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Der Hass der Versager - Kommentar zu den norwegischen Morden

Lassahn/gc. Adolf Hitler, Josef Stalin, Osama Bin Laden, Anders Bervik und andere ihrer Sorte haben eines gemeinsam: sie haben im Leben nicht wirklich etwas großes Gutes hinbekommen. Ihr eigenes Versagen treibt sie in den Hass, die bequemste Form, sich nicht mit eigenen Fehlern auseinandersetzen zu müssen.

Dieser Hass ist immer diffus, abstrakt und zielt auf Gruppen. Bei Hitler waren es die Juden und die Bolschewisten – er hatte kein Problem, Millionen Deutsche an den Fronten und in den KZs in denTod zu schicken. Stalin ging ebenfalls gegen Juden und „Wurzellose Kosmopoliten“ vor – der Kommunistenführer ließ Tausende Kommunisten gleich mit über die Klinge springen. Osama Bin Ladens Hass zielte auf die Christen – und auch er hatte kein Problem damit, wenn Moslems bei seinen Terroranschlägen umkamen. Anders Bervik hasst Moslems und tötete Nicht-Moslems.

Hitler zeigte seine Visionen in „Mein Kampf“. Stalins Visionen wurden früh in den „Moskauer Prozessen“ sichtbar. Bin Laden erhob in seiner Fatwa das Töten von Zivilisten und Soldaten der Vereinigten Staaten überall zur Pflicht eines jeden Muslims. Anders Bervik schrieb sich auf 1500 Seiten die angebliche islamische Bedrohung Europas aus dem Hirn.

Ihnen allen kam es auf nur das Morden an. Die Wahrnehmung von Individuen ist da eher hinderlich – frei nach dem Motto „Wer nicht für uns ist, ist gegen uns.“ Der so genannte Freund-Feind-Begriff suggeriert nur Klarhei, bleibt jedoch diffus, dehnbar, nebulös.

Menschen wie Hitler, Stalin, Bin Laden und Bervik sind ohne ihren Hass nicht denkbar. Sie schüren Vorbehalte, verdichten und kultivieren diese. Und schließlich zerstören sie erst den Willen Gutes zu tun und danach den Glauben an das Gute in allen Menschen. Schuld sind immer die anderen.

Auch in Deutschland gibt es heute Menschen wie Anders Bervik zur genüge. Sie kämpfen um die Meinungshoheit an den Stammtischen, tragen ihren Hass in Sport- und Freizeitvereine, üben Gewalt auf öffentlichen Demonstrationen und im Verborgenen gegen Einzelne aus – und sie organisieren sich politisch

Manch Größenwahnsinniger erhebt sich schon im Kleinen zum Vollstrecker, weil er sich zu Höherem berufen fühlt. Das kann der Firmenchef oder der Vorgesetzte sein, der als kleiner Diktator bereit ist, zum angeblichen Firmenwohl alles und jeden über die Klinge springen zu lassen. Das kann der Beamte oder Angestellte imÖffentlichen Dienst sein, der nicht akzeptieren mag, dass der Bürger vor seinem Schreibtisch der eigentliche Souverän ist. Das kann der Demagoge sein, der als Demokrat getarnt mit demokratischen Mitteln die Demokratie abschaffen und eine Diktatur errichten will.

Im Gegensatz zur Diktatur der Versager setzt eine offene Gesellschaft auf die ehrliche Auseinandersetzung mit ihren Schwächen. Sie bemüht sich um einen vorurteilslosen Blick auf das Fremde und lehnt jede Form von Kollektivschuld ab. Der offenen Gesellschaft liegt das Wohl jedes einzelnen Menschen zugrunde. Das ist ihr Eigennutz und ihre Existenzgrundlage. Heiko Wruck (www.german-circle.de)
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2 Kommentare
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Andreas aus Niedersachsen aus Laatzen | 26.07.2011 | 18:54  
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Heiko Wruck aus Lassahn | 26.07.2011 | 19:50  
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