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Chorkonzert des Albertus-Gymnasiums in der Ev. Kirche Lauingen

Großer Chor "Al Cantus" des Albertus Gymnasiums unter der Leitung von Klaus Nürnberger
Lauingen – Lü - Ein Chorkonzert der besonderen Art bot das Albertus-Gymnasium Lauingen in der vollbesetzten evangelischen Christuskirche. Wie Chorleiter Klaus Nürnberger eingangs feststellte, verfüge die Schule in diesem Schuljahr über „extrem gute Chöre“, was zum Teil darauf zurückzuführen sei, dass der Musikunterricht in der Unterstufe auf vokaler Basis durchgeführt werde. Das Ergebnis dieser Methode war in einem in jeder Hinssicht vielgestaltigen Konzert vor einem begeistert mitgehenden Publikum zu hören. So gestalteten die drei Chorgruppen – Chorklasse 5c/5d, Mittelstufenchor und Großer Chor „Al-Cantus“, zusammen rund 160 Sänger und Sängerinnen – religiöse Chöre von der Renaissance bis zur Gegenwart, vom Gospel und Spiritual bis zur ernsten Motette von Anton Bruckner oder einer Psalmenvertonung von Felix Mendelssohn-Bartholdy, die vom Großen Chor „Al-Cantus“ mit hoher Klangkultur dargeboten wurden. Als eine Hommage an den gleichzeitig stattfindenden Ökumenischen Kirchentag sah der Vertrauensmann der Kirchengemeinde Dieter Lüters die Aufführung von vier Chören von Peter Janssens, der mit der musikalischen Gestaltung von Kirchentagen eng verbunden war, während südafrikanische Gesänge einen Vorgeschmack auf das kulturelle Rahmenprogramm der Fußball-Weltmeisterschaft boten.
Die kleinen Mädchen und Buben der Chorklasse 5c/5d ließen es mit glockenreinen Stimmen mit drei modernen geistlichen Liedern (Janssens) – dynamisch, gestisch und rhythmisch abwechslungsreich gestaltet - leicht angehen.
Dass nicht nur im Süden Amerikas, sondern auch in Südafrika tiefreligiöse Gospels und balladenhafte Gesänge in mitreißender musikalischer Gestaltung entstanden sind, mag für viele Zuhörer eine neue Entdeckung gewesen sein. Der Mittelstufenchor gestaltete diese Sätze klangvoll und rhythmisch – zum Teil mit Unterstützung stampfender Füße – temperamentvoll. Hier wie in dem diesen Teil abschließenden Spiritual „Joshua fit the battle of Jerico“ war Klaus Nürnberger am Klavier ein in jeder Hinsicht anfeuernder Begleiter.
Was konsequente Chorerziehung zu leisten vermag, zeigte sehr stilsicher der Große Chor „Al-Cantus“ in ganz unterschiedlichen, zum Teil kontrastierend nebeneinandergestellten Chorsätzen. So folgte der gewichtigen Motette „Locus iste“ von Bruckner das sehr einfach erscheinende choralhafte Lied „Selig seid ihr“ (Janssens), dem wiederum die Psalmvertonung „Jauchzet dem Herrn alle Welt“ (Mendelssohn) gegenübergestellt wurde. Noch stärker war der Kontrast zwischen dem polyphonen barocken Chor „Ecce, quomodo moritur“ (Jacobus Gallus) und dem ergreifenden Song „Will you be there“, der an den verstorbenen Michael Jackson erinnerte. Der gewichtige Chor „Father“ des norwegischen Komponisten und Chorerziehers Tore W. Aas beschloss das abwechslungsreiche Programm. Diese vielfältigen Herausforderungen bestand der Chor in bewundernswerter Authentizität. Tonsicherheit, Ausgewogenheit in den Stimmgruppen, rhythmische und dynamische Präsenz und eine begeisternde Ausstrahlung von Sängern und Dirigenten rissen das zahlreiche Publikum zu begeistertem Beifall hin.
Dieser galt auch den vier Solisten, die die Chorgruppen voneinander trennten. Guido Eller gestaltete seine eigene Popballade „Fantasie“ (trotz angegriffener Gesundheit) am Klavier sehr stimmungs- und klangvoll, der preisgekrönte Abiturient Michael Lachenmayer bewältigte sicher die kontrapunktische Struktur zweier Choralvorspiele aus dem „Orgelbüchlein“ von J. S. Bach und entlockte dabei der kleinen Orgel der Christuskirche zum Teil mystisch anmutende, schalmeinenartige Klänge.
Einen Höhepunkt des Konzertes stellten die Auftritte zweier Sopranistinnen dar. Katharina Brandel (K12) sang das berühmte „Halleluja“ aus „Exultate jubilate“ strahlend, jubelnd und bewältigte die schwierigen rasenden Koloraturen mit großer Sicherheit und dynamischer Differenziertheit. Dagegen gestaltete Regina Reiter (K13) das „Pie Jesu“ aus dem Requiem von Gabriel Fauré mit ihrem leichten, hellen und klaren Sopran sehr zart und innig. Bei aller Gegensätzlichkeit wurden beide den Ansprüchen der Gesänge voll gerecht, wobei auch die einfühlsame Begleitung durch Klaus Nürnberger am Klavier einen entsprechenden Anteil hatte.
Dieter Lüters bedankte sich am Ende im Namen von Pfarrerin Friedrich und der Kirchengemeinde für dieses außergewöhnliche Konzert bei allen Beteiligten und beschloss mit „Vater unser“ und einem afrikanischen Segen.
Dieter Lüters
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