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Mehr Vielfalt im Team – Kinder- und Jugendfeuerwehren der Stadt Lehrte interkulturell aktiv

Teilnehmer des Seminar
Die Kinder- und Jugendfeuerwehren in den Ortsteilen der Stadt Lehrte erfreuen sich großer Beliebtheit und können beachtliche Mitgliederzahlen vorweisen. Allerdings sind Kinder und Jugendliche mit einem Migrationshintergrund bisher nur vereinzelt unter den Aktiven zu finden. Dies soll sich ändern. Denn angesichts demografischer Veränderungen und dem Engagement der Niedersächsischen Jugendfeuerwehr für mehr Vielfalt und Integration kamen am Sonnabend 20 Betreuer aus den verschiedenen Kinder- und Jugendfeuerwehren der Stadt Lehrte zu einem Seminar zusammen. Hierbei konnten sie sich Dank der anwesenden Fachleute über das Thema ausführlich informieren und mögliche Aktivitäten für mehr Vielfalt im Team entwickeln.
„Die Jugendfeuerwehren bieten ein großes Potenzial für die Integration von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund. Technik, Sozialkompetenzen und Teamgeist werden vermittelt und das Hineinwachsen in die örtliche Gemeinschaft erleichtert. Zudem erschließen sich die Feuerwehren durch eine weitere interkulturelle Öffnung zur Gewinnung von Nachwuchskräften, die bisher keinen Zugang gefunden haben“ betonte Jens Jeitner, der den Workshop organisiert hatte und in die Thematik einführte. Als weitere Referenten konnten Dr. Mohammad Heidari, als Experte für interkulturelle Kompetenz, sowie Kirsten Knoche von der Koordinierungsstelle Integration der Region Hannover und Ayfer Barlak vom Vorstand der Moscheegemeinde Lehrte gewonnen werden. Abgerundet wurde der lebhafte und durch viele Lerneffekte geprägte praktische Teil schließlich durch die Erfahrungsberichte von Bernd Dahle und dem Kreisjugendfeuerwehrwart aus Nienburg, Detlef Schiller.
Lehrtes Stadtjugendfeuerwehrwart Patrick Hempel unterstrich die Bedeutung des Aufeinanderzugehens von Menschen mit unterschiedlicher kultureller Prägung gerade auch vor dem Hintergrund des ehrenamtlichen Engagements sowie möglicher Einsätze der Lehrter Feuerwehren. Zwar sind die einzelnen Ortsteile angesichts der Bevölkerungszusammensetzung unterschiedlich betroffen, jedoch ist die Bedeutung des Themas insgesamt unbestritten. Das Seminar wurde zu einem ersten erfolgreichen Schritt der Lehrter Kinder- und Jugendfeuerwehren in dieses Themenfeld, so dass von den Teilnehmenden zum Abschluss des Seminars Ziele weiterer Maßnahmen festgelegt werden konnten. Diese beinhalten u.a. eine kultursensible Information der Eltern der Migrantenjugendlichen über die Feuerwehren und die gezielte Ansprache von Migrantenjugendlichen, um Interesse für ein Engagement in den Feuerwehren zu wecken. Dies dient in erster Linie dem Abbau von Informationsdefiziten und Vorbehalten und soll die Grundlage für den weiteren Dialog mit Akteuren im Integrationsbereich sowie Migrantenorganisationen bilden. Aber auch die Feuerwehren selbst mit ihren Kinder- und Jugendabteilungen müssen sich noch stärker interkulturell öffnen.

Foto und Text - Jens Jeitner
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Jürgen Kelich aus Lehrte | 07.11.2012 | 10:32  
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