Einsames Damenduell am historischen Wasserturm

Leider nur noch zwei Athletinnen aus Langenhagen beim DM-Start

Wieder einmal fanden im idyllischen Unstrut-Tal, nämlich im Straßendorf Gleina (Sachsen-Anhalt), im Rahmen einer fast schon historisch zu nennenden Veranstaltung, genannt die sog. „Gleinaer Schleife“, die diesjährigen Deutschen Meisterschaften aller Altersklassen im Straßengehen statt.

Wegen der langen Anfahrt übernachteten einige der Teilnehmer in Eisleben, wo das auf historischer Grundlage neu errichtete Luthermuseum bei allen Besuchern einen beachtlichen Eindruck hinterließ.

Am nächsten Morgen sah man dann bereits zahlreiche Schnellgeher, die sich schon früh auf der für den Verkehr bereits gesperrten Strecke eintrainierten.

Dabei ging es in einem Rundkurs von einem Kilometer immer flott um den alten Gleinaer Wasserturm, der frisch gekalkt nun schon zum dreißigsten Mal Zeuge dieser Veranstaltung wurde. Es waren aber nicht nur deutsche, sondern auch österreichische und polnische Sportler am Start. Stellten früher die langenhagener Vereine bei derartigen Wettbewerben fast regelmäßig das größte Geher-Kontingent, so ist gegenwärtig in dieser Hinsicht ein zahlenmäßiges Abflauen der Teilnehmerzahl zu beobachten.

Diesmal waren nur noch zwei Teilnehmer aus unserer Stadt der Ausschreibung zu diesen Deutschen Gehermeisterschaften gefolgt.

Birgit Komoll (W50-Sparta Langenhagen) und Yoshiko Teufert-Shibata (W60) vom SCL nahmen nach einem total verregneten Vortag bei windig-kühlen Wetter die Meisterschaftsstrecke über 10 km in Angriff.

Mit von der Partie war auch Karin Dygas (LG Kreis Verden), die früher immer recht erfolgreich für Sparta Langenhagen gestartet war (das ECHO berichtete) und nun auch diesmal in ihrer Altersklasse W60 mit 1:04:54 std. eine hervorragende Zeit ablieferte.

Somit ging auch folgerichtig die Goldmedaille nicht mehr nach Langenhagen, sondern in den Heidekreis.

Yoshiko Teufert-Shibata (SCL), die im gleichen Rennen 1:08:27 std. brauchte, brachte es zur Vizemeisterschaft.

Beide Damen hatten ja im Sommer bei den Europameisterschaften in Tschechien gemeinsam den Mannschaftstitel für Deutschland geholt (das ECHO berichtete).

Eine dritte Konkurrentin in dieser Altersklasse, die sich ebenfalls für die Meisterschaft qualifiziert hatte, sah man leider unauffindbar nicht mehr im Zielleinlauf.

Die zweite Geherin aus Langenhagen Birgit Komoll (W50-Sparta) hatte es ungleich schwerer an eine der allerdings recht blechern aussehenden Medaillen zu kommen, denn ihr Startfeld war ungewöhnlich stark besetzt.

Aber ein guter vierter Platz war für sie mit einer Zeit von 1:08:04 std. durchaus aller Mühe wert.

Mit dem üblichen ortsgebundenen Präsent in Form eines Fläschchens Rotkäppchen-Sekt, dessen Kopf aber selbstverständlich erst zuhause gebrochen werden durfte, ging es dann wieder frohgemut unter Besichtigung des berühmten Panoramamuseums und des schiefsten Turms der Welt in Frankenhausen über die Goldene Aue und den Harz heimwärts.

Wenn sich auch die sportlichen Erfolge der beiden Racerinnen, die aber die Ehre des langenhagener Gehsports immerhin noch zu repräsentieren wussten, leider in Grenzen hielten, so war doch unser schönes Mitteldeutschland durchaus eine Reise wert.

Karlheinz Teufert
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