile einer Weiche
2
1
6
Diesen Mitgliedern gefällt das:
4 Kommentare
21.638
Kurt Battermann aus Burgdorf | 24.03.2017 | 20:28  
1.569
Rainer Lingemann aus Uetze | 24.03.2017 | 21:07  
21.638
Kurt Battermann aus Burgdorf | 25.03.2017 | 07:54  
1.869
Jürgen Hedrich aus Laatzen | 25.03.2017 | 12:38  
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.